Unterbrechung-Mittendrin

15 Minuten Zeit für Besinnung, Meditation, Impulse
mitten am Tag, in der Mitte der Woche

Idee und Gestaltung: GUIDO SCHÜRENBERG – 4700124 – gs@aachen.de


Scheissangst vor der Liebe

„Wir reden über alles, außer unserem Glauben!“ … Das will eine neue Serie von ZEIT Campus ändern und bietet mit der neuen Serie JUNG UND GOTT die Gelegenheit die eigene Geschichte vom Glauben, Zweifeln, Hoffen, Verzweifeln zu veröffentlichen.
Bereits der Eröffnungsartikel dieser Serie ist ein starker Einstieg in die Glaubensanalyse dieser Generation und in ein offenes Gespräch über dieses Tabu-Thema.
„… über die Liebe zu Dir spricht niemand. Das wollte ich mit diesem Text eigentlich ändern. Ich wollte mit gutem Beispiel voran gehen und schreiben, wie wichtig Du mir bist. Und erklären, warum ich Dich liebe, öffentlich. Ich wollte ein Glaubensbekenntnis schreiben, das ein bisschen pathetisch ist, lustig und schlagfertig, das Gänsehaut macht und einen am Ende sagen lässt: Das war schön. – Kann ich aber nicht.
… Über die Liebe zum Ewigen schweigen wir.
Denn die Liebe zu Dir ist eben nicht „mal schauen“, nicht locker, nicht entspannt, lässig, sie ist auch nicht sexy oder geil. Dafür ist sie zu intim. … Weil da so viel drin steckt, weil man sich öffnen muss und verletzbar sein und hoffen. So ist das mit Dir. Und weil uns das Angst macht, chillen wir lieber … Wir sind die mit dem Vielleichtknopf fürs Leben nach dem Tod, weil wir zu viel Schiss haben, uns auf was einzulassen, das für immer sein könnte. …

Foto: Sergey Drobinsky

Ich vermute, es gibt viele von uns: junge Christen, die getauft sind, aber nicht wissen, ob ihre Zweifel und Ängste zu banal sind, zu billig für all das Leid, das in der Welt ist, ob da Platz ist bei Dir für ihren Liebeskummer. Ob sie bei Dir richtig sind. Die unsicher sind, wo sie anfangen sollen, was sie glauben sollen, was sie lernen müssten über Dich.
Was wir tun können, weiß ich auch nicht. Aber reden ist meistens ein super Anfang. Auch mit denen, die wütend sind auf Dich, mit den Lauten am WG-Küchentisch, mit den Atheisten, den Agnostikern. Mit denen, die Dich Jahwe nennen oder Allah. Übers Glauben, Hoffen, Zweifeln. Übers Leben, Sterben, Lieben. Über Dich und uns. … “ (Hannes Schrader, ZEIT Campus 9. August)
Ich glaube, dass diese Angst sich zu binden und auch die Angst sich an Gott zu binden, an ihn zu glauben, nicht nur ein Problem der Jüngeren ist. Ich kenne viele Menschen aller Altersgruppen, die genau diese Angst haben , diese „Scheissangst vor der Liebe“, wie es an einer anderen Stelle im Artikel heisst. Nur trauen wir uns nicht, diese so zu benennen und so offen darüber zu sprechen. Aber wenn wir darüber mit einander und mit Gott ins Gespräch kommen, können wir diese Angst überwinden. Letztlich sind aber das Spannungsfeld von Vertrauen und Zweifel ein Grund-Dilemma unseres Lebens.           GS 15. August 2017


Einhorn oder Faultier

Irgendwie ist mal wieder was an mir vorbeigelaufen, das Einhorn oder besser der Hype um dieses mythische Verkaufsgenie. Jedenfalls scheint es jetzt nicht mehr sinnvoll noch auf diesen Zug aufzuspringen, wenn es um die visuelle Kommunikation geht , das Marketing. Da warte ich doch vielleicht besser auf den nächsten Trend, den die Konsumforscher und Marketing-Strategen schon im Blick haben: das Faultier.
Passt vielleicht auch besser zum Lebensgefühl: Gehetzt sein, rastlos, erfolgsgetrieben, …. – auf der Suche nach Sinn? Das Faultier verkörpert dagegen den ersehnten Lebensentwurf: relaxed, cool , selbstzufrieden

Auch spirituelle Impulse, wie dieser, insbesondere wenn sie regelmäßig gesetzt werden und interessierte Menschen erreichen wollen (also potentielle Kunden im Marketing-Sprech) brauchen ins Auge springende, neugierig machende Überschriften oder Bilder, die sie aus der Fülle der täglichen Informationen herausheben und insbesondere in den sozialen Medien hervorheben, weil sie interessant sein könnten. Eben eine ansprechende Verpackung.
Für wen? Das ist die Frage nach Dir liebe Leserin, lieber Leser, die Dir dieser Post in Deiner Timeline aufgetaucht, ins Auge gesprungen ist und Dich neugierig macht. Wer bist Du , was bewegt Dich, was suchst Du, dass dieser Post Dich anspricht?
Was sind Deine LEBENSFRAGEN?
Ich möchte Anstösse geben, dass Du Dich mit Ihnen auseinander setzt. Ich möchte Anstösse geben und gleichzeitig auch mich selbst mit diesen Deinen Fragen, die ja vielleicht auch meine sind, konfrontieren.
Was mir dabei durch den Kopf geht, was mir wichtig ist dazu, was mich betrifft schreibe ich nieder. In einer alltagstauglichen Sprache und verpackt mit ansprechenden Fotos.
Oft lass ich mich von anderen Denkern, spirituellen Persönlichkeiten und ihren Gedanken und Texten inspirieren – und gerne von biblischen Weisheiten und Geschichten. Ich gebe diese mir zugefallenen, gesuchten und entdeckten Deutungen weiter, weil sie besser das ausdrücken können, was ich denke und empfinde.
So haben mich die LEBENSFRAGEN, die der Benediktiner Anselm Grün formuliert hat, angesprochen. Verpackt waren sie in einem Büchlein mit Segenswünschen (Möge das Leben immer gut zu Dir sein, Verlag am Eschbach 2016):

Was möchtest du hinter dir lassen und begraben?
Was schleppst du mit dir herum?
Was hindert dich auf deinem Weg weiterzulaufen?
Wonach möchtest du dich ausstrecken?
Was würdest du als Ziel deines Lebens bezeichnen?

Anselm Grün

Diese Fragen brauchen eine Unterbrechung im Mittendrin des alltäglichen Trotts, eine Pause für mich, eine anregende Atmosphäre, die mein Nach-Denken fördert und mich öffnet für die Auseinandersetzung mit mir selbst, für das was mir wichtig und wertvoll ist.
Diese Fragen brauchen ansprechende Bilder … Songs … Lebenszeugnisse … Erkenntnisse … Wirklichkeiten … Menschen, die Zuhören und Rat geben … in denen ich mich erkenne und mit denen ich mich identifizieren kann.
Dazu taugen weder Einhörner noch Faultiere.

GS 8. August 2017


Schön hier

Foto: Mareike Eberbach

Es gibt ja Fotos, die erzählen nicht nur eine Geschichte, sondern die haben auch noch eine Botschaft.
Ein solches Foto fand ich heute morgen unter den Einsendungen zum Fotowettbewerb EYECATCHER, den die KHG seit nunmehr 10 Jahren jedes Semester ausschreibt. Ein Aufkleber auf einem Laternenpfahl dessen Farbe abblättert, im Hintergrund eine ruhige Wasserfläche: SCHÖN HIER
Einladung zur gefühlsmäßigen Bestätigung; Aufforderung zu überprüfen, ob das nicht etwa Etikettenschwindel ist; Momentaufnahme.
Als Foto seinem Umfeld entzogen, erinnert es die Fotografin dieses mit zu sehen und den Betrachter sein eigenes Umfeld aufmerksamer anzusehen.
Die Kriterien für SCHÖN mögen unterschiedlich sein, aber das Etikett auf diesen Ort, auf diesen Moment drückt Zufriedenheit, Geborgenheit, Beheimatung, Integrität, sich wohl fühlen, … aus – für diesen einen Moment. Eine Momentaufnahme, wie Goethe sie vor 200 Jahren im FAUST beschreibt: „Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!“ und Herbert Grönemeyer:
“ … Ein Stück vom Himmel
der Platz von Gott. …
Hier ist dein Heim,
dies unsere Zeit.
Wir machen vieles richtig,
doch wir machen’s uns nicht leicht.
Dies ist mein Haus,
dies ist mein Ziel
… und wir teilen diese Welt,
und wir stehen in der Pflicht. …“

Es ist auch an uns, diesen Moment dauerhaft zu erhalten, damit es SCHÖN bleibt.

GS 1. August 2017


Von Ohrwürmern und Gott und die Welt in einem Song

Seit Sonntag habe ich wieder einen Ohrwurm: FROM A DISTANCE gesungen von Bette Midler war zu Beginn der 90er Jahre während des 1. Golfkrieges sehr populär, weil er das Bild einer und die Hoffnung auf eine friedliche Welt des Love, Peace and Understanding (wie die Hippie-Bewegung Ende der 60er es ausdrückte) beschreibt.
Einerseits tut es gut die Probleme der Welt und auch die eigenen Herausforderungen aus der Distanz zu betrachten und in ein Größeres einzuordnen, zu relativieren. Das ermöglicht den eigenen Ort, die eigenen Möglichkeiten, die eigene Aufgabe zu erkennen.
Andererseitsi st die Selbstdistanzierung aber auch der Versuch den/ die Unbeteiligte/n zu spielen. Einerseits sieht der der Song Gott als Schöpfer der Welt, der alles geordnet hat und der sich nun an seiner harmonischen Schöpfung erfreut. Andererseits ist da der Mensch, der diese Ordnung und Harmonie immer wieder stört.
Der Gott der Bibel und meines Glaubens lehnt sich nicht selbstzufrieden zurück und distanziert sich so zum Menschen , der mit dem ihm von seinem Schöpfer mitgegebenen Potential sich die Erde untertan macht. Der Gott der Bibel, den ich glaube ist ein mitgehender und auch mitleidender Gott, dem seine Welt und die Menschen eben nicht egal sind. Schon sein biblischer Name JAHWE „Ich bin der Ich-bin-da“ lässt eine Distanziertheit nicht zu, denn es ist seine Schöpfung und wir die Menschen , die er liebt.
So verstehe ich FROM A DISTANCE als einen Appell diese wunderschöne Erde lebenswert zu erhalten und als Menschheit in Gerechtigkeit und Frieden miteinander zu leben – im Vertrauen darauf, dass Gott uns darin begleitet und unterstützt.                GS 25. Juli 2017


Karneval – Juni 2017

Dezember 2016 – Februar 2017

September – November 2016

Mai – August 2016

Fastenzeit – Pfingsten 2016

Dezember 2015 – Februar 2016

Mai -November 2015

Fastenzeit und Ostern 2015

Januar und Februar 2015

Advent+Weihnachten 2014

August-November 2014

Juni – August 2014

Ostern – Pfingsten 2014

Fastenzeit + Ostern 2014

Januar+Februar 2014

Oktober – Dezember 2013

Juli – September 2013

Pfingsten bis Semesterschluss 2013

Karfreitag – Pfingsten 2013

Januar- April 2013 

Oktober bis Dezember 2012

 

Ein anderes Vater Unser
Im Nachgang zur Sommerschule mit sambischen und deutschen Studenten, bei der unter anderem das Thema “Globalisierung und privater Konsum” diskutiert wurde
Hagen Rether – Vater Unser

 

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