Unterbrechung-Mittendrin

5 Minuten Zeit für Besinnung, Meditation, Impulse
mitten am Tag, in der Mitte der Woche

Idee und Gestaltung: GUIDO SCHÜRENBERG – 4700124 – gs@aachen.de

Foto: Phillipp Becke

Gedenktage-Zufall

Der 19. November bringt 2 Gedenktage zusammen:

Welt-Toiletten-Tag: Ein gutes Drittel der Weltbevölkerung hat nicht die Möglichkeit eine Toilette aufzusuchen. Wenn solche hygienischen Sanitäranlagen fehlen, wirkt sich das negativ auf die Qualität des Trinkwassers aus. Außerdem begünstigt ihr Fehlen das Ausbreiten von Keimen, Viren und Bakterien durch das verunreinigte Wasser. Wenn es kein getrenntes Ableitungs- und Reinigungssystem für Fäkalien gibt, verrichten die Menschen ihre Notdurft im Freien, was zusätzlich auch dem Ansehen ihrer Heimat schadet. (Dieser Text wurde von www.kleiner-kalender.de entnommen)

Welttag der Armen: Papst Franziskus führte ihn ein zum Ende des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit. Der Gedenktag soll das Thema Armut als “Herzensanliegen des Evangeliums” stärker in den Blick rücken und zu einer Glaubenserneuerung in den Kirchengemeinden beitragen, „…es könne weder Gerechtigkeit noch sozialen Frieden geben, solange Arme vor den Türen der Christen lägen.“ Ob und wie sich der neue Welttag der Armen entwickelt, hängt von der Kirche und ihren Gläubigen ab.

Für mich haben diese Gedenken etwas mit Gerechtigkeit zu tun, mit der Erinnerung und Mahnung, dass Gerechtigkeit als Voraussetzung für Frieden eine der wesentlichen Aufgaben der menschlichen Gemeinschaft ist.

Die Opfer der Ungerechtigkeit werden von Jesus in der Bergpredigt „glücklich“ genannt und die Gewinnler werden zu Loosern im Reich Gottes der Gerechtigkeit und des Friedens:

Glücklich seid ihr Armen, denn euch gehört Gottes Reich. Glücklich seid ihr, die ihr jetzt hungern müsst, denn ihr sollt satt werden. …

Glücklich schätzen könnt ihr euch, wenn euch die Menschen hassen und aus ihrer Gemeinschaft ausschließen, wenn sie euch verachten und Schlechtes über euch erzählen, nur weil ihr zum Menschensohn gehört.

Doch wehe euch, ihr Reichen! Ihr habt euer Glück schon auf Erden genossen.

Wehe euch, die ihr jetzt satt seid! Ihr werdet Hunger leiden. Wehe euch, die ihr jetzt von allen Leuten umschmeichelt werdet, denn so haben es ihre Vorfahren auch schon mit den falschen Propheten gemacht. (Lk 6, 20-26)

Für die Armen und Unterdrückten eine Jenseits-Utopie, ein Nicht-Ort? Für uns „Reiche“ die Ideologisierung einer Looser-Religion?

Diese Gedenktage erinnern uns als „Weltbürger“ an unsere Verantwortung, die wir für eine lebenswerte Zukunft auf diesem Planeten haben, damit ALLE Menschen in Freiheit, Frieden und Würde leben können, eben für ein Gutes Leben, wie es die Weltgemeinschaft 2015 als Ziel beschlossen hat.
GS 19. Nov 2019

Es stärke dich Gott
das Richtige zu tun
gegen alle Stimmen
von rechts und von links
säuselnd oder drohend

aufzurichten
was zerstoßen ward
von dunklen Mächten
gegen das Lachen
der Spötter

Neues zu wagen
trotz blutender Hände
auszusprechen
was gefährlich ist
und schweigend zu warten
wo die Menge drängt

gegen das Verzagen
das Trotzdem zu setzen
und unbeirrt
das Rechte zu tun
das Er dir zeigt

Wilma Klevinghaus (jeden Augenblick segnen, Verlag am Eschbach 2005, S.226)

Krude* Zeit 2

Ich bin keiner, der so einfach zwischen den verschiedenen Gedenktagen und Events hin und her switchen kann, außerdem bin ich empfänglich für November-Blues.
Der 9. November, der Schicksalstag der Deutschen (u.a. 1923 Hitler-Putsch in München, 1938 Reichsprogromnacht an den Juden als Exzess des Gedenkens der”Märtyrer der Bewegung”, die beim Hitler-Putsch starben, 1989 Mauerfall) beschäftigt mich nachhaltig, insbesondere weil wir Deutschen offenbar anfällig sind für totalitäres Gedankengut und neue und alte Nazis folgsame Zuhörer und Follower finden.
Die Exkursion zur NS-Ordensburg Vogelsang mit Studierenden dokumentierte und verglich die perfiden Indoktrinations-Strategien der alten und neuen Nazis.
Und dann am10./ 11.November die “Sessionseröffnung” in Aachen und Köln: Überfüllte Züge mit kostümierten Jecken, die bereits um 8 Uhr morgens schon “vorglühten” und bis in die Abendstunden lautstark durch die Innenstädte zogen, obwohl doch eigentlich dort die Martinszüge unterwegs waren.
MARTIN (Gedenktag 11.November), römischer Soldat, der von seinem hohen Ross herunter stieg, um mit dem bettelnden Obdachlosen auf Augenhöhe zu sein und mit ihm zu teilen, das was für zwei reichte. Später wurde er Bischof von Tour.
In dieser TEIL-Tradition, die zum Wesenskern des Christenlichen gehört, steht auch die ungarische Königstochter ELISABETH (Gedenktag 19. November), die mit 14 Jahren verheiratete Gräfin von Thüringen, die sich vom Hl. Franziskus und seiner Jesusnachfolge inspirieren ließ. Wegen “Verschwendung” des familiären Vermögens und Geldes aus der Staatskasse, um Arme und Hungernde zu unterstützen wurden heftige Vorwürfe gegen sie aus der eigenen Familie erhoben, so dass sie nach dem Tod ihres Mannes an einer Seuche von ihrem Schwager mit ihren 3 Kindern vertrieben wurde. Die Königstochter wurde obdachtlosMit ihrem Witwenanteil am Familienvermögen, das sie auf Druck des Papstes dann doch noch erhielt, stiftete sie in Marburg ein Franziskus-Spital, in dem sie selbst als Pflegerin arbeitet. Sie starb mit 24 Jahren dort an einer Krankheit. Kurz vor ihrem Tod hatte sie noch ihre letzten Sachen verschenkt, um ähnlich wie Franziskus arm und von nichts und niemandem abhängig zu sterben.
Professor Schneidewind sagte bei der Auftaktveranstaltung zu unserer ökumenischen Veranstaltungsreihe SCHERBENHAUFEN, der WEG aus der Klimakrise sei in erster Linie eine ethisch-moralische Herausforderung. Um die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen zu verwirklichen -ein gutes Leben für alle Menschen auf diesem Planeten- bedarf es insbesondere in den reichen Gesellschaften eines Umdenkens, weg von den National-, Gruppen- und Individual-Egoismen zu einer Kultur des Teilens in der Weltgemeinschaft.
Nur mit einer solchen Haltung sei die GROSSE TRANSFORMATION, die die #fridaysforfuture Bewegung zu Recht fordert, möglich.
Die Gedenktage im November motivieren mich und provozieren mich zum Handeln. Da passt das Kirchenlied: JETZT ist die Zeit! JETZT ist die Stunde! HEUTE wird getan oder auch vertan worauf es ankommt …
GS 13. Nov 2019
*krude = roh, ungeschliffen, unfein, nicht kunstvoll, unkultiviert

Ermutigung zum
AUFBRUCH
Wenn Unwichtiges sich aufbläht
und das, was wirklich zählt, verdeckt,
dann wünsche ich dir den Mut,
innezuhalten
und den Dingen auf den Grund zu gehen.

Wenn Menschen hungrig, heimatlos
und unterdrückt bleiben,
während andere sich bereichern
und nur an ihren Vorteil denken,
dann wünsche ich dir den Mut,
dich für das Reich Gottes zu entscheiden.

Wenn du dich im Gewirr der Angebote
und Meinungen verlaufen
und eine falsche Richtung eingeschlagen hast,
dann wünsche ich dir den Mut,
umzukehren
und aufzubrechen in ein neues Leben.

Angela Lohausen, Früh-/ Spätschichten, Misereor Fastenaktion 2012

Gesellschaftlicher Klimawandel

Es gärt und manchmal explodiert es. Dann ist es mehr als Dampf ablassen. Es ist Gift spritzen.
Populisten und Demagogen von Links und Rechts missbrauchen unsere auf Meinungsfreiheit und Respekt aufgebaute gesellschaftliche Grundordnung.
In diesen Tagen gedenken wir der großen Demonstrationen in der DDR vor dem Mauerfall. Der Druck der Straße sollte dem unterdrückerischen, diktatorischen System ein Ende bereiten und Meinungsfreiheit, Menschenwürde, Demokratie, wirkliche Selbstbestimmung des Volkes bringen.
Die Wiedervereinigung gelang, aber forderte Opfer. Und 30 Jahre danach fühlen sich immer noch viele als Solche.
Das gesellschaftliche Klima wird rauher. Respektlosigkeit, Hate Speech, verbale Gewalt, Aggression bis hin zu körperlicher und lebensbedrohender Gewalt.
Die populistischen Hetzer stellen sich dar in der Tradition der “Wir sind das Volk” Bewegung der End 80er, ihre Sprache aber ist die der völkischen Bewegung der 30er Jahre – vor dem was folgt habe ich Angst. Angst davor, dass unsere Demokratie, unsere humanitären/ christlichen Werte nicht mehr common sense sind, sondern unsere Gesellschaft polarisiert und letztlich gespalten wird, dass Freiheit wieder in Diktatur und Unterdrückung umschlägt.
1993, also zu einer Zeit als der kalte Krieg beendet war, versuchte ein Weltparlament der Religionen unter dem Dach der Vereinten Nationen für die Menschenrechtserklärung von 1948 eine ethische Grundlage zu formulieren, denn
„Diese eine Welt braucht ein Ethos; diese eine Weltgesellschaft braucht keine Einheitsreligion und Einheitsideologie, wohl aber einige verbindende und verbindliche Normen, Werte, Ideale und Ziele.“ – Hans Küng, Das Projekt Weltethos
Die vertretenen 125 Religionen und religiösen Traditionen fanden diese Grundlage in der GOLDENEN REGEL, die in ähnlichen Formulierungen zum Grundbestand der Weltreligionen gehören. So im Christentum “Alles was Ihr wollt, dass Euch die Menschen tun, das tut auch Ihr Ihnen ebenso.” – Neues Testament, Matthäus 7,12
Von daher verpflichteten sich die Religionen auf vier Grundsätze:
Verpflichtung auf eine Kultur der Gewaltlosigkeit und der Ehrfurcht vor allem Leben,
Verpflichtung auf eine Kultur der Solidarität und eine gerechte Wirtschaftsordnung,
Verpflichtung auf eine Kultur der Toleranz und ein Leben in Wahrhaftigkeit,
Verpflichtung auf eine Kultur der Gleichberechtigung und die Partnerschaft von Mann und Frau.
Unsere polarisierte Gesellschaft braucht heute, 25 Jahre später, diese Selbstverpflichtungen als Common Sense, um Polarisierungen und Spaltungen zu überwinden und so die vielbeschworene europäische Wertegemeinschaft leben zu können für und in einem vereinten Europa, in einer freien Welt.
GS 5. Nov 2019

Führung im Nebel

Das Ritual der Schuldzuweisungen nach Wahlen unter den Spitzenpolitikern der Volksparteien ist wieder in vollem Gange und gleich sollen wieder Köpfe rollen:
“… Seit Jahren lege sich “wie ein Nebelteppich die Untätigkeit und die mangelnde Führung durch die Kanzlerin” über das Land, sagte Friedrich Merz dem ZDF. Das gesamte Erscheinungsbild der Bundesregierung sei “einfach grottenschlecht”. Er könne sich nicht vorstellen, dass “diese Art des Regierens in Deutschland” noch zwei Jahre so weitergehen könne. …” Zeit-Online 30.10.19
Ähnlich andere CDU-Spitzen. Und auch beim GroKo-Partner SPD ist Führungsbashing im freien Fall Ausdruck der Hilflosigkeit und Planlosigkeit gegenüber den in der Gesellschaft notwendigen Veränderungsmaßnahmen. – Oder sind diese Pauschalurteile doch nur Ausdruck der eigenen Machtgeilheit?
Die Bibel erzählt vor mehr als 3000 Jahren vom Aufbruch und Weg einer großen Gruppe Sklaven mit ihren Familien in ein besseres Land und eine aussichtsreiche Zukunft. Angeführt werden sie-aus denen später das Volk Israel entstehen soll- von einem Freiheitskämpfer, der im Affekt einen brutalen Sklavenaufseher erschlagen hat. Er (Moses), der von sich sagt, dass er ein Kommunikationsproblem hat, führt die Gruppe im Team mit seinem Bruder (Aaron), dem deshalb diese Kommunikation mit dem Volk übertragen wird und seiner Schwester (Mirjam), die für die Motivationsarbeit zuständig ist. Alle drei haben eine Vision von einem besseren Leben als Volk in einem “gelobten Land”, aber keinen Plan wie sie dieses erreichen wollen. Sie sollen dennoch das Volk zusammenhalten und führen. Dabei vertrauen sie auf die Führung und Hilfe dessen, der von sich sagt: Ich bin immer da bei Euch (Jahwe). Ich habe eure Not gesehen. Ich habe Euer Klagen über die Missstände im Land und bei eurer Arbeit gehört, ich kenne euer Leid! Deshalb führe ich Euch in die Freiheit und in ein gutes Land. Ihr werdet ein Volk sein. In dem Land werdet ihr gut mit all Euren Nachkommen leben können und auch die Fremden sollen sich bei Euch wohl fühlen. Und Ihr werdet eine friedliche und gerechte Zukunft für alle gestalten. (2. Buch Mose 3+4 und öfter)
Diese göttliche Zumutung nehmen Moses + Co. an im Vertrauen auf göttliche Hilfe, wie auch 3000 Jahre später Bundeskanzlerinnen und Ministerinnen immer noch geloben:
„Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“
Auch heutige Regierungen oder überhaupt Führungskräfte in Gesellschaft, Wirtschaft und auch Kirchen müssen die Lebenssituation der Menschen in den Blick nehmen,
ihnen zuhören, sich den Sorgen und Zukunftsängsten stellen und Maßnahmen, Wege für eine gute Zukunft für alle entwickeln, entsprechend entscheiden und konsequent auf den Weg bringen.
Göttliche Führung dazu können sie (warum nicht gemeinsam) erbeten. Dabei können sie der jüdischen Weisheit gewiss sein:
Der Mensch wird des Weges geführt, den er wählt (Talmuth)
GS 30. Okt 2019

Krude Zeit

ging es mir durch den Kopf, als ich die beigelegten Prospekte der Sonntagszeitung durchblätterte: Alle Discounter hatten Adventskalender (oder was sie sich so unter diesem Begriff vorstellen) im Angebot: Schokolade, Playmobil, Lego, … Und Mc Donalds hat vom 17.Okt -13. Nov Weihnachts-Countdown.
Wirklich eine krude (roh, ungeschliffen, unfein, nicht kunstvoll, unkultiviert) Zeit, wo die ganze Welt mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert ist, Handelskriege die Weltwirtschaft bedrohen, Autokraten und Diktatoren ihre eigene Bevölkerung unterdrücken, regionale Konflikte sich ausweiten, Egoismen und Nationalismen Gesellschaften spalten und Radikalisierungen in Haß und Anschlägen sich überall auf der Welt Bahn brechen.
Advent – in der christlichen Tradition Zeit der Vorfreude, des Wartens auf das Fest des Friedens und der Versöhnung, auf Weihnachten.
Soll unsere Aufmerksamkeit, unser Denken und Fühlen von der uns umgebenden Realität weg gelenkt werden, eingelullt mit Christmas Lullabay, um von den eskalierenden Katastrophen-Szenarien und den halbherzigen Politreaktionen darauf (Verwässerung der Klimaziele, kein Tempolimit auf Autobahnen, nur 10€ pro Tonne CO2, … ) abgelenkt zu werden, mit was Schönem, Wohligen, Unkomplizierten beschäftigt werden? Statt uns einzuschränken, aus dem Vollen schöpfen, uns was gönnen und sei es nur was Süßes und Spielzeug für die Kids, die bei fridays for future nicht nur ihre Klima-Zukunft einfordern?
Ursprüngliche eine Zählhilfe und ein Zeitmesser für die Zeit der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest, christlich die Geburt Jesu (daher auch Advent = Ankunft), wurde der Adventskalender schon einmal, in den Kriegsjahren 1941- 1944 unter dem Titel VORWEIHNACHTEN zum Instrument nationalsozialistischer Propaganda. Mit nationalsozialistischen SINNBILDERN, militärischen Inhalten, aber auch Back- und Bastelanleitungen diente zur Indoktrination der Jugendlichen. Die christlichen Rituale waren dagegen in dieser Zeit eher von der Lichtsymbolik geprägt.
Nach dem 2. Weltkrieg bediente die Bilderwelt der Adventskalender hinter den 24 Türchen die Sehnsucht nach der heilen Welt. Seit 1958 wurde er mit Schokolade gefüllt, um das Warten auf Weihnachten zu versüßen und seit einigen Jahren auch mit Kleinspielzeug, zur Vorbereitung der weihnachtlichen Geschenkeflut (s.o.)
Dem entgegen entdeckten die christlichen Verlage den Adventskalender als Geschichten- und Bastelkalender für Familien wieder und versuchen so die ursprünglichen Werte des Weihnachtsfestes als Fest des Teilens und des Friedens wieder in Erinnerung zu rufen.
Die christlichen Lesetexte in diesen Herbst-Wochen des kirchlichen Kalenders verbreiten ein eher apokalyptisch düsteres Bild vom Ende der Welt, passend zu den Zukunftsszenarien des Welt-Klima-Rates. Sie provozieren uns zur Entscheidung für das Gute, für ein lebenswertes Leben für alle auf diesem Planeten, zum Wiederstand gegen das Dunkle und für das Licht, das dann über die adventlichen Geschichten und die Lichtsymbolik in der wirklichen Adventszeit auf Weihnachten hin erzählt und gedeutet wird.
Also bitte alles zu seiner Zeit und mit Geschichten, die unsere Welt einen, weil sie Verständnis für einander schaffen und so Frieden und Versöhnung ermöglichen gegen das Dunkle, Zerstörerische in dieser, unserer Welt, ein Stück vom Himmel – und das nicht nur zur Advents- und Weihnachtszeit, sondern alle Jahre und immer wieder.
GS 22.Okt 2019

Das Original meines Lebens leben

Die Stadt hat sich wieder gefüllt, das Wintersemester hat begonnen und Aachen pulsiert, denn die Stadt lebt von und durch die hier Studierenden und den Wissenschaftsbetrieb der Universitäten.
Manche der Newcomer in Aachen brauchen noch einige Zeit der Orientierung, für viele von ihnen ist der Studienbeginn ein Schritt in die Selbständigkeit, ein neuer Abschnitt auf ihrem Lebensweg mit Chancen und Risiken, Hoffnungen und Befürchtungen, ein Neuanfang, eine ZuMUTung sie selbst zu sein, Raum zu haben, um sich zu entwickeln, anzukommen, Orientierung zu finden … ihren Weg zu gehen – das Original ihres Lebens zu leben.

GS 15. Okt 2019

Geh ruhig deinen Weg und wisse,
welchen Frieden die Stille zu schenken vermag.

Steh mit allen auf gutem Fuß,
aber gib dich selbst dabei nicht auf.
Sage deine Wahrheit immer ruhig und klar,
und höre die anderen an,
auch sie haben ihre Geschichte.

Wenn du dich selbst mit anderen vergleichst,
wisse, dass Eitelkeit und Bitterkeit dich erwarten,
denn es wird immer größere und geringere
Menschen geben als dich.

Sei immer du selbst – vor allem :
Heuchle keine Zuneigung, wo du sie nicht spürst.

Erwarte heilsame Selbstbeherrschung von dir.
Sei freundlich und sanft zu dir selbst.

Lebe in Frieden mit Gott,
wie du ihn jetzt für dich begreifst.

Was immer deine Mühen und Träume sind
in der lärmenden Verwirrung des Lebens –
nimm dir Zeit für deine Seele.

Du bist ein Kind.
du bist ein Original der Schöpfung.
Sei keine Kopie der Erwartungen, lebe als Original,
gehe deinen Weg,
lebe dein Leben.

Aus Irland

Entnommen aus:
Peter Müller, Meine Sehnsucht bekommt Füße, München 2009, 179.

Foto: Florian Esser

Dem Geld dienen

Der Klimastreik am Freitag, 20. September war ein tolles Mehr-Generationen-Erlebnis, das auch beim Rückweg an meinen Arbeitsplatz noch nachklang durch eine Gruppe Grundschüler: “Wir sind hier! Wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut!”
Während sich Millionen auf der Welt im Klimastreik verbanden, hat die GroKo aus dem versprochenen Klima-Paket zur Einhaltung der Pariser Klimaziele kein Klima-Päckchen, noch nicht einmal einen Brand-Brief sondern nur eine Post-Wurf-Sendung in Hochglanz gemacht.
Bei der UN-Klimakonferenz präsentierte Deutschland dann vertreten durch 4 Minister*innen, die in unterschiedlichen Flugzeugen angereist waren, dies als vorbildlichen Beitrag zur Umsetzung der Pariser Verpflichtungen von 2015. Kein Wunder, dass die sonst eher ruhige Greta Thunberg vor der versammelten Politiker*innenschar emotional und laut wurde.
Eine konsequente, zukunftsorientierte Klimapolitik wird uns von den Regierenden nicht zugemutet, weil Teilen und Verzicht unzumutbare, vielleicht weil christliche Werte sind.
Entsprechend traf der Schlusssatz des Sonntagsevangelium: “Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Geld!” (Lukas 16, 13)

Foto: Gudo Schürenberg – D-Day-Strand in der Normandie

Wer schreit hat recht?

Nach den Erfahrungen der NS-Zeit mit schreienden Demagogen, die mit ihren Hass-Tiraden das Volk in den Stadien, Theatersälen und Aufmarschplätzen aufwiegelten hat sich in der deutschen Gesellschaft ein Common Sense herausgebildet, der in dem Verhaltenscodex mündete “Wer schreit hat Unrecht!” Denn, wer gute Argumente hat braucht nicht zu schreien. Das Wort überreden spiegelt etwas von diesem Negativ-Verhalten.
Aber in unserer immer lauter und chaotischeren Gesellschaft gibt es oft gerade für Minderheiten wenig Möglichkeiten sich Gehör zu verschaffen. So wurde #Aufschrei zum Forum von Frauen, die sich sexistischer Übergriffe ausgesetzt fühlten. Der Aufschrei als kollektiver Ausdruck und Mittel der Einflußnahme und des Protestes gegen Willkür und gesellschaftliche Fehlentwicklung. Wir reden ja auch vom “heiligen Zorn” als Reaktion auf Unrecht.
Auch der oft als Softie beschriebene Jesus mit seiner Botschaft der Liebe hat offensichtlich solche Gefühlsausbrüche ausgelebt. Z.B. in der biblisch von allen Evangelisten bezeugten Szene im Jerusalemer Tempel, wo er die Geldwechseltische und Opfertier-Käfige der Händler umstösst, sie aus dem Tempel-Vorhof vertreibt und dies laut schreiend kommentiert: “Mein Haus soll ein Haus des Gebetes genannt werden. Ihr aber macht daraus eine Räuberhöhle.” Mt 21, 13
In der aktuellen, polarisierten Auseinandersetzung mit der rechtspopulistischen AFD wurde nun ausgerechnet der populäre Musiker Herbert Grönemeyer, der sich seit langem eindeutig und immer direkter in seinen Liedern, Konzerten und Interviews gegen Rechts agiert, wegen seines Schreiens von AfD- Spitzen wie Beatrix von Storch in die Nähe von NS-Demagogen wie Goebbels gerückt: “Das ist die furchterregendste, übelste, totalitärste Hassrede, die ich je gehört habe.”
Auslöser war eine Rede gegen Rechts während seines “Tumult”-Konzertes: “Es muss uns klar sein, dass auch wenn Politiker schwächeln, das ist in Österreich nicht anders als in Deutschland, dann liegt es an uns, zu diktieren, wie eine Gesellschaft auszusehen hat. Und wer versucht, so eine Situation der Unsicherheit zu nutzen, für rechtes Geschwafel, für Ausgrenzung, Rassismus und Hetze – der ist fehl am Platze.” Danach rief der Sänger dazu auf, “keinen Millimeter nach Rechts” zu rücken.
Einen solchen Aufschrei und solch eindeutige Positionierung wünsche ich mir öfter von denen, die wir als Stars der Pop-Kultur bezeichnen, denn “Euer Ja sei ein Ja und euer Nein ein Nein, alles andere ist vom Bösen” (Mt 6,37)
GS 17. Sept. 2019

Noch mal eben gut gegangen!

… sind die Reaktionen in den politischen Medien mit Blick auf die Wahlen in Brandenburg und Sachsen am vergangenen Sonntag.
Aber ist es gut, wenn fast ein Drittel der Wähler*innen -insbesondere Jüngere (22%)- eine Partei gewählt haben, die sich immer mehr als Gegner des demokratischen Parteiensystems der Bundesrepublik generiert, sich nationalistisch exponiert und zumindest deren rechter Flügel und seine Sprecher die Nähe zu Nazis suchen?
Ein regionales Phänomen? Ein Protest derjenigen, die sich “vom Westen” und der vermeintlich “Grünen Dominanz” (U 30 wählten 23 bzw 19% Grün) bevormunded fühlen?
Das wäre zu einfach und in dieser Kolumne, die religiös motiviert Anstösse zum Nachdenken geben will, fehl am Platz.
Mir fällt auf, dass unsere Gesellschaft offenbar keinen Wertekonsens mehr hat und damit die Integration der gesellschaftlichen Strömungen zunehmend schwerer fällt. Zwar wird auch von den nationalistischen Kräften in Europa immer wieder die jüdisch-christlichen Grundlagen der europäischen Gesellschaft betont, aber nie gesagt, was darunter zu verstehen ist. In der Regel ist diese vermeintliche Basis oder dies Europäische Wertepostulat nämlich nicht integrativ, sondern ausgrenzend gemeint.
Jesus war mit seiner Radikalisierung der jüdischen Gesellschaftsordnung revolutionär und auch spaltend. Aber er stellte die Grundwerte, wie die 10 Gebote nicht in Frage, sondern forderte im Gegenteil seine Zuhörer und Jünger auf sie wirklich radikal zu leben, insbesondere die unbedingte Nächsten- und Feindesliebe. Eine weitere Tugend , die Jesus lebte war das Teilen.
Unsere Gesellschaft täte gut daran sich auf ihre jüdisch-christlichen Grundwerte, die auch von Muslimen wesentlich geteilt werden, zu besinnen und sie zum Masstab gesellschaftlichen und politischen Handelns zu machen. Nur dann werden wir in der Lage sein die anstehenden Herausforderungen des Klimawandels, einer gerechten Weltordnung und des internationalen Friedens anzugehen.
Das “Gebet der Vereinten Nationen” ( Prayer To GOD OF THE FREE by Stephen Vincent Benét -1942) bietet eine solche globale richtungweisende und integrative Vision eines “Guten Lebens für alle” als freie Menschen mit einem Gott, der unsere Freiheit will.
GS 5. Sept. 2019

Gott der Freien, wir verpflichten unsere Herzen und Leben heute der Sache der gesamten freien Menschheit.
Gewähre uns Sieg über die Tyrannen, die alle freien Menschen und Nationen versklaven würden. Gewähre uns Glauben und Verständnis um all jene zu ehren, die für Freiheit kämpfen, als wären sie unsere Brüder. Gewähre uns Brüderlichkeit in Hoffnung und Einheit, nicht nur für die Zeit dieses bitteren Krieges, sondern für die kommenden Tage, die alle Kinder der Erde vereinen werden und müssen.
Unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns Mut und Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst stolz den Namen Mensch tragen.*
Der menschliche Geist ist erwacht und die Seele des Menschen ist ausgezogen. Gib uns die Weisheit und die Vision, die Größe des menschlichen Geistes zu verstehen, der für ein Ziel jenseits seiner eigenen kurzen Spanne so enorm leidet und erträgt. Gib uns Ehre für unsere Toten, die im Glauben gestorben sind, Ehre für unsere Lebenden, die nach dem Glauben streben und für ihn arbeiten, Erlösung und Sicherheit für alle gefangenen Länder und Völker. Schenke uns Geduld mit den Verblendeten und Mitleid mit den Betrogenen. Und gib uns die Fähigkeit und den Mut, die die Welt von Unterdrückung reinigen sollen und der alten Doktrin, dass die Starken die Schwachen essen müssten weil sie stark sind.
Doch vor allem gewähren uns Brüderlichkeit, nicht nur für den heutigen Tag, sondern für alle unsere Jahre – eine Brüderlichkeit nicht der Worte, sondern der Handlungen und Taten. Wir alle sind Kinder der Erde – gewähre uns einfach Wissen. Wenn unsere Brüder unterdrückt werden, dann werden wir unterdrückt. Wenn sie hungern, hungern wir. Wenn ihnen die Freiheit genommen wird, dann ist unsere Freiheit nicht sicher. Gib uns einen gemeinsamen Glauben, dass der Mensch Brot und Frieden kenne – dass er Recht und Gerechtigkeit, Freiheit und Sicherheit, gleiche Möglichkeiten und gleiche Chancen sein Bestes zu tun, nicht nur in unseren Heimatländern, sondern in der ganzen Welt. Und in diesem Glauben lass uns auf die reine Welt zumarschieren, die unsere Hände erschaffen können. Amen.
* Ausschnitt veröffentlicht im Gotteslob 20,1

CRISIS? – What Crisis?

Anflug von Retro-Romantik anlässlich 50 Jahre Woodstock-Festival. Meine Schallplattensammlung aus den 70ern durchgeschaut. Neben anderen lange nicht gehörten Schätzchen, das Album der britischen Rockgruppe SUPERTRAMP von 1975 mit dem Titel CRISIS? WHAT CRISIS? wiederentdeckt. Aufgenommen unter dem Eindruck der 1. Ölkrise. Diese demonstrierte die Abhängigkeit der Industriestaaten von fossiler Energie, insbesondere von fossilen Treibstoffen. Einerseits führte diese Krise zu drastischen Energiesparmaßnahmen und gleichzeitig förderte sie die Sensibilisierung breiter Schichten für unsere Abhängigkeit von endlichen Rohstoffen auf diesem Planeten, auf die parallel der Club of Rome 1974 verwies mit der Studie “Die Grenzen des Wachstums”
Die Krisenszenarien sind längst weltweit spürbare Wirklichkeit geworden, aber Ignoranz und Schuldzuweisung sind nach wie vor da. “Die Araber” (Ölkrise) sind in der Krisenverursacheridentifikation zu “die Afrikaner” geworden, die Wälder abholzen und verbrennen zur Energiegewinnung (Clemens Tönnies, Fleischfabrikant und Aufsichtsratvorsitzender des Schalke 04) und so den CO2 Kollaps beschleunigen.
Krise kommt aus dem Griechischen und bedeutet eine „schwierige Situation, Zeit, die den Höhe- und Wendepunkt einer gefährlichen Entwicklung darstellt“ (Duden) und leitet sich von “Entscheiden” ab. Es sind also Entscheidungen zu fällen, um die Klimakatastrophe abzuwenden. Stattdessen wiegeln wir ab, sind nicht zuständig, prokrastinieren in der Hoffnung, dass irgendwie, irgendwem schon eine Lösung einfällt die Katastrophe aufzuhalten.
Damals wie heute sind es die Jugendlichen, deren Zukunft auf dem globalen Spiel steht, die ihren Protest laut hinausschreien und singen. Sie fordern die Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf, endlich zukunftsfähige und -sichernde Entscheidungen zu fällen und Verantwortung zu übernehmen. Die Unterstützung liefern Wissenschaftler und Künstler. Trotz Hatespeech und Hetze in social media ist auch bei future-Demos und -Camps “Love, Peace and Understanding” das, was die Bewegung stärkt und trägt für eine lebenswerte Zukunft für uns alle. Und die alte Hymne LET IT BE -damals gesungen von der Ikone der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung Joan Baez- gibt (fast schon religiöse) Kraft in der Krise durchzuhalten und sein, das Leben zu leben.                                       GS 20. August 2019


Zukunftskunst

braucht es, wenn der Umbau zu einer sozial und ökologisch gerechten Welt noch gelingen soll – sagt Prof. Uwe Schneidewind, Leiter des Wuppertaler Instituts für Klima, Umwelt, Energie in seinem Buch “Die große Transformation” (Frankfurt 2018).
(Seine Thesen dazu wird er auch am Mi 6. November im Audimax bei einer gemeinsamen Veranstaltung von KHG und ESG erläutern.)
Zukunftskunst
das ist Gestaltungswille und -fähigkeit, Kreativität, Möglichkeiten entdecken und nutzen angesichts einer Weltsituation, die gekennzeichnet ist durch vielfältige Krisen, die zeitgleich, grundlegend und nachhaltig angegangen werden müssen:
Der Klimawandel und seine unumkehrbaren Folgen wie Hitzewellen, Unwetter, Klimazonenverschiebungen, Überschwemmungen, Dürrekatastrophen, Missernten, Wassermangel, Klimaflüchtlingen …
Dazu kommen kriegerische Konflikte, Handelskriege, zunehmend nationalistische und populistische Bewegungen, die versuchen die Weltgemeinschaft zu spalten, die globale Verantwortung zu verleugnen und das gesellschaftliche Klima zu vergiften.

Die biblischen Geschichten erzählen von ökologischen und menschlichen Katastrophen und von den Versuchen der Menschheit unabhängig von Gott, der nach jüdischer, christlicher und muslimischer Überzeugung der Schöpfer der Welt ist und diese den Menschen als Lebensraum geschenkt hat, diese Welt nach ihren egoistischen Vorstellungen zu gestalten – und ihrem nachhaltigen scheitern.
In der biblischen Erfahrung dagegen sind gesellschaftliche Transformationen dann erfolgreich, wenn die sie gestaltenden Menschen sich von Gott getragen wissen und auf ihn vertrauend in Gemeinschaft von Gleichgesinnten ihre Lebenswelt reformieren, so wie sie von ihrem Schöpfer gedacht war.
Prophetische Mahner*innen und mit ihnen sich solidarisierende Bewegungen fordern die große Transformation, Denker und Wissenschaftler stellen Lösungsmöglichkeiten vor. Der gesellschaftliche Konsenz, dass die Transformation notwendig ist, ist in der Weltgemeinschaft und in den einzelnen Staaten weitgehend vorhanden. Was fehlt ist die Bereitschaft zum Verzicht als Konsequenz – und der Glaube an den mittragenden, weil liebenden und deshalb solidarischen Gott.                   GS 13. August 2019

Herr, unser Schöpfer,
gesegnet hast du deine Geschöpfe,
Menschen und Tiere,
aus deiner Hand kommen sie und wir.
Deine Liebe hat uns zusammengebracht.
Wir haben uns von dir entfernt
und darum die Mitgeschöpfe preisgegeben
an Willkür, Ausbeutung und Experiment.

Herr, dein Segen bringe uns wieder zusammen.
Lass uns den Regenbogen erkennen,
der über uns und sie gespannt ist.
Mache uns wieder dankbar für dein Geschenk;
öffne uns die Augen für den Reichtum dieser Erde.

Segne uns durch neues Staunen.
Lass uns auf die Sprache achten,
die Bruder und Schwester Tier sprechen,
lass uns achten auf die Sprache
von Pflanzen, Blumen und Bäumen.

Segne uns durch neue Freude über alle Geschöpfe
und halte uns verbunden in dir.

Eberhard Röhrig (Jeden Augenblick segnen, Verlag am Eschbach 2005, S.198)


ZEIT: nehmen und geben

Jetzt zum Ende des Schuljahres und am Ende des Semesters wird sie wieder knapp – die Noch-Zeit. “… nur noch bis…” macht Druck. Für die einen positiv, weil das ihre Kreativität und Konzentration auf das Wesentliche fördert, die Anderen sind blockiert, geraten in Panik. Aber die Aufgabe ist jetzt dran.
Manches mit dem wir uns auseinandersetzen müssen kommt zur “Unzeit”, manches wirkt zeitlos.
Ist nicht alles was mit uns zu tun hat, was uns umgibt, Zeit gebunden, messbar, fühlbar … meine Zeit?
Ich kann sie mir nehmen sie nutzen, sie gestalten, ich kann Zeit geben, vergehen lassen, sie vertreiben, geniessen, … und rückblickend feststellen: es war eine gute Zeit oder eine schlechte Zeit – meine Zeit!
Egal ob Arbeitszeit oder Freizeit, es ist meine Zeit und diese Zeit strukturiert unser Leben: LEBENSZEIT
Also: CARPE DIEM*                                      GS 9. Juli 2019

Alles hat seine Zeit, alles auf dieser Welt hat seine ihm gesetzte Frist:
Geboren werden hat seine Zeit wie auch das Sterben.
Pflanzen hat seine Zeit wie auch das Ausreißen des Gepflanzten.
Töten hat seine Zeit wie auch das Heilen.
Niederreißen hat seine Zeit wie auch das Aufbauen.
Weinen hat seine Zeit wie auch das Lachen.
Klagen hat seine Zeit wie auch das Tanzen.
Steine zerstreuen hat seine Zeit wie auch das Sammeln von Steinen.
Umarmen hat seine Zeit wie auch das Loslassen.
Suchen hat seine Zeit wie auch das Verlieren.
Behalten hat seine Zeit wie auch das Wegwerfen.
Zerreißen hat seine Zeit wie auch das Flicken.
Schweigen hat seine Zeit wie auch das Reden.
Lieben hat seine Zeit wie auch das Hassen.
Krieg hat seine Zeit wie auch der Frieden.

Wer weise ist, weiß, welches Verhalten zu welcher Zeit richtig ist.
Denn in jeder Situation gibt es die richtige Zeit für die richtige Entscheidung.
(Kohelet 3, 1-8 und 8, 5-6)
—————-
* Carpe diem
Der lateinische Sinnspruch carpe diem, der sich mit Pflücke den Tag und Genieße den Tag übersetzen lässt, geht auf die Ode An Leukonoë zurück, welche vom antiken Dichter Horaz um 23 v. Chr verfasst wurde. In der letzten Verszeile der Odenstrophe findet sich die bekannte Wortfolge. Diese stellt einen Appell dar, die knappe Lebenszeit zu genießen und nicht auf morgen zu verschieben. Der Ausspruch ist zum geflügelten Wort geworden und wird teilweise auch als Nutze den Tag wiedergegeben.


Sage NEIN

Da paradieren sie wieder mit einer Mischung aus Demo und Karnevalsumzug durch die Strassen der Welt-Städte und solcher, die sich dafür halten. Schrill und bunt demonstrieren sie für die Freiheit so zu sein, wie sie sind und leben möchten: CSD-Pride
50 Jahre nach einem willkürlichen und gewaltätigen Polizeieinsatz gegen Homosexuelle und Transgender im Stonewall, einer Szenekneipe in der New Yorker Christopher Street im Stadtviertel Greenwich Village sind diese jährlichen Demonstrationen nicht nur Ausdruck eines gewachsenen Selbstbewusstseins, sondern auch Mahnung, dass überall auf der Welt die Freiheit selbstgewählter, authentischer Lebensentwürfe und Lebensweisen bedroht ist, ja sogar verboten ist.
Das ist nicht nur eine Frage der sexuellen Orientierung, sondern auch des weltanschaulichen/ religiösen Bekenntnisses, sowie der politischen Überzeugung.
Diese Freiheit, dieses Menschenrecht der Selbstbestimmung ist die Grundlage unserer Gesellschaft – und sie ist bedroht!
Wie bedroht kann man den Hatespeech-Kommentaren auf entsprechende Nachrichten und Berichte im Netz entnehmen. Und nur wenige Journalisten, Politiker, Promis , … haben die sprachlichen Möglichkeiten und das Standing dem was entgegen zu setzen, wie die ZdF-Moderatorin Dunja Hayali oder Grünen-Politikerin Claudia Roth.
Wir alle sind gefordert diese bedrohte Freiheit, unsere Freiheit zu verteidigen. Und das beginnt mit einem NEIN.
Jeder von uns soll und kann NEIN sagen überall da und immer dann wo menschliche Freiheit bedroht, Nationalismen das Wohl aller Völker bedrohen, Menschen diskriminiert werden, Terror und Krieg als Mittel nationaler Politik auch nur gedacht werden, Religionen missbraucht werden, um Unrecht, Ausbeutung, Unterdrückung und Terror zu legitimieren, Rassismus zum Alltagsverhalten wird: Dann gibt’s nur eins – Sage nein! (Wolfgang Borchert 1947)
Mit einem solchen NEIN sagen wir gleichzeitig JA zu einem guten Leben für alle und setzen uns ein für eine lebenswerte Zukunft.

GS 3. Juli 2019


Sommerlust und Klimafrust

Wir saßen unter einem 100 Jahre alten Walnussbaum in unserem Garten, umgeben von Blumen und Obstbäumen, um einen interkulturellen Freiwilligen-Austausch vorzubereiten. Sommeridylle mit leichter Brise und angenehmem Klima. Menschen unterschiedlicher Herkunft und kulturellen Wurzeln: Afrika, Asien, Europa; Menschen im Alter von 21 bis 64 Jahren, Menschen mit unterschiedlichen Berufs- und Zukunftsperspektiven, in unterschiedlichen Lebensphasen und mit unterschiedlichen Erfahrungen, alle verbunden im Engagement für eine Welt, in der alle Menschen gut leben können.
Wir sitzen im Schatten eines Baumes, der einen Krieg (fast) unbeschadet überstanden hat, unter dem vier Generationen gelebt, gearbeitet, gespielt und sich an ihm erfreut haben. Seine Blätter und sein Stamm haben in diesen hundert Jahren fast eineinhalb Tonnen CO2 gebunden.
Der Baum steht nur noch einen Kilometer vom Tagebau entfernt. Der Braunkohle-Staub legt sich auf die Blätter, die Pumpen des Tagebaus nehmen ihm das Wasser weg: Seine Blätter wachsen nicht mehr so dicht und werden schneller braun.
Nur der Flug einer Freiwilligen in ihr Einsatzland im südlichen Afrika stösst dreimal soviel CO2 aus wie der Walnussbaum unter dem wir sitzen in 100 Jahren gebunden hat. Vor 15 Jahren, als zwei der unter dem Baum sitzenden ihre Afrikareise planten, haben wir uns darüber keine Gedanken gemacht. Heute sind wir mehr als sensibilisiert für diese Schattenseite unseres Engagements und der spürbare u.a. durch unseren CO2 Ausstoss verursachte Klimawandel, führt gerade im afrikanischen Partnerland zu Extremwetter und dauerhaften Ernteausfällen.
Eine der unter dem Baum Sitzenden, eine ehemalige Freiwillige, erzählt von ihren Erfahrungen und ihrer Motivation an den #fridaysforfuture-Demonstrationen teilzunehmen und von der Demo im Tagebau Hambach.
Mein Blick fällt auf einen kleinen Feigenbaum, der auch im Schatten des Walnussbaumes wächst und mir fällt ein, dass Jesus seinen Freunden von den kommenden Tagen der Entscheidung für das richtige Tun gesprochen hat. Und davon, dass Gott es gut mit denen meint, die auf ihn vertrauen, auch wenn alles um sie herum zusammenbricht. Gefragt, woran man diese kommende Zeit, die Endzeit erkennen kann, verweisst er auf den Feigenbaum:
“Lernt nun etwas vom Feigenbaum: Wenn seine Knospen weich werden und seine Blätter zu sprießen beginnen, wisst ihr, dass der Sommer vor der Tür steht, auch ohne dass man es euch sagt.” (Mk 13,28)
Zeit konsequente Entscheidungen auch gegen wiederständige Interessen zu fällen und zu handeln – jetzt!
GS 25. Juni 2019

Wenn Unwichtiges sich aufbläht
und das, was wirklich zählt, verdeckt,
dann wünsche ich dir den Mut,
innezuhalten
und den Dingen auf den Grund zu gehen.

Wenn Menschen hungrig, heimatlos
und unterdrückt bleiben,
während andere sich bereichern
und nur an ihren Vorteil denken,
dann wünsche ich dir den Mut,
dich für das Reich Gottes zu entscheiden.

Wenn du dich im Gewirr der Angebote
und Meinungen verlaufen
und eine falsche Richtung eingeschlagen hast,
dann wünsche ich dir den Mut,
umzukehren
und aufzubrechen in ein neues Leben.

Angela Lohausen/ Guido Schürenberg – MISEREOR Fastenaktion 2017


Zuspruchs-Voll

Ambitioniert, aber realisierbar fanden die Vertreter der Staatengemeinschaft ihre Klimaschutzziele, die sie im Abkommen von Paris im Dezember 2015 festschrieben.
Der Begeisterung über diese weltweite Einigung folgte bald die Ernüchterung bei der Übernahme dieser Ziele in die nationale Politik. Auch die deutsche Regierung blieb bisher hinter den europäischen Klimazielen zurück.
Die erwarteten Zumutungen für Wirtschaft und Gesellschaft scheinen zu wenig verträglich zu sein, als dass dem ambitionierten Aufbruch in eine CO2 neutrale Zukunft -diese ist u.a. eine Voraussetzung der Begrenzung der Erderwärmung auf 2°C- denn nun auch konkrete und konsequente Taten in einem vertretbaren Zeitraum folgen würden.
Den dringenden Handlungsbedarf und die konsequente Umsetzung der Vereinbarungen fordern die ein, deren Zukunft gefährdet ist: Pazifische Inselstaaten, die Bewohner der Polarregionen – und Jugendliche aus aller Welt, die in der #fridaysforfuture-Bewegung, unterstützt durch Wissenschaftler*innen, Eltern und Lehrer*innen die Gesellschaft zu radikalem Umdenken, zur Transformation unserer Wirtschaft und Industrie auffordern.
Ignoranz, Abwehr, lächerlich machen sind die fast schon hilflos wirkenden Reaktionen der Mächtigen in solch bedrängenden Situationen der Weltgeschichte und es braucht Zuspruch, Mut und ein starkes Standing dennoch einzustehen und aufzustehen für ein “Trotzdem”:
Vor mehr als 3000 Jahren erfährt ein wegen Totschlags eines Sklaventreibers Verfolgter, am Pharaonenhof wie ein Sohn ausgebildeter Israeli mit Namen Moses den Anruf und Zuspruch eines Gottes, der sich als “Ich bin da” (Jahwe) bezeichnet. Moses, der bisher nur den Gott-König Pharao kannte und dessen menschenverachtende Grausamkeit seinem Volk, wie seinen Feinden gegenüber, fragt deshalb, wer denn dieser Ich-bin-da sei. Er erhält die Antwort, dass Ich-bin-da der Gott Israels ist und schon immer das Volk Israel begleitet hat. Er ist der Gott, dem es vertraut, mit dem es gerungen hat. “Ich habe das Elend meines Volkes gesehen, ich kenne ihr Leid” Und dann beruft und beauftragt der Ich-bin-da Gott Moses als Protagonisten des erlösenden Aufbruchs in eine ungewisse Zukunft und verheisst ein Land, einen Zustand, in dem es sich gut leben lässt, in Freiheit, Liebe und Gerechtigkeit.
Moses versucht den Auftrag loszuwerden, verzwergt seine charismatischen Führungsqualitäten, ….
Als alle Argumente und Vorbehalte nicht ziehen, nimmt er die Aufgabe an, nachdem ihm zugesichert wird, dass nicht nur Gott bei ihm ist, sondern er im Team mit charismatischen Frauen und Männern seines Vertrauens den Auftrag ausführt. (Exodus 3,1 – 4,17)
Der Zuspruch Ich-bin-da erging in der Geschichte immer wieder zum Wohl der Menschheit. Angesichts der großen Herausforderungen der Jetzt-Zeit bewirkt er Solidarität, Achtsamkeit, Selbstbesinnung, Mut zur Veränderung, Aufbruch, … , wenn wir uns diesem Zuspruch vertrauensvoll stellen als Verbraucher*innen, als Politiker*innen, als Wirtschaftslenker*innen, als Zukunft-Gestaltende Menschen!

Ermutigung:

Wenn du dir die Hände
nicht schmutzig machen willst
und dir einredest,
dass genug andere Menschen aktiv werden könnten,
dann wünsche ich dir den Mut,
dich für die Wahrheit zu entscheiden.

Wenn du merkst,
dass Menschenrechte mit Füßen getreten werden,
dann wünsche ich dir den Mut,
dich einzumischen
und Partei zu ergreifen für ein Leben in Würde.

Wenn du erkannt hast,
was auf dem Spiel steht,
aber vor den damit verbundenen Hindernissen zurückschreckst,
dann wünsche ich dir den Mut,
über deinen Schatten zu springen.

Angela Lohausen/ Guido Schürenberg – Früh-/ Spätschichten – Misereor Fastenaktion 2017


Risiko:Geist

Am vergangenen Sonntag feierten die Christen das Fest der Begeisterung einer kleinen Gruppe verunsicherter-weil immer-noch-nicht-fassen-können-was-eigentlich-passiert-ist Freund*innen und Anhänger*innen Jesu. Sie hatten ihn als Propheten kennengelernt und als von Gott gesandten Erlöser geglaubt. Dann war er von der römischen Besatzungsmacht auf Denuntiation und Drängen der Religionsführer als Revolutionär abgeurteilt und hingerichtet worden. Ein Schicksal, das auch ihnen drohte, wenn sie die Botschaft vom Gottesreich der Gerechtigkeit und Liebe weiterhin verbreiteten.
Deshalb hatten sie sich eingebunkert, lebten aus der Erinnerung ihrer zerstörten Hoffnungen und Träume. In diese depressive Stimmung hinein werden sie alle erfasst von einer Euphorie, einem Feuer der Begeisterung, das man ihnen offensichtlich ansieht und sie durcheinander reden lässt in unterschiedlichen Sprachen, aber offensichtlich auch für Außenstehende verständlich, “wie der Geist es ihnen eingab” (Apg 2). Dieses lautstarke, begeisternde Chaos hatte auch eine unüberhörbare Außenwirkung, sodass die aus aller Welt zum Schawuot-Fest zusammen gekommenen Juden aufmerksam wurden und schaulustig zusammenliefen. Die Gaffer sind erstaunt, dass sie alle, obwohl unterschiedlicher Sprache und Herkunft, die Botschaft von der Güte Gottes und seines Handelns zum Wohl aller Menschen verstehen. Angesichts dieses Phänomens beginnt sofort die Meinungsmache: Die sind ja besoffen oder haben was geraucht!
Da die Begeisterung aber nunmal öffentlich geworden ist, braucht es eine Erklärung durch den Gruppensprecher Petrus: Es erfüllt sich an den frustrierten und verängstigten Jüngern eine prophetische Prophezeiung, mit der die Endzeit beginnt, die Zeit der Entscheidung für oder gegen Gottes Willen und sein Angebot in einer Welt, in seinem Reich der Gerechtigkeit der Liebe und des Friedens für alle Völker zu leben nach den Regeln, die Jesus in der Bergpredigt grundlegend verkündigt hatte und konsequent gelebt hat.
Diese Begeisterung der Jünger, die sie befähigt hat die Botschaft Jesu weiterzusagen, ist sozusagen der Geburtstag kirchlicher Verkündigung, da sich die christlichen Kirchen ja in der Tradition dieser Jüngergemeinschaft verstehen.
Also feiern wir jedes Jahr diesen Anfang öffentlicher Verkündigung, Deutung des Zeitgeschehens auf Gott hin und das Vertrauen, dass Gott es gut mit uns meint.
Die Frage an uns, wenn wir uns auch in dieser Tradition verstehen ist doch: Spüren wir diese Begeisterung immer noch oder sind wir eher wieder in der Depression und bunkern uns ein in unseren prachtvollen Kirchen und finanziell abgesicherten Institutionen? Welches Pfingstereignis könnte uns heute daraus hervorlocken risikobereit und provozierend lautstark für die christliche Botschaft der Liebe auf- und einzutreten?
Ich wünschte mir in dieser (Kirchen-)Situation die Risikobereitschaft und Überzeugungskraft zu haben wie Petrus vor dem Religionsgericht des Hohen Rates der Juden und mir nicht den Mund verbieten zu lassen: “Wir können nicht schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben!” (Apg 4,20)

GS 12. Juni 2019

Es segne uns der Geist,
der war und ist,

dass wir
als Gewordene werden,
wozu wir gemacht sind,
als Geliebte lieben,
die ungeliebt sind,
als Beschenkte beschenken,
die gabenlos sind,
als Gerufene rufen,
die keiner sonst ruft,
als Entfachte entfachen
das Feuer der Liebe,
entzündet aus ihm.

Wilma Klevinghaus (Jeden Augenblick segnen, Verlag am Eschbach 2005, S. 112)


Das Risiko der unbequemen Mahner*innen

Da wird der Parteivorsitz der SPD plötzlich als “riskantester Politikjob” (Zeit-Online) bezeichnet.
Was macht einen Parteivorsitz risikoreich?
Ist es die Aufgabe der Integration und Leitung? Die Abhängigkeit von Stimmen und Stimmungen der Basis? Der Druck, geradezustehen für eine Politik, die von der Regierung gemacht wird? …
Oder ist dieser Job risikoreich, weil er erfordert “unbequeme Wahrheiten” zu verkünden und eine Vision von Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität (Schrift am Eingangsportal der Parteizentrale) zu haben, aufrecht zu erhalten und immer wieder neu zu verkünden? Damit macht man sich nicht nur unbeliebtbei den (Volks-)Genossen und Glaubensgeschwistern, sondern läuft auch Gefahr gehasst, gestalkt, vertrieben, verfolgt, ja sogar mit dem Tode bedroht zu werden
Die Propheten in den biblischen Schriften des Alten Testamentes gingen dieses Risiko immer wieder ein, als unbequeme Mahner, als Deuter des Weltgeschehens und Erinnerer der göttlichen Gesetze. Sie verkündeten die Vision einer von Gott inspirierten und durch die Geschichte solidarisch begleiteten Volksgemeinschaft, die sich als Gottes auserwähltes Volk sah und zu einem Leben in Freiheit und Gerechtigkeit berufen war.
Diese Männer -und nur diese dokumentierten oder ließen von ihren Schülern ihre Botschaft niederschreiben, wobei die Geschichte des Volkes Israel auch prophetische Frauen wie Mirjam, die Schwester des Mose, die gleichberechtigt mit ihren Brüdern Mose und Aaron das Volk leiteten kennt- waren Leute aus dem Volk (griechisch Laos = Laien) keine Priester oder angestellte Hofpropheten.
Das gab ihnen existenzielle Freiheit, machte die Aufgabe aber schwieriger, weil Ihnen der Zugang zu den Kommunikationszentren und -Medien des Königreiches verwehrt war. Sie verkündeten also ihre Botschaft in den Zentren des Reiches auf den Versammlungsplätzen und Treffpunkten. Unermüdlich erinnerten sie an die Befreiung aus der Sklaverei und dass sich das Volk Israel und seine politischen Führer damit Gottes Führung und dem Leben nach den göttlichen Geboten verpflichtet hatten. Stattdessen wandten sich diese anderen Göttern zu, etablierten ausbeuterische Strukturen und handelten autokratisch.
Amos, ein Schafzüchterzüchter, verkündet daher im Auftrag Jahwes, des Gottes, der immer bei seinem Volke ist:

Ich, der HERR, fordere euch Israeliten auf: Kommt zu mir zurück, dann bleibt ihr am Leben! Ihr treibt mit der Gerechtigkeit Schindluder, ihr tretet das Recht mit Füßen! Ihr hasst jeden, der vor Gericht für das Recht eintritt, und wer die Wahrheit sagt, den verabscheut ihr. Von den Ärmsten nehmt ihr Pachtgeld und verlangt auch noch Getreideabgaben.
Ja, ich weiß, wie viele Verbrechen ihr begangen habt und wie groß eure Schuld ist. Ehrliche Menschen bringt ihr in Bedrängnis, ihr nehmt Bestechungsgelder an und lasst die Armen vor Gericht nicht zu ihrem Recht kommen.
Wer klug ist, der schweigt in dieser schlimmen Zeit.
Setzt euch für das Gute ein, allem Bösen aber kehrt den Rücken! Dann werdet ihr leben, und der HERR, der allmächtige Gott, steht euch bei.
Ja, hasst das Böse, liebt das Gute! Verhelft vor Gericht jedem zu seinem Recht! Vielleicht erbarmt sich der HERR, der allmächtige Gott, doch noch über euch. (Amos 5)

Die Propheten waren nicht korrumpierbar. Man konnte sie Einsperren, Foltern, sie isolieren, mit dem Tod bedrohen, aber in ihrer Botschaft waren sie unbeirrbar und mutig, um den Willen Gottes zu verkünden, auch wenn sie manchmal an der Ignoranz von Volk und Machthabern verzweifelten.
Dieses Standing und dieses Gottvertrauen auf göttliche Führung, der für die Menschheit ein Leben in Fülle will Joh 10,10) wünsche ich mir für die Mahner und Verkünder unbequemer Wahrheiten, für die Visionäre und Verantwortungsträger. Risikoreich sind unsere Entscheidungen für die Zukunft ohnehin.

GS 5. Juni 2019


33 und 102

Zwei Zahlen aus den Headlines der vergangenen Woche, die die Relevanz von Institutionen für das Leben der Menschen ausdrücken:
33% der 18-30 Jährigen haben bei der Europawahl Grüne gewählt. Im Gemeinwohlranking steht die Katholische Kirche als Institution auf Platz 102 von 137 Organisationen, Firmen und Institutionen.
Nur eine Momentaufnahme oder ein Trend?
Was ist relevant für mein Leben, wer thematisiert die Fragen, die mich beschäftigen und hat auch noch Antworten, die weiterführen. Nicht abstrakt, sondern konkret.
Fragen des Lebens. Existenzielle Fragen für meine Zukunft, für eine lebenswerte Zukunft.
Die beste Botschaft kann nicht ankommen, wenn sie nicht glaubwürdig gelebt wird und offen hinterfragt werden darf (siehe die wütenden Reaktionen auf das Video des YouTuber Rezo).
Parteien, wie Kirchen stehen in der Öffentlichkeit und sie haben kein Weltanschauungs- und Sinndeutungs-Monopol (mehr). Die Katholische Kirche zieht sich zurück auf den inner circle, kreist um den eigenen Kirchturm, beschäftigt sich nach den Missbrauchsskandalen mit sich selbst und ihrer Glaubwürdigkeit.
Vor 2000 Jahren versuchte eine kleine Gruppe Überzeugter, die sich auf einen Jesus, den sie Christus -der Gesalbte- nannten, auf dem Markt der Götterverehrung die christliche Botschaft vom Leben in Fülle und von der Hoffnung auf eine bessere Zukunft für alle zu plazieren. Sie erzählten von einem, ihrem Gott, der sich mit denen solidarisiert und ihnen Hoffnung gibt, die am Rande der Gesellschaft stehen, den Armen, Kranken, Ausgestossenen, Sklaven, Losern. Ihr Botschafter Paulus predigte im Zentrum von Athen, auf dem Marktplatz, dem Platz der offenen Diskussion, des Philosophierens, der Streitgespräche mit Vertretern der unterschiedlichen Denkschulen, Think Tanks der damaligen Welt … und erzählte von seinem Glauben. Dies war so interessant, dass sie mehr von ihm hören wollten und ihn mitnahmen zu einer Podiumsdiskussion: Apg 17, 20-31
Paulus hat mit seiner Botschaft von einem menschenfreundlichen, lebensbejahenden, liebenden und solidarischen Gott die Fragen, den Nerv der suchenden Menschen seiner Zeit getroffen, ihr Fragen und Suchen ernst genommen und versucht Antwort zu geben, Perspektiven aufzuzeigen für ein sinnvolles gutes Leben – nicht Rituale, Dogmen, Verwaltungsstrukturen aufgedrängt.
Menschen wie Paulus wurden Propheten, Apostel, Gesandte genannt – heute würde man Greta Thunberg + Co und vielleicht auch Rezo und andere Polit YouTuber Influencer (Meinungsbilder)nennen. Warum findet man sie nicht in der katholischen Kirche? Weil eine geschlossene Gesellschaft den offenen Diskurs fürchtet und der Relevanz ihrer gelebten Botschaft für das Leben der Menschen nicht traut?


Absichtserklärungen

Absichtsvoll und ambitioniert einigten sich im Dezember 2015 alle 195 Staaten der Welt in Paris darauf den Temperaturanstieg bis zum Ende des Jahrhunderts auf 2°C zu begrenzen. Erreichen wollte man dies durch drastische CO2 Reduktionen.
Der Jubel in Paris über die Einigung auf Weltniveau war groß, aber im Nachgang fühlten sich einige Regierungen (Türkei, USA, Polen, …) nicht an diese Absichtserklärungen gebunden, da sie mit heimischen Wirtschaftsinteressen kollidierten.
2018 forderte der Weltklimarat IPCC im Vorfeld der UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz, bei der konkrete Maßnahmen, Zeitpläne und Standards vereinbart werden sollten, sogar bis 2050 den CO2 Ausstoß auf 0 zu senken, um damit den Temperaturanstieg auf 1,5°C zu senken, um eine ökologische Katastrophe zu verhindern.
Also aus der der Pariser Traum von der Weltenrettung?
Der Druck wächst auch aus der Wirtschaft (z.B. Versicherungen und Banken) und nicht zuletzt auch auf der Straße durch die sich immer internationaler organisierende #fridaysforfuture Bewegung, die den Absichten der Politiker und Wirtschaftslenker nicht traut.
Da trifft die Nachricht den Nerv, dass die brasilianische Regierung den Amazonas-Urwald -die grüne Lunge der Erde und Schutzgebiet für indigene Völker- einer wirtschaftlichen Nutzung öffnen will durch Holzhändler, Rohstoffkonzerne, die Minen eröffnen wollen, sowie vor allem das Agrobusiness, das Flächen für Soja- und Maisplantagen sowie Rinderhaltung sucht.
Christen haben sich in einer ökumenischen Weltversammlung 1990 in Seoul auf einen konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung verständigt. 10 christliche Grundüberzeugungen sind leitend für diesen Prozess der ökumenischen Weltverständigung und daraus folgendem christlichem Handeln.
Grundüberzeugung VIII hält fest:
„Wir bekräftigen, dass die Erde Gott gehört. Das Land und die Gewässer bedeuten Leben für die Menschen […] Wir bekräftigen deshalb, dass das Land Gott gehört. Der Mensch soll Boden und Gewässer so nutzen, dass die Erde regelmäßig ihre lebensspendende Kraft wiederherstellen kann, dass ihre Unversehrtheit geschützt wird und dass die Tiere und Lebewesen den Raum zum Leben haben, den sie brauchen. Wir werden jeder Politik widerstehen, die Land als bloße Ware behandelt […] Wir verpflichten uns zur Solidarität mit Urvölkern, die um ihre Kultur, ihre Spiritualität und ihre Rechte auf Grund und Boden sowie auf Gewässer kämpfen. Wir verpflichten uns zur Solidarität mit Landarbeitern und armen Bauern, die sich für eine Bodenreform einsetzen, sowie mit den Saisonlandarbeitern. Wir verpflichten uns außerdem, den ökologisch notwendigen Lebensraum anderer Lebewesen zu achten.“

Diese Grundüberzeugung verpflichtet uns als Christen, egal welcher Konfession zum Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung. Dieser Absichtserklärung muss entsprechendes Handeln privat wie gesellschaftlich folgen – für eine lebenswerte Zukunft für alle Menschen auf diesem Planeten.

Herr, unser Schöpfer,
gesegnet hast du deine Geschöpfe,
Menschen und Tiere,
aus deiner Hand kommen sie und wir.
Deine Liebe hat uns zusammengebracht.
Wir haben uns von dir entfernt
und darum die Mitgeschöpfe preisgegeben
an Willkür, Ausbeutung und Experiment.
Herr, dein Segen bringe uns wieder zusammen.

Lass uns den Regenbogen erkennen,
der über uns und sie gespannt ist.
Mache uns wieder dankbar für dein Geschenk;
öffne uns die Augen für den Reichtum dieser Erde.

Segne uns durch neues Staunen.
Lass uns auf die Sprache achten,
die Bruder und Schwester Tier sprechen,
lass uns achten auf die Sprache
von Pflanzen, Blumen und Bäumen.

Segne uns durch neue Freude über alle Geschöpfe
und halte uns verbunden in dir.

Eberhard Röhrig (Jeden Augenblick segnen, Verlag am Eschbach 2005, S.198)


MiMiMiMiMi und Ignoranz

Tot schweigen und wegbeten ist ein vertrautes Reaktionsmuster in der Kirche mit Konfliktpotential umzugehen. So ging es jahrzehntelang “gut” bei den intern bekanntgewordenen Fällen sexuellen Missbrauchs von Priestern, Ordensleuten und Angestellten in kirchlichen Einrichtungen. Insbesondere wenn Priester beteilgt waren, wollten Kirchenglieder, wie Kirchenleitungen dies nicht wahr haben und wenn es offensichtlich war, wurde versucht zu verschweigen und zu vertuschen. Für die Täter wurde durch Versetzung eine verträgliche Lösung geschaffen und für die Opfer gebetet.
Die in den letzten Monaten dazu bekanntgewordenen Fälle von geistig/geistlichem Missbrauch, entstehend aus Abhängigkeiten gegenüber Priestern und Vorgesetzten stehen noch im Raum und sind erst in Ansätzen dokumentiert und überhaupt nicht systematisch untersucht worden. Fest steht, dass die Ursache dieser Missbrauchsskandale durch die kirchlichen Macht- und Abhängigkeitsstrukturen begünstigt wurden.
Dieser Analyse konnte sich auch die deutsche Bischofskonferenz nicht verschließen und hat “die Verbände und alle Katholiken guten Willens zu einem “synodalen Weg” geladen, bei dem über alle in der katholischen Kirche umstrittenen Themen geredet werden soll, vom Umgang mit Macht über die Sexualmoral bis hin zur Weihe für Frauen.” (SZ 12. Mai 2019) Die Zulässigkeit und die Verbindlichkeit der daraus resultierenden Beschlüsse wird von konservativen Kreisen bezweifelt und auch die Initiatorinnen des in dieser Woche stattfindenden Kirchenstreikes Maria 2.0 setzen keine große Hoffnung auf wirkliche Änderungen im System, durch dieses auch nicht von allen Bischöfen mitgetragene Gesprächsangebot. Entsprechend ist auch die Reaktion der Bischofskonferenz auf die Forderungen der Initiative Maria 2.0: Nach anfänglichem MiMiMiMiMi reagierte der Sprecher der deutschen Bischofskonferenz eher verhalten : “Man wolle ja reden, aber ein Streik sei nun mal die falsche Form.” SZ 12. Mai 2019). Einige Bischöfe ignorierten einfach die streikenden Basisinitiativen und ihre sie unterstützenden Gruppen und Verbände.
Die Themen liegen auf dem Tisch, aber die Zuständigkeit wird auf Rom abgeschoben. Auch hier wird Verantwortlichkeit wegdelegiert und die Hierarchie, die heilige (gottgewollte) Ordnung beschworen.
Weg ducken und Ignoranz sind mit der Lehre Jesu nicht vereinbar, auch wenn sie in der Kirche vielleicht Tradition haben mögen.
Die noch nicht hierarchisch geordnete, sondern geistgeleitete junge Jesus-Bewegung, in deren Tradition sich die Kirche sieht, ließ sich in ihrer Lehre und Kirchenordnung durchaus von den Erfahrungen der Gemeinden, ihren Leitungspersönlichkeiten und den Verkündern der Botschaft vom Reich Gottes für alle leiten. So berichtet die Apostelgeschichte, dass die Juden, die sich als exklusive Adressaten der frohen Botschaft sahen, eifersüchtig auf die Missionserfolge des Paulus und seiner Gefährten unter den Heiden, also den Angehörigen anderer Religionen und Kulte, waren. Das jüdische Establishment hetzte fromme Frauen und die regionale gesellschaftliche Prominenz auf, um den Verkündern der neuen Lehre den Mund zu verbieten und sie aus den jüdischen Gemeinden und Städten zu vertreiben. Dies führte in der Leitung der jungen Kirche, den Aposteln, dazu das religiöse Biotop der jüdischen Synagogengemeinden zu verlassen und die Botschaft Jesu als eine eigenständige Heislehre zu verkünden und zu leben. Diese entwickelte sich unabhängig von den jüdischen Religionsstrukturen und etablierte sich in der Öffentlichkeit der Städte der damaligen Welt.
Diese Eigenständigkeit, Transparenz und Weltoffenheit in unserer Gesellschaft glaubwürdig zu leben und die notwendigen Strukturen und Ordnungen immer wieder kritsch auf zeitgemässe Brauchbarkeit zu überprüfen und ggf. zu reformieren, wünsche ich mir für meine Kirche und dafür lohnt es sich in den Streik zu treten, um so Aufmerksamkeit zu erlangen und Reformen zu bewirken.

GS 14. Mai 2019

Es stärke dich Gott
das Richtige zu tun
gegen alle Stimmen
von rechts und von links
säuselnd oder drohend

aufzurichten
was zerstoßen ward
von dunklen Mächten
gegen das Lachen
der Spötter

Neues zu wagen
trotz blutender Hände
auszusprechen
was gefährlich ist
und schweigend zu warten
wo die Menge drängt

gegen das Verzagen
das Trotzdem zu setzen
und unbeirrt
das Rechte zu tun
das Er dir zeigt

Wilma Klevinghaus (Jeden Augenblick segnen, Verlag am Eschbach 2005, S.226)


Erschöpft

Würde die ganze Welt leben und konsumieren wie wir Deutschen , dann wären in diesem Jahr am 3. Mai alle Resourcen für dieses Jahr verbraucht gewesen (Global Foodprint Network).
Immerhin nach dem 24. April 2017 und dem 2. Mai 2018 haben wir diesen Overshoot Day doch mal wieder leicht nach hinten verschoben; ist halt mühsam mit Einschränkungen und Verzicht und dem bloßen Appell an die Einsicht unserer Mitbürger und -Konsumenten eine so tiefgreifende Änderung zu bewirken, könnte man euphemistisch oder auch resignierend feststellen.
Und auch ich, obwohl von meinem Selbstbild doch schon seit Jahren bewusst nachhaltig lebend und konsumierend habe meinen durchschnittlichen, deutschen Anteil daran: Mein ökologischer Fußabdruck (https://www.fussabdruck.de/fussabdrucktest/#/start/index/)liegt nur knapp unter dem Durchschnitt eines deutschen Menschen: 4,8 gha. Ich weiß, wenn ich unsere Verwandtschaftsbesuche im Ruhrgebiet ausschließlich mit dem ÖPNV machen würde, käme ich ökologisch zu einem besseren Ergebnis, wäre aber mindesten doppelt bis dreifach solange unterwegs.
Wie auch immer, ich lebe deutlich über meine verantwortbaren Verhältnisse und beim konsequenten Handeln lande ich sofort beim “Ja, aber …”
Wie die Politik, diesmal vertreten durch Wirtschaftsminister Altmeier, der eine CO2 Steuer ablehnt (auch diese nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung). Dagegen bringt es die Klimaforscherin Antje Boetius bei Maybritt Illner auf die Palme und den Punkt: „Die Zukunft ist kaputt. … es führt doch zu nichts, wenn man die Wahrheit nicht sagen darf.“
Dieser unbequemen Wahrheit muss ich mich, müssen wir uns stellen, ohne wenn und aber, und handeln – sofort! Wie, das haben die #fridaysforfuture -Sprecher*innen, unterstützt von den scientists for future Experten der Bundesregierung vorgelegt.
Und ich? Ich will endlich runter vom Durchschnitts-ökologischen-Fußabdruck und auf kleinerem Fuß mit einem besseren Gewissen leben, damit auch meine Enkel noch in einer lebenswerten Welt leben können!
GS 7. Mai 2019


Januar – April 2019

Oktober – Dezember 2018

Juli- September 2018

Mai/ Juni 2018

Januar – Ostern 2018


Juli – Dezember 2017

Karneval – Juni 2017

Dezember 2016 – Februar 2017


September – November 2016

Mai – August 2016

Fastenzeit – Pfingsten 2016

Dezember 2015 – Februar 2016


Mai -November 2015

Fastenzeit und Ostern 2015

Januar und Februar 2015


Advent+Weihnachten 2014

August-November 2014

Juni – August 2014

Ostern – Pfingsten 2014

Fastenzeit + Ostern 2014

Januar+Februar 2014


Oktober – Dezember 2013

Juli – September 2013

Pfingsten bis Semesterschluss 2013

Karfreitag – Pfingsten 2013

Januar- April 2013 

Oktober bis Dezember 2012

Ein anderes Vater Unser
Im Nachgang zur Sommerschule mit sambischen und deutschen Studenten, bei der unter anderem das Thema “Globalisierung und privater Konsum” diskutiert wurde
Hagen Rether – Vater Unser

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://besinnzeit.de/unterbrechung-mittendrin/

Advent+Weihnachten 2014

Weihnachten Folge dem Stern traue deiner Intuition die dich entschiedener werden lässt Folge dem Stern der dich zusammenführt mit anderen die die Menschenfreundlichkeit Gottes in allen Dimensionen des Lebens suchen Folge dem Stern der deine dunklen Seiten erhellt im wohlwollenden Blick der Verwandlung Folge dem Stern der Menschen verschiedener Kulturen zur Begegnung beim Essen und …

Fastenzeit und Ostern 2014

Auferstehung Welchen Sinn Hätte die Auferstehung Wenn alles so weiterginge Wenn wir nicht auferstehen Uns weiter ducken Unsere Kraft verstecken Unsere Würde Und die der anderen Welchen Sinn hätte sie Wenn wir nicht aufstehen Stolz, mit geradem Rücken Und erhobenem Kopf Ja sagen und nein Zu gegebener Zeit Für uns sorgen Wie für die anderen …

Fastenzeit und Ostern 2015

Ostern 2015 gott du neubeginn ohne ende du quelle des vertrauens und der versöhnung segne uns mit neuen gedanken und worten die menschen aufhorchen lassen mit neuen gesten und taten die unserer lebendigkeit raum geben segne uns mit träumen und hoffnungen und der bereitschaft zu verzeihen ohne die wir vom gestern nicht loskommen segne uns …

Januar- April 2013

 Wir haben durch Christus so großes Vertrauen zu Gott. 2 Korinther 3,4  Gott meint es gut mit uns. Immer. Darauf können wir uns verlassen. In jeder Lebenslage. Das ist der Kern der Botschaft Jesu. Seine guten Nachrichten von Gott malt er in Geschichten aus und macht sie spürbar und erfahrbar – besonders in seiner kraftvollen …

Januar- Ostern 2018

Aufstand für das Leben – Ostern Obwohl die Namen in den unterschiedlichen Kulturen und Religionen Europas und anderer Klimazonen verschieden sind feiern wir in diesen Tagen weltweit das Wiedererwachen der Natur und die Fruchtbarkeit: Nouruz ist das Frühlingsfest der Perser, Kurden und der Turkvölker Zentralasiens, das chinesische Neujahrsfest., das indische Frühlingsfest Holi, das albanische Fest …

Januar-Februar 2014

Brandsätze! Prügel! Tränengas! – Friedensgebet für Kiew Erneut Ausschreitungen in Kiew, gewaltbereite Demonstranten und ukrainische Sicherheitskräfte gehen in der Nacht zu Dienstag aufeinander los. Brandsätze fliegen. Und Steine. Die Lage wird immer explosiver – und dann sinkt im nächtlichen Kiew mitten auf der Straße ein Mann auf die Knie, liest aus der Bibel. Was mag …

Januar-Februar 2015

… und Jesus ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. … (MK 1,31) als ich diesen Satz am Sonntag im Markus-Evangelium hörte, gingen mir die “Handreichungen” oder auch “Nichthandreichungen” der letzten Tage durch den Kopf. Insbesondere die Krisenbegegnungen von Merkel/ Hollande mit Putin. Beim ersten Treffen war anschließend das Händereichen …

Juli – Dezember 2017

Das ist Weihnachten “… Friede auf Erden ist eine Utopie. Die Lieder, die davon handeln, halten den Glauben an eine radikale Alternative fest. Das Leben würde depressiv ohne diese Widerstandslieder. Und wenn sie einen verstören, weil die Wirklichkeit so entsetzlich anders ist, haben sie Erfolg. Denn nur Menschen, die sich stören lassen und etwas vermissen, …

Juli – September 2013

ICH HABE EINEN TRAUM eine Erinnerung an den amerikanischen Bürgerrechtler Martin Luther King Für die Rechte von 23 Millionen schwarzen Amerikanern: Martin Luther King während seiner berühmten Rede vor 50 Jahren | © AFP/dpa Am Mittwoch, 28.August 1963 hält der scharze Baptistenpfarrer Martin Luther King vor 250000 Menschen am Lincoln-Memorial in Washington seine berühmte Rede …

Juni – August 2014

and no religion too? In den kriegerischen Auseinandersetzungen dieser Tage und vor allem im arabischen Raum und im Nahen Osten ist immer wieder die Rede davon sie seien religiös motiviert. Religion wird verstanden als Weltanschauungssystem, das menschliches Verhalten, Handeln, Denken und Fühlen prägt und Wertvorstellungen normativ beeinflusst. John Lennon, ein sehr spiritueller Friedensaktivist, wäre verkannt …

Karfreitag – Pfingsten 2013

PSALM Ich bin vergnügt, erlöst, befreit. Gott nahm in seine Hände meine Zeit, mein Fühlen, Denken, Hören, Sagen, mein Triumphieren und Verzagen, das Elend und die Zärtlichkeit. Was macht, dass ich so fröhlich bin in meinem kleinen Reich. Ich sing und tanze her und hin vom Kindbett bis zur Leich. Was macht, dass ich so …

Mai – November 2015

Am 3. November, 10 Tage vor den Pariser Anschläge hatte ich unter dem Thema Der Hass und was folgt über den sich ausbreitenden Hass in unserer Gesellschaft und die Folgen gepostet. Wir sollten den Hass  unsere Werte Willkommen, Solidarität, Nächstenliebe leben. Nach den schrecklichen Attentaten in Beirut, Paris und Nigeria hat die französische Bischofskonferenz in …

Oktober bis Dezember 2013

Du bist ein Kind GOTTES! Unsere tiefste Angst ist nicht, daß wir unzulänglich sind. Unsere tiefste Angst ist, daß wir grenzenlos machtvoll sind. Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, das uns erschreckt. Wir fragen uns, wer bin ich denn um brilliant, wunderschön, talentiert und fantastisch zu sein? Eigentlich, wer bist du um dies nicht …

Ostern – Pfingsten 2014

NachGedachtes – Zeugen gesucht Der Anspruch: “Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt!” (1 Petrus 3, 15b) Das Bauchgefühl: “Puh, das jetzt, bei dieser kirchlichen Großwetterlage, mit all den Skandalen und Skandälchen sich outen: Ja, ich bin katholisch!”? Der Kopf: “Worum geht’s denn bei diesem …

Pfingsten bis Semesterschluss 2013

Kath.net: Originell: Weltweit erster Automat für Rosenkränze Wenn et bedde sich lohne däät – BAP live im Rockpalast Wenn et Bedde sich lohne däät Refr.: Wenn et Bedde sich lohne däät, wat meinste wohl, wat ich dann bedde däät, bedde däät. 1) Ohne Prioritäte, einfach su wie et köhm, fing ich ahn, nit bei Adam …

Unterbrechung-Mittendrin – Fastenzeit-Pfingsten 2016

Eine Bewegung kann die Welt verändern Pfingsten, wo so viel vom Geist die Rede ist, der die Kirche antreibt, der Veränderung bewirkt, …haben mich 2 Facebookposts nachhaltig beeindruckt: Konstantin Wecker, der bekannte Liedermacher, dessen Verdichtungen des Weltgeschehens mich immer wieder inspirieren, schreibt im Nachgang zum Eurovision Song Contest: “Vielleicht waren ja bei dem gestrigen paneuropäischen …

Unterbrechung-Mittendrin – Mai-August 2016

TIEF DURCHATMEN Manchmal fehlt mir buchstäblich die Luft zum Atmen: … wenn ich mich unter Druck gesetzt fühle, wenn etwas Unvorhergesehenes meine Pläne stört, wenn ich mich als Opfer ungerechter Verhältnisse und Strukturen fühle, wenn mir die Ideen fehlen, wenn es mal wieder nicht so rund läuft, wenn ich mal wieder kleinlich werde, wenn es …

Unterbrechung-Mittendrin August-November 2014

Nachgedanken zum  Christkönigfest (23.November) … Die spannende Frage bleibt: Was mache ich aus einer solchen Zusage, dass Gott mir seine Würde schenkt? Ist die Art und Weise, wie ich lebe, einer solchen Würde würdig? Lebe ich als Tochter/ Sohn dieses Gottes, als Tochter/ Sohn des Königs, der das Leben will? Sind wir Königstöchter und Königssöhne? …

Unterbrechung-Mittendrin Dezember 2015 – Februar 2016

Um Gelassenheit, Einsicht, Mut und Glauben Ich bitte um Gelassenheit, wenn meine Vorstellungen nicht berücksichtigt, meine Pläne nicht eingehalten, meine Wünsche nicht befriedigt, meine Vorschläge nicht ernst genommen werden. Ich bitte um die Einsicht, dass Stürme notwendig sind, Fehler neue Möglichkeiten eröffnen, Widerstand zum Denken anregt, in Krisen eine Chance liegt, Sanftmut weiter führt als …

Unterbrechung-Mittendrin Dezember 2016 – Februar 2017

Auch das noch! Der so getitelte Beitrag der Unterbrechung-Mittendrin vom 28. April 2015 ist seit Beginn dieses Jahres über 300 Mal angeklickt worden. Dieser Beitrag wurde verfasst angesichts des Erdbebens in Nepal Mitte April 2015 und bis Dezember 2016 300mal besucht. Ich habe mich gefragt, woher diese plötzliche Nachfrage  seit Januar nach diesem Impuls-Beitrag kommt …

Unterbrechung-Mittendrin Januar-April 2019

Don’t be a MAYBE, war der Slogan einer inzwischen verbotenen Zigarettenwerbung.Er griff die Etikettierung einer ganzen Generation auf , die der Journalist Autor Oliver Jeges quasi in einer Selbstdefinition als Generation ohne Eigenschaften, ohne Profil – zwar gut ausgebildet, aber ohne Plan und Mut zu Entscheidungen bezeichnet. Sie kommen nicht mit der ihnen gebotenen “Anything …

Unterbrechung-Mittendrin Juli- September 2018

Welt anschauen Die Auseinandersetzungen um die Rodungen im Hambacher Forst bei Düren haben mir wieder mal deutlich gemacht, dass zivilgesellschaftliches und politisches Handeln mit meiner Sicht auf unsere Gesellschaft und unsere Welt zu tun hat. Welche Werte bestimmen mein Leben und Handeln, welche Perspektiven sehe ich für unsere Um- und Mitwelt, meine Zukunft, für diese …

Unterbrechung-Mittendrin Karneval – Juni 2017

Hör auf zu jammern! – Get over it Es gibt immer einen Anlass zu stöhnen und jammern. Mal ist es das Wetter, das nie so ist wie es sein sollte, mal das Zipperlein hier oder da, das mich plagt, mal die Reaktion von der da oder die Welt an sich und die Politik im Besonderen. …

Unterbrechung-Mittendrin Mai/ Juni 2018

Sorgenfrei “Ich zähle täglich meine Sorgen …” war ein Schlager aus der gleichnamigen deutschen Filmkomödie (1960) mit Peter Alexander. Ein typischer heile-wirtschaftswunder-welt Film.Ähnlich belanglos, da nicht existenziell, ist mein tägliches Sorgen: was koche ich heute abend, was ziehe ich heute an, erreiche ich meinen Zug pünktlich, haben wir noch genug zu trinken für das Fußballspiel, …

Unterbrechung-Mittendrin Oktober – Dezember 2018

Alle Jahre wieder die Weihnachts-Botschaft , die Sehnsucht vom Frieden auf Erden,  von peace on earth:»Ehre sei Gott im Himmel! Denn er bringt der Welt Frieden und wendet sich den Menschen in Liebe zu.« (Lukas 2,14)Zuwendung aus Liebe schafft Frieden und gibt Hoffnung, dass die Welt eine Frieden-Zukunft hat.Und wie alle Jahre wieder scheinen wir …

Unterbrechung-Mittendrin September-November 2016

Ich fühl mich leer und verbraucht, alles tut weh … Dieser Schnipsel aus einem Songtext von Herbert Grönemeyer (genial präsentiert bei einem Live-Konzert in der Arena auf Schalke), völlig aus dem Zusammenhang gelöst, drückt mein Lebensgefühl in dieser Woche am Ende des Novembers und kurz vor dem adventlichen Lichtermonat Dezember aus. Die sonnigen Momente sind …

Unterbrechungen Okt – Dez 2012

Zu Weihnachten: Gott fragt den Menschen: Wie geht es dir? Und um es genau zu sehen, kam er persönlich vom Himmel herunter, dorthin, wo der Mensch ist. Er sah es und sagt: Ich bleibe da, ich werde wie du, ich werde Mensch. Ich gehe mit dir – bis in den Tod, und durch den Tod …

Visit Us On FacebookVisit Us On Instagram