Unterbrechung-Mittendrin

15 Minuten Zeit für Besinnung, Meditation, Impulse
mitten am Tag, in der Mitte der Woche

Idee und Gestaltung: GUIDO SCHÜRENBERG – 4700124 – gs@aachen.de


Aufstand für das Leben – Ostern

Foto: Jonas Höhmann

Obwohl die Namen in den unterschiedlichen Kulturen und Religionen Europas und anderer Klimazonen verschieden sind feiern wir in diesen Tagen weltweit das Wiedererwachen der Natur und die Fruchtbarkeit:
Nouruz ist das Frühlingsfest der Perser, Kurden und der Turkvölker Zentralasiens, das chinesische Neujahrsfest., das indische Frühlingsfest Holi, das albanische Fest Dita e Verës, das keltisch-irische Beltane und die Walpurgisnacht.
Im christlichen Kulturkreis feiern wir Ostern die Auferstehung Jesu Christi und dies auch in Gods own country Amerika.
Aber genau wie alle Jahre wieder Weihnachten , das Fest des Friedens von kriegerischen Auseinandersetzungen überschattet wird, so auch in diesem Jahr die Osterzeit, das Fest des Lebens durch eine mutmaßliche Giftgas-Attacke im syrischen Duma, dem “erweiterten Selbstmord” in der Münsteraner Innenstadt, dem Marschflugkörper-Angriff auf Syrische Chemiewaffenproduktionsstätten und den vielen ungenannten Toten und Opfern von lebensbedrohender Gewalt und Terror in den Krisenzentren der Erde und in unserer Gesellschaft.
Und mittendrin in diesem sinnlosen Sterben der 50te Todestag Marin Luther King (4. April 1968), der gewaltlose Kämpfer für ein gutes Leben für alle Menschen. – I have a dream – Auch er, der christliche Prediger wurde ein Opfer rassistischer Gewalt 10 Tage vor Ostern 1968.
Wo nehmen wir die Hoffnung her, wie Martin Luther King auf ein Leben , das all diese sinnlosen Tode überwindet, auf ein Leben in Gerechtigkeit und Frieden?
Wir wünschen allen diesen vielen täglichen Toten, dass sie in Frieden ruhen mögen (R.I.P. – rest in peace – requiescat in pace), aber die Welt scheint dieses Friedens unfähig zu sein.
Aufstehen, die Tode, die Sinnlosigkeit überwinden, das wär’s.
Paulus bezeugt (1.Korintherbrief 15), Jesus hat den Tod überwunden aus Liebe zu den Menschen und er ist ins Leben hinein auferstanden! – Unglaublich? Nein, der Urgrund des Christseins, die Motivation des Martin L. King und die Hoffnung für alle. – GS 18. April 2018

Du Lebendiger
Du bist stärker als der Tod
Ich strecke Dir jeden Tod entgegen
die lähmende Einsamkeit
die zerbrochene Beziehung
die bodenlose Traurigkeit
das geistlose Dahinsiechen
das schreckliche Elend
die schmerzliche Trennung
das erschütternde Unglück
das Sterben der Lieben
den eigenen Tod
Sei Du das Leben in jedem Tod
Setz Du immer wieder einen neuen Anfang des
Lebens

Anton Rotzetter, Gott der mich atmen lässt, Herder 1985, S.83


Ab hier Lächeln erwünscht

Foto: Magdalena Skala

so titelt die Monatspostkarte der KHG-Aachen für April, die in dieser Woche erscheinen wird.
Vor Ostern gestaltet und in Druck gegeben, sollte sie die Frühlingsanfang-Stimmung wiedergeben und den Start ins Sommersemester begleiten. Dieses zaghafte versuchte Lächeln, die Osterstimmung, ist mir in den vergangenen Tagen, nach Münster, den Giftgasangriffen in Syrien, der Ermordung eines Priesters im Kongo, … vergangen, kaum das ich mich am Frühling erfreuen konnte.
“Lächeln bewirkt angeblich nicht nur eine Veränderung des Gesichtausdrucks, sondern führt auch dazu, dass das Gehirn Endorphine produziert, die körperliche und seelische Schmerzen verringern und das Wohlbefinden steigern. Einem Lächeln kann sich kaum jemand entziehen, wenn das Lächeln ehrlich ist. Ein Lächeln ist ansteckend und somit ein Weg Fröhlichkeit und Wohlbefinden zu übertragen. ” (Wikipedia)
Über all das, was mich demotiviert, was mich belastet, was mich herunterzieht, … kann mir ein Lächeln eines anderen hinweghelfen. Gewalt, Tod, Schmerz, Trauer, … sind dann nicht einfach weg, aber ich bekomme nonverbal eine andere Perspektive angeboten. Und meist sind es die kleinen Dinge und Erfahrungen, die ein Lächeln in unser Gesicht zaubern.
Ich versuchs einfach: Lächeln – ehrlich und von innen heraus. – GS 10. April 2018

Ein Tag ohne Lächeln, ist ein verlorener Tag – Charlie Chaplin

Es lasse dich Gott
das Morgen erwarten
ohne Angst

deine Aufgaben anpacken
ohne Erschrecken
vor den Schwierigkeiten
die kommen könnten

neue Wege beschre iten
ohne Sorge wann
und wo sie enden werden

in der Irre nicht zweifeln
amZiel

im Dunkel schon hoffen
auf das Licht

im Weinen dich schon freuen
auf das Lachen

nicht wissen aber gewiss sein
ohne Beweise dich weisen lassen
er lasse dich fallen
in Erwartung des Netzes
ruhig schlafen mitten im Sturm
und aufwachen und weitergehen
getrost

Wilma Klevinghaus (Jeden Augenblick segnen, Verlag am Eschbach 2005, S.103)


Wir tun’s: Warten

Foto: Rafał Londo

Die Zeit kurz vor dem Osterfest hat für mich einen merkwürdigen Charakter.

Zum einen begrüßen mich schon seit Wochen in Supermärkten und Zeitschriften große Überschriften wie „Frohe Ostern wünscht Ihnen…“ oder „Für ein gelungenes Osterfest“ und Angebotsschilder preisen Osterhasen aus Schokolade oder bunte Ostereier an.

Zum anderen ist mit Beginn des Palmsonntags die letzte Woche der Fastenzeit – die Kar-Woche – angebrochen; die letzte Woche des Verzichts, an dem wir mit Karfreitag das Leiden und den Tod Jesu in gesonderter Weise durch einen sogenannten „strengen Fastentag“ gedenken können. Erst nach den vierzig Tagen des Fastens kann mit der anschließenden Osterfeier die Zeit des Aushaltens ihren Abschluss finden.

Aber bis dahin, quasi mittendrin – warten.

Warten auf das, was im Alltag bereits durch Werbung angekündigt wird. Warten auf das Fest Ostern; warten auf die Kolleg*innen, warten auf das Essen, auf die Straßenbahn, auf die grün werdende Ampel – überall: warten, warten, warten.

Das Warten umgibt uns, wir tun’s jeden Tag, mal bewusst und mal ganz nebenbei. Manchmal kann ich es kaum aushalten und habe das Gefühl vor Spannung zu platzen. Ein anderes Mal bin ich eigentlich ganz froh über eine kleine Wartezeit, die mir Gelegenheit zum Durchatmen und Vorbereiten gibt. Es ist Teil unseres Alltags zu warten. Entscheidend ist, was wir daraus machen, um am Ende nicht vergeblich zu warten.

Rafał Londo – 27. März 2018


Durch die Brille der Anderen sehen

Jetzt fallen sie wieder übereinander her die politischen Alpha-Tierchen. Setzen starke Duft-Marken, meinen zu Wissen, wer arm ist und wer nicht; ob „der Islam“ zu Deutschland gehört oder nicht … Bringen sich in Position, obwohl sie sich noch nicht in ihre Ministerämter eingearbeitet haben. Erstmal Positionen besetzen, die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, Meinungen verabsolutieren, … zurückrudern und den Missverstandenen mimen kann man immer noch.
Das ist nicht nur kennzeichnend für Politiker sondern, wenn ich ehrlich mit mir selbst bin, auch ich neige manchmal dazu: Blind gegenüber der Realität und den wirklichen Sorgen und Ängsten in meiner Umgebung und in meinem Verantwortungsbereich
In der Bergpredigt –mit der man laut Jens Spahn (CDU) keine Politik machen kann- lese ich:
Jesus gebrauchte einen Vergleich und sagte: »Wie kann ein Blinder einen anderen Blinden führen? Werden sie nicht beide in die Grube fallen?
Warum siehst du jeden kleinen Splitter im Auge deines Mitmenschen, aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht?

Wenn ich dieses Bildwort höre, fühle ich mich immer wieder ertappt. Es geht ja hier um Begegnung, um menschliche Begegnung und um Kommunikation. Ich fühle mich ertappt bei meiner Überheblichkeit und meiner Klugscheisserei. Ich weiß immer gut auf die Fehler anderer hinzuweisen und lasse es nur schwer zu, dass man mich kritisiert.
Jesus fordert eine Haltung der Achtsamkeit, um hinter das Vordergründige zu sehen.
Vielleicht hilft es ja durch eine andere Brille zu sehen oder besser die Sichtweise des anderen/ der anderen übernehmen – aber dazu müsste ich erst mal zuhören, und das können Klugscheisser, selbstverliebte Trottel und Egomanen nicht (ohne diese Typisierungen alle auf mich beziehen zu wollen, aber ein bisschen von diesen steckt auch in mir – und vielleicht auch in manchem Politiker).

Foto: Guido Schürenberg

STAUNEN KÖNNEN

Sieh die Welt
mit wachen Augen

Sehen
mit offenen Augen staunen
staunen wie Du , Gott
lebendig bist in Schöpfung und
Kosmos

Sehen
mit geschlossenen Augen –
wie Du mich bewohnst und
bewegst
staunen, wie Du in mir atmest
und meine ökologische
Achtsamkeit wach hältst

Sehen
mit offenen Augen –
mich begeistern lassen
von all den vielen Wundern
die Du uns alltäglich zufließen
lässt

Sehen
mit geschlossenen Augen Dich
als tiefsten Seelengrund
erfahren
um mich mit meinen Gaben und
Grenzen annehmen zu können

Sehen
mit offenen Augen –
die brennenden Fragen unserer
Zeit wahrnehmen
Wut und Entsetzen spüren
um mit Dir den Traum einer
gerechteren Welt umzusetzen im
solidarischen Miteinander

Pierre Stutz, Einfach leben – Verlag am Eschbach,10


Satt sein und Hungern – ein Paradox der Achtsamkeit

Es war kein Qualitätsverlust oder etwa weniger Genuss, dass bei der vergangenen Work Hard – Pray Hard – Woche ungefähr die Hälfte des gemeinsamen Frühstücks und Abendessens „gerettete“ Lebensmittel waren. Niemand der Teilnehmenden fand es anstößig, im Gegenteil die Foodsaver wurden gelobt und es kam zu guten Gesprächen über gesunde Ernährung, Lebensmittelvernichtung, Massentierhaltung und unsere Verantwortung als Konsumenten für eine lebenswerte Zukunft auf diesem Planeten. Passend dazu die Sozialkritik der Propheten Amos und Jeremia.
Fasten(zeit) sensibilisiert und ermöglicht Achtsamkeit, wie die Erfahrungen von Nadine S. zeigen:
„Ich beschäftige mich viel mit Hunger und Satt-sein. Satt-sein bezog sich dabei nicht nur auf Lebensmittel, sondern auch darauf, keine Fragen mehr zu stellen, sich nicht betroffen zu fühlen, sich nur um sich und die eigene kleine Lebenswelt zu drehen und wenig mitzubekommen, dass es auch andere Lebensrealitäten gibt. Das ist jetzt sehr pauschal, aber es ging mir dabei auch nicht nur um die anderen, sondern ich spürte auch meine Angst, satt zu werden und es gar nicht zu merken. Der Hunger hingegen wurde für mich ein Symbol des Lebens und der Sehnsucht nach mehr, Hunger nach Beziehung, Hunger nach Veränderung, Hunger nach Gerechtigkeit.“ (strassenexerzitien.de)
Aufmerksam werden, sehen, die eigene Position, die eigenen Werte und Gewohnheiten überdenken, sich neu orientieren sind Chancen und Schritte, die MICH verändern und die Welt verändern können.                                     GS 13. März 2018

WIE MACHT DAS ALLES SINN?

Du siehst dich um, siehst in die Welt,
siehst arm und reich, Norden und Süden
und fasst dich an den Kopf.
Paradox!
Wie macht das alles Sinn?
Angesichts von Hunger
und verseuchtem Wasser?

Du liest dich ein, liest in Journalen,
liest von ungleich verteilten Gütern
und kannst es nicht verstehen.
Grotesk!
Wie macht das alles Sinn?
Angesichts von Menschenhandel
und Verelendung?

Du fragst dich selbst, du fragst herum,
fragst nach Ursachen der Ungerechtigkeit
und bleibst allein mit deinen Fragen.
Fatal!
Wie macht das alles Sinn?
Angesichts von Landflucht
und Kriegen?

Nach Plausibilität,
nach Antworten
suchst du.
Doch nichts erscheint dir plausibel.

Aber bleibst du wirklich allein
mit deinem Fragezeichen?
Allein auf der Suche nach Gründen?
Allein mit deinen Fragen?
Wirklich?

Steffen Flicker (Love & Pray – Verlag Haus Altenberg 2011, S.16)


Heute schon die Welt verändert?

survival of the fattest

Diese Frage springt uns in diesen Wochen der Fastenzeit von den Plakatwänden und Lifaßsäulen ins Auge. – Hast Du sie schon wahrgenommen, schon an Dich herangelassen?
Meine erste Reaktion ist Selbstverzwergung: Wer bin ich denn, das kann ich doch gar nicht, ich bin doch kein Politiker, … und vor allem kann ich das doch gar nicht allein!
Mir ist schon klar:
“Menschengemachter Hunger, Ausgrenzung und Umweltzerstörung sind nicht hinnehmbar. In jedem der mehr als 815 Millionen Menschen, die hungern, wird die Würde der Schöpfung Gottes verletzt. Mit einem Lebensstil und einer Wirtschaft, die den Klimawandel anheizen, Erde und Wasser unbrauchbar
machen, wird die Schöpfung Gottes verletzt. Die Sorge um das gute Leben aller Menschen und die Wahrung der natürlichen Lebensgrundlagen verlangen nach Umkehr!
Die Welt braucht Veränderung! Und es eilt!”*
Die Zumutung des Hilfswerks MISEREOR, das diese Kampagne durchführt- ist: “Jede und jeder kann allein und mit anderen beginnen, die Welt zu verändern.”*
Der Ball liegt bei mir: Entscheide Dich, wenn Dir der Zustand der Welt nicht egal ist und suche Deinen Ort und Deine Idee des Handelns. Und hör auf immer nur zu reden und auf andere zu verweisen und auf die Umstände und die mangelnde Zeit und …
Der erste Schritt ist: Sag nein! Sag nein zum “immer weiter so”, nein zur Ignoranz und Intoleranz, sag nein zur Gleichgültigkeit und zum Wegschauen, sag nein zur Selbstverzwergung und entdecke DEINE Möglichkeiten.
Und dann fang an in kleinen Schritten. – Du wirst Gleichgesinnte finden!
“Als Christen und Christinnen dürfen wir darüber hinaus hoffen, dass Gott uns auf unseren persönlichen und gemeinsamen Wegen zu Gerechtigkeit, Frieden und der Bewahrung der Schöpfung mit seinem Geist begleitet.”*
(*) MISEREOR Fastenaktion 2018

GS 6. März 2018


Chocolat – eine Fasten-(Film)Geschichte

Es war einmal ein kleiner stiller Ort; mitten auf dem Lande in Frankreich. Die Menschen dort glaubten an “Tranquilité” — an Ruhe.
Jeder der in diesem Ort lebte, wusste was von ihm erwartet wurde. Jeder wusste was er zu tun und zu lassen hatte. Und vergaß man es einmal, gab es stets jemanden der einen daran erinnerte.

Zu Beginn der Fastenzeit des Jahres 1959 „fünfzehn Jahre nach dem Krieg“ treibt der Nordwind die alleinerziehende Mutter Vianne mit ihrer Tochter Anouk in dieses kleine Dorf in der französischen Provinz.

Sie mietet dort eine ehemalige Konditorei und möchte eine Chocolaterie eröffnen, ausgerechnet in einem Umfeld, wo alles seine „Gott gewollte“ Ordnung hat, für deren Einhaltung der Bürgermeister Graf Renaud und der von ihm abhängige Dorfpfarrer pedantisch sorgen.

Vianne, die Atheistin bringt diese Ordnung durcheinander, stellt sie durch ihr Handeln in Frage, „verführt zur Unmoral“. Mit dieser „Fremden“, ihrer offenen und lebensbejahenden Lebens-Art verändert sich diese kleine Welt und die Menschen, die ihr begegnen.

Die Wirkung dieser verändernden Fastenzeit bringt der Dorfpfarrer in seiner Osterpredigt auf den Punkt:

Pere Henri: Ich bin nicht sicher, … was das Thema meiner heutigen Predigt sein sollte. Möchte ich zu euch über das Wunder der göttlichen Verwandlung unseres Herrn sprechen? Nein, eigentlich nicht. Ich möchte nicht über Seine Göttlichkeit reden.
Ich spreche lieber über Seine Menschlichkeit. Seine Güte. Seine Toleranz. Ich sage Ihnen, was ich denke.
Ich glaube ob wir gute Menschen sind, misst keiner daran, ob wir irgendetwas unterlassen. Ob wir auf etwas verzichten, wem wir widerstehen und wen wir ausschließen.
Ich denke Güte misst sich daran, ob wir jemanden anerkennen, ob wir etwas erschaffen und ob wir jemanden bei uns aufnehmen.

GS 27. Febr. 2018

– Großbritannien/ USA 2000


Halt – Stop!

Möchte ich in diesen Tagen der Kriegstreiberei den machtlüsternen Autokraten zurufen: Erdogan, Kim Jong Un, Trump, Putin, Netanjahu und wie sie alle heißen, die in den Krisenregionen dieser Welt zündeln, um ihre Einflusssphären zu vergrößern, Stellvertreterkriege führen und so den Weltfrieden bedrohen

Halt –Stop – Nachdenken und Umdenken

Foto: Thomas Richter-Alender

Möchte ich nicht nur den Potentaten dieser Welt, sondern auch mir und anderen zurufen.
Fastenzeit ist angesagt. Fastenzeit, die Unterbrechung des immer-weiter-so.

Während im allgemeinen Bewusstsein, nicht nur der religiösen Mitmenschen, herkömmlich als Fasten die völlige oder teilweise Enthaltung von Speisen, Getränken und Genussmitteln über einen bestimmten Zeitraum hinweg, üblicherweise für einen oder mehrere Tage, bezeichnet wird, wird in unserer globalisierten, konsumorientierten Welt immer mehr ein Konsumverzicht anderer Art empfohlen oder sogar gefordert: Handy- und Facebook-Fasten oder Autofasten oder …

Wenn ich Fasten als Nahrungsverzicht und als Verzicht auf Suchtmittel verstehe, ist der Effekt oder Erfolg sichtbar –auf der Waage, im gesundheitlichen Wohlbefinden, …

„Verzicht auf“ ist das Eine, „Fasten für“ ist das Andere. – Wie wird da der Effekt sichtbar?

Fasten ist die Chance sich zu befreien von (selbstgemachten) Zwängen und Abhängigkeiten, um frei zu werden zur Selbsthinterfragung meiner Motive und Wichtigkeiten und eine Neuausrichtung meines Handelns zu wagen. Fasten ist keine Selbstkasteiung, um einem religiösen Gebot Genüge zu tun, sondern eine Chance und Zeit, Gewohnheiten und Zwänge zu unterbrechen und mich meiner (christlichen) Werte zu besinnen und durch mein geändertes Handeln die Welt zu verändern.

So fragt die Fastenaktion MISEREOR in diesem Jahr: Heute schon die Welt verändert?

Mit dieser täglichen Anfrage an uns lösen wir uns aus dem ständigen Kreisen um uns selbst und unsere selbstbezogenen Wichtigkeiten. Diese Frage weitet den Horizont unseres Handelns und macht uns bewusst, dass wir als Bewohner dieses Planeten gemeinsam Verantwortung tragen für eine lebenswerte  Zukunft hier auf Erden.

Die gesellschaftliche Verantwortung und das verändernde Handeln waren auch schon vor 2500 Jahren Fastenthema der Propheten als Botschaft Gottes an sein Volk:

Nennt ihr das ein Fasten, das mir gefällt, wenn ihr auf Essen und Trinken verzichtet, euren Kopf hängen lasst und euch im Sack in die Asche setzt?

Nein, ein Fasten, wie ich es haben will, sieht anders aus! Löst die Fesseln der Gefangenen, nehmt das drückende Joch von ihrem Hals, gebt den Misshandelten die Freiheit und macht jeder Unterdrückung ein Ende! Ladet die Hungernden an euren Tisch, nehmt die Obdachlosen in euer Haus auf, gebt denen, die in Lumpen herumlaufen, etwas zum Anziehen und helft allen in eurem Volk, die Hilfe brauchen! (Jesaja 58)

Halt – Stop – Fasten ist angesagt

Diese Fastenbotschaft des Jesaja möchte ich nicht nur den Autokraten dieser Welt zurufen, sondern uns allen zumuten – ohne Wenn und ohne Aber.

GS 20. Febr. 2018

 

GOD IS GOD
(Steve Earle)

Ich glaube an Prophetie
Einige Leute sehen Dinge, die nicht jeder sehen kann
Und ab und zu werden Sie zum Geheimnis für Dich und mich

Und ich glaube an Wunder
Etwas Heiliges brennt in jedem Busch und Baum
Wir können alle die Lieder lernen, die die Engel singen

Ja, ich glaube an Gott und Gott ist nicht ich

Ich bin um die Welt gereist
Stand auf mächtigen Bergen und blickte über die Wüste
Ich habe nie eine Linie im Sand gesehen oder einen Diamanten im Staub

Und wie auch unser Schicksal sich entfaltet
Jeden Tag, der vergeht werde ich ein bisschen weniger sicher
Sogar mein Geld sagt mir immer wieder es ist Gott, dem ich vertrauen soll

Und ich glaube an Gott, aber Gott ist nicht wir

Gott, von dem ich so wenig verstanden habe ist es egal, welchen Namen ich anrufe
Ob ich glaube oder nicht ist überhaupt nicht wichtig

Ich bin gesegnet
Und habe jeden Tag auf Erden eine weitere Chance, es richtig zu machen
Mein kleines Licht seiGlanz und Wut gegen die Nacht

Nur eine weitere Lektion
Vielleicht schaut jemand zu und wundert sich, was ich bekommen habe
Vielleicht bin ich deshalb hier auf der Erde und vielleicht auch nicht

Aber ich glaube an Gott und Gott ist Gott

geschrieben für Joan Baez, Day after tomorrow


Masken

Er war nicht mehr er selbst, hatte Adriana gesagt. …
Wann war jemand er selbst? Wenn er so war wie immer? So, wie er sich sah? Oder so, wie er war, wenn die glühende Lava der Gedanken und Gefühle alle Lügen, Masken und Selbsttäuschungen unter sich begrub? Oft waren es die anderen, die beklagten, dass jemand nicht mehr er selbst sei. Vielleicht hieß es dann in Wirklichkeit: Er ist nicht mehr so, wie wir ihn gerne hätten?
aus: Pascal Mercier, Nachtzug nach Lissabon, btb-Verlag 12/2006

Masken von Peter Hodiamont

Manchmal brauchen wir Masken
Für das alltägliche Rollenspiel,
um funktionieren zu können,
wie es von uns erwartet wird.
Manchmal brauchen wir Masken,
um unser wahres Gesicht,
unser verletzliches Inneres
nach außen hin zu schützen.
Manchmal sehnen wir uns danach,
unsere Masken abnehmen zu können,
endlich wir selbst sein zu dürfen
und als solche geliebt zu sein.

Finde zu dir selbst

Möge dir nach und nach
die Kraft zuwachsen,
unter den Masken des Alltags,
hinter denen du dich
zu verstecken suchst,
deine eigene Wahrheit
zu entdecken.

Mögest du dich selbst
annehmen und lieben lernen,
damit du die Masken
nach und nach ablegen kannst,
so dass auch dein Umgang
mit anderen Menschen
natürlicher wird.

Christa Spilling-Nöker, Leben hat die Farbe Sehnsucht, Verlag am Eschbach 2007, S.10 und 15


Sei was Du willst!

Lustig auf Kommando kann ich nicht. Auch nicht in diesen Tagen, wo der rheinische Strassenkarneval dem „Sessions-Höhepunkt“ am Rosenmontag/ Veilchendienstag entgegenstrebt. Und am Aschermittwoch wird der Schalter wieder auf „Ernst des Lebens“ umgestellt. OK „lustig“ muss ja nicht unbedingt ein Gefühlsausbruch sein, aber ohne die innere echte Beteiligung nimmt mir das keiner ab.
Gibt es deshalb die Masken?

Gestaltung: Peter Hodiamont

Ich las im Vorbeifahren den Werbespruch eines Kostümverleihs: SEI WAS DU WILLST! Das klingt nach unbegrenzter Freiheit.

Was will ich sein, wirklich sein und nicht nur „in der Session“?

Auf keinen Fall möchte ich von anderen definiert(begrenzt) werden: Du bist, Du sollst, Du musst, … ICH BIN ICH! So wie ich geworden bin, mit meinen Stärken und Schwächen, meinen Sehnsüchten und Zukunftsplänen, mit meinen Vorlieben und Fehlern, … meinem so sein und jetzt sein.
Und ich weiß, dass ich so geliebt bin wie ich bin. Nicht von allen oder vielen, nein nur von wenigen oder einzelnen, aber dafür wirklich geliebt.

Ich mache mich nicht beliebter, wenn ich mich anpasse, mich dabei selbst aufgebe … denn dann wäre ich ja nicht ich. Ich wäre nicht mehr frei und authentisch, sondern machte mich abhängig von meinen „Beliebtheitswerten“
Ich brauche keine Masken und Verkleidungen um ein anderer zu sein, denn ich bin ich.

Sei was Du bist!                                         GS 6. Febr. 2018

In diesen Karnevalstagen müssen viel Studierende sich auf die anstehenden Klausuren und Prüfungen vorbereiten. Für diese Zeiten hat die KSHG Münster ein Gebet empfohlen:

Liebender Gott,

du kennst mich und weißt,
was mich bewegt.
Ich danke dir,
dass du immer bei mir bist.

Bevor ich nun anfange zu
arbeiten, bitte ich dich:

… um Konzentration,
damit ich fokussiert bei den Aufgaben bleibe,
die vor mir liegen.

… um klare Gedanken und eine hohe Auffassungsgabe,
damit ich verstehe, was ich lese und es selbst weiterdenke

… um Ausdauer, damit ich Durststrecken überwinde
und geduldig die Aufgaben zu Ende führe,
die sich mir stellen.

Gott, du hast mir meine Fähigkeiten und Talente gegeben.

Lass mich den Sinn meines Studierens erkennen
und dich in allen Dingen suchen und finden.

Amen


Hin- und Hergerissen

Foto: Thomas Richter-Alender

Täglich fällen wir Entscheidungen. Manche mehr, manche weniger bedeutsam. Manche für den Moment und die nächste Zeit, andere für „ein Leben lang“. Manche nach gründlichem Überlegen, abwägen des Für und Wider. Manche spontan, intuitiv, ohne langes Überlegen, „aus dem Bauch heraus“.
Was leitet uns dabei, welche Erfahrungen, welche Grundsätze, welche Haltungen?
Wie auch immer, spontan oder wohl überlegt, das Risiko bleibt – und das Gefühl der Unsicherheit.

Vor vielen Jahren fiel mir ein Buch aus meiner Studienzeit wieder in die Hände, von einem weisen geistlichen Begleiter; es trägt den Titel „Der Mensch wird des Weges geführt, den er wählt“ und nennt sich ein geistliches Lesebuch. Dieser Titel begleitet mich seitdem als eine ständige Provokation, als Aufforderung nach diesen verschiedenen Möglichkeiten mein Leben zu gestalten zu suchen. Er ist Mahnung die unterschiedlichen Möglichkeiten gut in den Blick zu nehmen und meine Entscheidung bewusst zu treffen – insbesondere, wenn sie auch andere berühren.
Der Unsicherheit, ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe, steht die Zusage gegenüber geführt zu werden. „Der Mensch wird des Weges geführt, den er wählt“
Im biblischen Buch Exodus gibt sich Gott selbst einen Namen, der seine Beziehung zu uns Menschen grundlegt: „Ich bin der Ich-bin-da“
Das hilft mir und gibt mir Sicherheit bei den vielen kleinen und großen Entscheidungen meines Lebens.
Dies im Kopf und Bauch wurde das Lied „Land unter“ von Herbert Grönemeyer von 1993, das Christoph Simonsen beim Semesterschlussgottesdienst zitierte, zum vertrauensvollen Gebet.
GS 30. Jan 2018

Land unter

Der Wind steht schief
Die Luft aus Eis
Die Möwen kreischen stur
Elemente duellieren sich
Du hältst mich auf Kurs
Hab keine Angst vor’m Untergehen
Gischt schlägt ins Gesicht
Kämpf’ mich durch zum Horizont
Denn dort treff’ ich dich
Geleite mich heim
Rauhe Endlosigkeit
Bist zu lange fort
Mach die Feuer an
Damit ich dich finden kann
Steig zu mir an Bord
Übernimm die Wacht
Bring mich durch die Nacht
Rette mich durch den Sturm
Fass mich ganz fest an
Dass ich mich halten kann
Bring mich zu Ende
Lass mich nicht wieder los
Bring mich zu Ende
Lass mich nicht wieder los
Der Himmel heult
Die See geht hoch
Wellen wehren dich
Stürzen mich von Tal zu Tal
Die Gewalten gegen mich
Geleite mich heim
Rauhe Endlosigkeit
Bist zu lange fort
Mach die Feuer an
Damit ich dich finden kann
Steig zu mir an Bord
Übernimm die Wacht
Bring mich durch die Nacht
Rette mich durch den Sturm
Fass mich ganz fest an
Dass ich mich halten kann
Bring mich zu Ende
Lass mich nicht mehr los
Bring mich zu Ende
Lass mich nicht mehr los
Fass mich ganz fest an
Dass ich mich halten kann
Bring mich zu Ende
Lass mich nicht mehr los
Bring mich zu Ende
Lass mich nicht mehr los
Lass mich nicht wieder los
Lass mich nicht mehr los
Bist du ozeanweit entfernt
Regen peitscht von vorn
Und ist auch sinnlos
Soll’s nicht sein
Ich geb dich nie verloren
Geleite mich heim
Rauhe Endlosigkeit
Bist zu lange fort
Mach die Feuer an
Damit ich dich finden kann
Steig zu mir an Bord
Übernimm die Wacht
Bring mich durch die Nacht
Rette mich durch den Sturm
Fass mich ganz fest an
Dass ich mich halten kann
Bring mich zu Ende
Lass mich nicht wieder los
Bring mich zu Ende
Lass mich nicht mehr los
Lass mich nicht mehr los
Lass mich nicht mehr los
Songwriter: Herbert Grönemeyer
Songtext von Land unter © Kobalt Music Publishing Ltd.

 

 Herbert Grönemeyer, Chaos 1993
“bei „land unter“ bleibt noch immer so ein kleines Geheimnis, da weiss ich bis heute noch nicht warum. Weil es irgendwo nicht von mir ist.
Dieses Gefühl hab ich jedenfalls. Also, „land unter“ ist schon von mir aber von einem Teil von mir, den ich noch nicht kennen gelernt habe.”


Shitholes und Weltverbesserer

Foto: Nastja Drofa

Es ist mal wieder aus seinem Mund gequollen: die respektlose, diffamierende, pauschale und skandalöse Bezeichnung ganzer Staaten und Kontinente als „Shitholes“. Donald Trump ließ zwar dementieren, aber Augen- und Ohrenzeugen seines Treffens mit US-Senatoren bestätigten seine Verbal-Entgleisung bezogen auf die Herkunftsländer von Migranten.
Ich bin der Überzeugung, dass unsere Weltsicht und unser Wollen unsere Sprache bestimmt. Wenn President Trump als Politiker wirklich die Welt verändern wollte zu einem lebenswerten Ort für alle Menschen, wie es die Vereinten Nationen als gemeinsames Ziel der Staatengemeinschaft 2015 festgeschrieben haben, würde er eine andere Sprache benutzen. – Es sei denn, er leide an Koprolalie, also dem Herausschleudern obszöner und aggressiver Ausdrücke.
Hatespeech –nicht nur im Internet- ist zu einem gesellschaftlichen Problem geworden und findet sich auch zunehmend in der politischen Auseinandersetzung. Hass und Gewalt verändern unsere Gesellschaft und unsere Welt zum Negativen und nicht zum friedlichen, konstruktiven Miteinander.
Wenn ich mich an der Botschaft Jesu orientiere und sie als Christ (als solcher bezeichnen sich ja immer noch viele Politiker, auch Donald Trump) leben will, dann wird mein Verhalten gegenüber Mitmenschen geleitet sein vom Anspruch der Bergpredigt: „Ich sage Euch: Liebt eure Feinde und betet für alle, die euch verfolgen. So erweist ihr euch als Kinder eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne scheinen auf böse Menschen wie auf gute, und er lässt es regnen auf alle, ob sie ihn ehren oder verachten. … Was ist denn schon Besonderes daran, wenn ihr nur zu euresgleichen freundlich seid? Das tun auch die, die Gott nicht kennen! Nein, wie die Liebe eures Vaters im Himmel, so soll auch eure Liebe sein: vollkommen und ungeteilt.« (Matthäus 5, 44-48)
Demnach geht Weltverbesserung nur über Liebe, dem Gegenteil von Hass und Gewalt. – Und an unserer Sprache wird unser Wollen erkennbar.              GS 23. Jan 2018

Ich bitte um Gelassenheit, wenn
meine Vorstellungen nicht berücksichtigt,
meine Pläne nicht eingehalten,
meine Wünsche nicht befriedigt,
meine Vorschläge nicht ernst genommen werden.

Ich bitte um die Einsicht, dass
Stürme notwendig sind,
Fehler neue Möglichkeiten eröffnen,
Widerstand zum Denken anregt,
in Krisen eine Chance liegt,
Sanftmut weiter führt als Gewalt.

Ich bitte um den Mut,
mich an meine Grenzen vorzutasten,
meine Möglichkeiten zu entfalten,
zu sagen, was ich zu sagen habe,
zu tun, was ich tun muss,
mich zu sehen, wie ich bin.

Ich bitte um den Glauben
an die Kraft, die in mir liegt,
an das Gute in dir,
an den Wert unseres Gesprächs,
an den Sinn unseres Lebens,
dass Liebe trägt.

Max Feigenwinter (Jeden Augenblick leben, Verlag am Eschbach 2005, S.36f)


Lass es doch, da kann man ohnehin nichts machen

Ich kenne sie, die innere Unruhe, das Gefühl etwas tun zu müssen gegen die Gleichgültigkeit und Perspektivlosigkeit in der Welt, in unserer Gesellschaft, in meiner Kirche. Ich kenne sie, die Ignoranz meiner Mitmenschen, wenn ich mich engagiere für etwas, dass mir wichtig ist, für die Welt, für die Gesellschaft, für meine Kirche. Ich kenne sie, die innere Zerrissenheit: Wofür machst Du das? Für die Welt, für die Gesellschaft – oder für Dich?

Und ich kenne sie, die wohlmeinenden, aber mich immer wieder demotivierenden Kommentare: „Reg‘ Dich doch nicht auf, es bringt doch eh nix“ oder „Lass es doch, da kann man ohnehin nichts machen“

Diese Welt, diese Gesellschaft und auch diese Kirche braucht meine, unsere Ideen und Visionen; sie braucht mein und unser Engagement und konsequentes Handeln. Aber dieses Unser, dieses Wir ist das, was so schwer zu erreichen ist, weil wir uns gegenseitig die Kompetenz, oder den Willen oder die Fähigkeit absprechen. Wir ziehen uns verzwergen uns oder ziehen uns zurück auf unsere kleine Komfortzone auf der wir uns eingerichtet haben und auf der wir uns auskennen. Wir kümmern uns um das uns naheliegende, uns machbar erscheinende und verdrängen unsere Visionen. Vielleicht jammern wir sogar, dass die Welt so schlecht ist.

Martin Luther King, I have a dream

Und doch gibt es sie immer wieder, die Visionäre, die Propheten, die Kämpfer für eine bessere Welt, für eine gerechtere Gesellschaft, für eine lebendige Kirche.

Martin Luther King, dessen Gedenktag am 15.Januar ist war so einer. Er konnte von seiner Vision einer besseren Welt für alle nicht lassen. Dafür nahm er alle Anfeindungen in Kauf und wurde schließlich 1968 im Alter von 39 Jahren ermordet. Er und andere Visionäre, wie Mahatma Gandhi, Dietrich Bonhoeffer, Nelson Mandela, … und auch Papst Franziskus, allesamt Visionäre, wollen diese Welt gewaltfrei zu einem besseren, lebenswerten und friedlichen Ort für alle Menschen machen.

Sie motivieren mich, sind Vorbild – aber ihr Schicksal möchte ich nicht teilen.

GS 16. Jan 2018

Die Netzgemeinde DA_ZWISCHEN schreibt über Propheten wie Martin Luther King:

„Ein Prophet verkündet Gott, indem er mit seinem selbstlosen Handeln für die Rechte Unterdrückter – mit deinem politischen Handeln – seinem Glauben im Handeln ein Gesicht gibt. Gott ist im Reden des Propheten gegenwärtig, weil die Reden Hoffnungsreden sind. Als solche sind sie „über-zeitlich“. Sie sind universell. Sie machen Gott präsent, indem sie dem Himmelreich jetzt schon klare Kontur geben. Sie lassen den Himmel auf die Erde hin durchlässig werden.

Gott ist der, der außerhalb aller Zeit in die konkrete Zeit hineinwirkt. Er ist deren Schöpfer und Erhalter. Er ist Urgrund der Hoffnung auf eine Welt, die für alle Menschen lebenswert ist. Das meint seine Liebe. Der Prophet ist in seinem Tun Zeichen Seiner Liebe. Er bringt sie ins Wort.

Ob du Zukunft herbeisagen kannst?
Ob du Missstände anprangern und Hoffnung für Unterdrückte schüren kannst?
Ob du Gott verkünden kannst durch dein Tun?
Kurz: Ob du Gottes Liebe ins Wort bringen kannst?
Aber sicher doch!

Es muss kein Handeln von historischem Ausmaß sein, wie das des Martin Luther King. Es geht mehr um die Frage: Willst du werden, was du sein kannst? Willst du Prophet sein? 
Du kannst ruhig einfach Ja sagen. Ein deutlicheres, kleineres, schlichteres und zugleich größeres Wort für Liebe gibt es nicht. Trau dich ruhig.
Weil du es kannst, wenn du willst.
Das ist nicht dein Verdienst.
So hat Er dich geschaffen.“


Wie es weitergeht …

wird bei Fernsehserien am Ende einer Folge eingeblendet und eine Seh- und Hörprobe der Folgen wird präsentiert

Diese „Vorschau“ auf die Folgen ist auch alle Jahre wieder Thema der Neujahrsansprachen in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
Für die Welt ist die Aussicht eher düster, sodass der UN-Generalsekretär Antonio Guterres in seiner Neujahrsansprache „Alarmstufe Rot für unsere Welt“ ausrief. Und er zählt auf: Verschärfte Konflikte, die Rückkehr der Angst vor einem Atomkrieg, Klimawandel, wachsende Ungleichheit, Menschenrechtsverletzungen, zunehmender Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit …
Diese Liste ließe sich je nach Lebenswelt und Perspektive katastrophal erweitern, da die Folgen des fortschreitenden Klimawandels immer verheerender sichtbar und spürbar werden und bei wachsender Weltbevölkerung die landwirtschaftlich nutzbare Fläche eher geringer wird und zudem noch durch Dürre und Überschwemmungen für die Erzeugung von Nahrungsmitteln ausfällt.

Foto: Guido Schürenberg

Diese düsteren Prognosen werden durch die Bilder dieser ersten Tage des neuen Jahres noch unterstrichen: Hitzewelle und Brände in Australien, Kälterekorde in Nordamerika, Hochwasser in Europa und nicht zuletzt auch der Abriss des Immerather Domes zugunsten des Braunkohletagebaus.

Diese Zukunftsaussichten provozieren Gefühle von Ohnmacht, Sorge um unsere Lebensgrundlagen und die unserer Kinder und Enkel.

Wie können wir diese Welt lebenswert erhalten? Wie können wir sie zu einem Ort des „Guten Lebens für alle“ (Millenium-Ziel der Vereinten Nationen 2015)
Das südamerikanische Konzept des „guten Lebens“ („buen vivir“) verfolgt ein Gleichgewicht mit der Natur, die Reduktion von sozialer Ungleichheit, eine solidarische Wirtschaft und eine pluralistische Demokratie mit neuen Räumen zivilgesellschaftlicher Partizipation

Auch die rheinische Gelassenheit des „Et hätt noch emmer joot jejange“ („Es ist bisher noch immer gut gegangen.“) -Was gestern gut gegangen ist, wird auch morgen funktionieren– ändert ja nichts an der Situation, wie sie ist oder wie sie in naher Zukunft sich ereignet.

Es geht darum die eigenen Handlungsmöglichkeiten zu entdecken und sie zu tun –wenn wir wirklich etwas nachhaltig verändern wollen.

Bewusster mein Leben und die täglichen Routinen gestalten, verantwortlich konsumieren, verzichten, teilen, … das klingt wie ein Fastenaufruf – und das auf dem Höhepunkt der Karnevalszeit. Aber nur so setzen WIR den nachhaltigen Startpunkt für BUEN VIVIR ein „Gutes Leben für alle“ auf diesem wunderbaren Planeten Erde.              GS 9. Jan 2018

Spende deinen Segen, Gott,
über unsere Welt
und bleib uns treu
in allem, was geschehen kann.
Wir wollen unser Dasein
mit all seinen Sorgen und Freuden
empfangen aus deiner Hand.
Und wir erhoffen ein glückliches Leben,
hier und jetzt
und in Ewigkeit.

HUUB OSTERHUIS (Deine Güte umsorgt uns, Verlag am Eschbach 2001, S.74)


Zum Neuen Jahr

Möge dir ein jeder Tag
in all seinen Stunden,
seinen Minuten und seinen
unzählbar scheinenden Sekunden
von Augenblick zu Augenblick
gesegnet sein.
Möge dir die Zeit, die dich erwartet,
immer wieder neue Ideen
ins Herz buchstabieren,
damit sich dein Leben
spannungsvoll fortschreibt
wie ein lesenswertes Buch

Christa Spilling-Nöker, Jeden Augenblick segnen, Eschbach 2005 – S.261


Juli – Dezember 2017

Karneval – Juni 2017

Dezember 2016 – Februar 2017


September – November 2016

Mai – August 2016

Fastenzeit – Pfingsten 2016

Dezember 2015 – Februar 2016


Mai -November 2015

Fastenzeit und Ostern 2015

Januar und Februar 2015


Advent+Weihnachten 2014

August-November 2014

Juni – August 2014

Ostern – Pfingsten 2014

Fastenzeit + Ostern 2014

Januar+Februar 2014


Oktober – Dezember 2013

Juli – September 2013

Pfingsten bis Semesterschluss 2013

Karfreitag – Pfingsten 2013

Januar- April 2013 

Oktober bis Dezember 2012

 

Ein anderes Vater Unser
Im Nachgang zur Sommerschule mit sambischen und deutschen Studenten, bei der unter anderem das Thema “Globalisierung und privater Konsum” diskutiert wurde
Hagen Rether – Vater Unser

 

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