Januar- April 2013

 Wir haben durch Christus so großes Vertrauen zu Gott.
2 Korinther 3,4Klettergarten Foto: Guido Schürenberg

 Gott meint es gut mit uns. Immer. Darauf können wir uns verlassen. In jeder Lebenslage. Das ist der Kern der Botschaft Jesu. Seine guten Nachrichten von Gott malt er in Geschichten aus und macht sie spürbar und erfahrbar – besonders in seiner kraftvollen Hinwendung zu Randständigen und Zukurzgekommenen. Das erschüttert die Gottbesitzer in ihren Grundlagen und kostet Jesus letztlich das Leben. Gott als die Liebe predigen, schön und gut. Aber die Liebe zum Maßstab des Handelns nehmen, das gefährdet das System von Regeln und Gesetzen, von Macht und irdischer Gerechtigkeit.
 Könnte es sein, dass jener Hass auf die monotheistischen Religionen, der derzeit in unserer Gesellschaft spürbar ist, auf das Gottvertrauen der Gläubigen zurückgeht? Wer auf Gott vertraut, weiß sich unabhängig von Macht, Reichtum, Brimborium und wird in unserer Welt des Habens und Machens zum Stachel. Vertrauen auf Gott ist gelebte Religion. Sie unterbricht wieder und wieder die Zwänge des Lebens, damit der Mensch nicht vergisst, dass er zur Freiheit berufen ist.
 Mag die Kirche als Institution noch so schwächeln, die Gemeinschaft der Glaubenden bezeugt den treuen, gerechten und barmherzigen Gott. Per saecula saeculorum – jetzt und immerdar.
Geistliche Impulse – 14.3.13 – neu-aufbrechen.de

 

 

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Ermutigung zum
HANDELN

Wenn du dir die Hände
nicht schmutzig machen willst
und dir einredest,
dass genug andere Menschen aktiv werden könnten,
dann wünsche ich dir den Mut,
dich für die Wahrheit zu entscheiden.

Wenn du merkst,
dass Menschenrechte mit Füßen getreten werden,
dann wünsche ich dir den Mut,
dich einzumischen
und Partei zu ergreifen für ein Leben in Würde.

Wenn Du erkannt hast,
was auf dem Spiel steht,
aber vor den damit verbundenen Hindernissen
zurückschreckst,
dann wünsche ich dir den Mut,
über deinen Schatten zu springen.

aus: Ermutigungen zur MISEREOR-Fastenaktion 2012

 

Immer noch im Werden

Foto: Alexandra Bach Fotowettbewerb Eyecatcher3

Meine Seele ist verletzt, mein Körper kalt und erstarrt
in diesen tausend dunklen Gefühlen der Angst,
der Traurigkeit, der Verzweiflung

Widersinnig ist mir das Gekrieche
in dieser mundtot gemachten
und tausendfach vergewaltigten Welt
Unmöglich Worte zu finden

Wenn das Maß überläuft
Wenn die Wahrheit so weh, so sehr weh tut

Wenn ich keinen Weg mehr zu mir selbst finde
Wenn ich mich selbst nicht mehr erkenne

Und doch- ich spüre es
Ich bin immer noch im Werden

Immer wieder zerrissen in mir
So chaotisch, so höllisch, so schmerzvoll

Und dann gibt es ein Wort, einen Brief, eine Berührung
dass aus dem Chaos die Ordmmg entsteht

Bloß wann, bloß wann?

Peter L. Niegel 

Ermutigung zum

AUFBRUCH

Nina_Bartz

Wenn Unwichtiges sich aufbläht
und das, was wirklich zählt, verdeckt,
dann wünsche ich dir den Mut,
innezuhalten
und den Dingen auf den Grund zu gehen

Wenn Menschen hungrig, heimatlos
und unterdrückt bleiben,
während andere sich bereichern
und nur an ihren Vorteil denken,
dann wünsche ich dir den Mut,
dich für das Reich Gottes zu entscheiden.

Wenn du dich im Gewirr der Angebote
und Meinungen verlaufen
und eine falsche Richtung eingeschlagen hast,
dann wünsche ich dir den Mut,
umzukehren
und aufzubrechen in ein neues Leben.

aus: Ermutigungen zur MISEREOR-Fastenaktion 2012

 

Ermutigung zum

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AUSHALTEN

Wenn die Ungerechtigkeiten der Welt
dir keine Ruhe lassen,
dann wünsche ich dir den Mut,
dich voller Tatendrang
an die Seite der Armen zu stellen.

Wenn du zwar kleine Hoffnungszeichen erkennst,
aber das Leid der Welt noch immer so groß ist,
dann wünsche ich dir den Mut,
diese Spannung auszuhalten.

Wenn du ungeduldig wirst
und verzweifelst,
wenn sich trotz aller Mühen
zu wenig bewegen lässt,
dann wünsche ich dir den Mut,
voll Gottvertrauen und Hingabe weiterzumachen.

aus: Ermutigungen zur MISEREOR-Fastenaktion 2012

 

Beginn der Fastenzeit – LEER WERDEN

Weg nach Emmaus Foto: Manfred Langner

Das aber ist ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: Lass los, die du mit Unrecht gebunden hast, lass ledig, auf die du das Joch gelegt hast! Gib frei, die du bedrückst, reiß jedes Joch weg! Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut! Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgcnröte …
Jes 58, 6f

Fasten

Alle Gedanken
in die Wüste schicken
bis sie kleiner
und kleiner werden
und sich nur noch
vom dem nähren
was auf dem Grunde
deines Herzens
wächst
Alle Gedanken
in die Wüste schicken
und die Weite atmen
die dir
auf einmal
um die Nase weht.

Isabella Schneider

Angelika Büchelin (Hg.), Österlich leben -ein spiritueller Begleiter- , Verlag am Eschbach 2009 S.6+8

 

Freude_Hoffnung_Trauer_-Angst_-NEW-2Manchmal brauchen wir Masken

Er war nicht mehr er selbst, hatte Adriana gesagt. …
Wann war jemand er selbst? Wenn er so war wie immer? So, wie er sich sah? Oder so, wie er war, wenn die glühende Lava der Gedanken und Gefühle alle Lügen, Masken und Selbsttäuschungen unter sich begrub? Oft waren es die anderen, die beklagten, dass jemand nicht mehr er selbst sei. Vielleicht hieß es dann in Wirklichkeit: Er ist nicht mehr so, wie wir ihn gerne hätten?
aus: Pascal Mercier, Nachtzug nach Lissabon, btb-Verlag 122006

Manchmal brauchen wir Masken
Für das alltägliche Rollenspiel,
um funktionieren zu können,
wie es von uns erwartet wird.
Manchmal brauchen wir Masken,
um unser wahres Gesicht,
unser verletzliches Inneres
nach außen hin zu schützen.
Manchmal sehnen wir uns danach,
unsere Masken abnehmen zu können,
endlich wir selbst sein zu dürfen
und als solche geliebt zu sein.

Finde zu dir selbst

Möge dir nach und nach
die Kraft zuwachsen,
unter den Masken des Alltags,
hinter denen du dich
zu verstecken suchst,
deine eigene Wahrheit
zu entdecken.

Mögest du dich selbst
annehmen und lieben lernen,
damit du die Masken
nach und nach ablegen kannst,
so dass auch dein Umgang
mit anderen Menschen
natürlicher wird.

Christa Spilling-NökerLeben hat die Farbe Sehnsucht, Verlag am Eschbach 2007, S.10 und 15

 

Ermutigung zur Hoffnung

g_schuerenbergWenn dein Leben aus dem Takt geraten ist
und du verzweifelt den Sinn suchst,
dann wünsche ich dir den Mut,
den winzigen Hoffnungsschimmern zu trauen.

Wenn dir das Leiden der Welt über den Kopf wächst
und du befürchtest,
dass dir die Schicksale anderer gleichgültig werden,
dann wünsche ich dir den Mut,
den kleinen Gesten der Zuversicht zu trauen.

Wenn du die Stimme Gottes nicht mehr hörst
und dich einsam fühlst
in deinem Einsatz für ein Leben in Würde,
dann wünsche ich dir den Mut,
deiner Ahnung zu trauen,
dass Gott es ernst mit uns meint.

aus: ERMUTIGUNGEN, Früh-/  Spätschichtreihe zur MISEREOR-Fastenaktion 2012
Foto: Arabisches Viertel in Perpignan/ Guido Schürenberg

 

Für Prüfungsgestresste, Ruhe suchende, Vielredner, viel-um-die Ohren Habende, … :

Schweigen möchte ich
um dadurch Dich in allen Dingen
wieder zu entdecken

Zu Gast bei mir selber möchte
ich sein
meine innere Unruhe
aushalten
sie im Schweigen verwandeln
lassen von Dir

Schweigen möchte ich
leer werden
damit Du mich erfüllen kannst

Zu Gast bei mir selber möchte
ich sein
um meine Beziehungen
vertiefen zu können
und Dich als Grund aller
Beziehungen zu sehen

Schweigen möchte ich
um Tag für Tag
Deinen Segen zu erfahren

Pierre Stutz, Einfach leben, Verlag am Eschbach 2/2004, S.4
Foto: Guido Schürenberg, Raum der Stille

Vielleicht zu finden im Raum der Stille

 

 

Ermutigung zurBratislavaPaar
Liebe

Wenn du dich selbst kaum noch spürst
und du duch unfähig oder überflüssig fühlst,
dann wünsche ich dir den Mut,
dich selbst anzunehmen,
so wie du bist.

Wenn dich die Bedürfnisse deiner Mitmenschen
überfordern
und du nicht weißt,
wie dein eigener Beitrag aussehen könnte,
dann wünsche ich dir den Mut,
deine Formen
von Solidarität und Nächstenliebe zu entdecken.

Wenn Gott in deinem Leben kaum noch vorkommt
und du befürchtest, dass er dich vergessen hat,
dann wünsche ich dir den Mut,
einen Neuanfang zu wagen
und ihm dein Herz zu schenken.

aus: Früh-/Spätschichtreihe zur MISEREOR-Fastenaktion 2012

Foto: Alisha Doha, Paar in Bratislava

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