Guido Schürenberg

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Prayerwall

Trotz social distancing, Ausgangssperre, häuslicher Quarantäne können wir miteinander verbunden sein und auch miteinander beten.
Ab Sonntag, jeden Abend um 19:30 Uhr laden wir ein zur PRAYERWALL mit Euren Bitten und Gedanken.
Deine Bitte kannst Du uns zusenden auf
prayerwall@khg-aachen.de
Eine Auswahl werden wir auf der Prayerwall jeden Abend neu einfügen.

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Hin und Her gerissen – Gib Frieden!

Der israelische Gruß “Schalom bedeutet zunächst Unversehrtheit und Heil. Doch mit dem Begriff ist nicht nur Befreiung von jedem Unheil und Unglück gemeint, sondern auch Gesundheit, Wohlfahrt, Sicherheit, Frieden und Ruhe.” (Wikipedia)
In diesen Tagen sehen wir uns von mindestens drei großen weltweiten Krisen herausgefordert: Der Klimakrise, der Flüchtlingskrise und der Coronakrise.
Krise kommt vom griechischen krino, was “sich entscheiden” meint.
Wie sollen wir uns verhalten, wo Prioritäten des Handelns setzen, woher Kraft und Sicherheit nehmen?
Die Soziologen benennen die 3 F als menschliche Reaktionstypen auf Krisen: fight, flight, freeze – kämpfen, fliehen, verdrängen.
Angesichts der derzeitigen dreifachen Krisenzeit bin ich versucht nicht wahrzunehmen, zu verdrängen, den Kopf in den Sand zu stecken und ich weiß so geht es vielen. Fliehen kann ich nicht – wohin auch? Zum Kämpfen brauche ich zumindest eine Hoffnung, dass der Kampf nicht umsonst geführt wird.
Schalom, was wir so unzulänglich mit Frieden übersetzen, kann ein solches Ziel sein, für das es zu kämpfen, sich einzusetzen lohnt. Denn Schalom ist nicht beschränkt auf mich und meinen Nahbereich, sondern ist weltweit gemeint, wie das Buon Vivir aus der Tradition der indigenen Völker, dem Guten Leben für Alle auf diesem Planeten, wie es von den Vereinten Nationen als Millenium Goal ausgerufen wurde.
Es bleibt die Frage, wo anfangen? Am besten da, wo meine Möglichkeiten liegen, wo ich Ideen habe, die ich mit anderen umsetzen kann zum Wohle aller *.
Und woher Kraft und Sicherheit nehmen?
Trotz social distancing weiß ich mich verbunden und getragen von Menschen, die mit mir diese Krisenzeiten durchleben und die mit mir kämpfen wollen. Und letztlich vertraue ich auf die Zusage Gottes, der sich selbst als „Ich bin da bei Euch“ bezeichnet hat (2 Moses 4)
Das gibt mir Hoffnung – gerade in Krisenzeiten
GS 17. März 2020
*Wie’s geht haben einige Studierende des KHG-Wohnheimes Hermannstrasse und ihre Freund*innen vorgemacht mit ihrer Initiative Öcher Einkaufsdienst

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Let it be – Gib Frieden!

Vor 50 Jahren, am 6. März 1970 erschien der Erfolgshit der Beatles “Let it be”. Paul Mc Cartney brachte damit den im gleichnamigen Film sichtbaren Zerfall der Band in den Songtext und drückte damit auch die von allen Bandmitgliedern empfundene Hilflosigkeit angesichts der verfahrenen Beziehungssituation zum Ausdruck.
Das namengebende Idiom ist vieldeutig: “Lass es geschehn”, manchmal auch übersetzt mit “nimms Dir nicht so zu Herzen”.
Nun mag dieser weise Rat seiner verstorbenen Mutter Mary in Zeiten, „when I found myself in trouble” hilfreich und tröstend sein, aber er stabilisiert auch die Krise.

Krisen- und Konfliktsituationen auch im weltweiten Ausmaß brauchen Weisheiten und Visionen zur Handlungsorientierung und Menschen, die den Mut haben notwendende Veränderungsprozesse zu gestalten. Die Endsechziger und beginnenden Siebziger Jahre des 20ten Jahrhunderts waren Kriegs- und Umbruchzeiten, weltweit mit heißen Konflikten im Systemischen Kalten Krieg der Blockmächte. Emanzipations- und Revolutionsbewegungen nahmen Einfluss auf Gesellschaft und Politik. Religionen und Philosophien sollten Antworten und Visionen auf die großen Fragen der Menschheit geben und so Wege aufzeigen für ein friedliches Miteinander in dieser Welt. Dazu passte die Friedensvision des Ex-Beatles John Lennon von 1971 “Imagine”, das bis heute zu den besten Rock-Balladen der Welt zählt.

Dem “lass es zu” wurde die Friedensvision “stell Dir vor” entgegengehalten, die Hymne einer weltweiten, jugendlichen Friedensbewegung. Diese Friedenssehnsucht, basierend auf Gerechtigkeit und Liebe als christlichen Grundwerten versuchte auch der Priester, Dichter und Politiker Ernesto Cardenal (im Alter von 95 Jahren am 1. März 2020 gestorben) in einer christlichen Kommune in Nicaragua vor 50 Jahren lebbar zu machen. Ein Weg das Reich Gottes zu realisieren.

Um dieses Gottes Reich der Gerechtigkeit der Liebe und des Friedens beten Christen auf der ganzen Welt täglich: Dein Reich komme. Dieser Vater-Unser-Bitte ist wie eine Bedingung nachgestellt “Dein Wille geschehe”. “

Let it be – lass es geschehen” könnte unsere Bereitschaft zur Verwirklichung des Reiches Gottes der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens ausdrücken.

GS 10. März 2020

Ermutigung zur
Liebe

Wenn du dich selbst kaum noch spürst
und du duch unfähig oder überflüssig fühlst,
dann wünsche ich dir den Mut,
dich selbst anzunehmen,
so wie du bist.

Wenn dich die Bedürfnisse deiner Mitmenschen
überfordern
und du nicht weißt,
wie dein eigener Beitrag aussehen könnte,
dann wünsche ich dir den Mut,
deine Formen
von Solidarität und Nächstenliebe zu entdecken.

Wenn Gott in deinem Leben kaum noch vorkommt
und du befürchtest, dass er dich vergessen hat,
dann wünsche ich dir den Mut,
einen Neuanfang zu wagen
und ihm dein Herz zu schenken.

Angela Lohausen – Früh-/Spätschichtreihe zur MISEREOR-Fastenaktion 2012

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Gelähmt – Gib Frieden!

Die täglichen News präsentieren ein fast schon chaotisch wirkendes Bild der Welt mit unterschiedlichen Herausforderungen an die Menschheit, deren Bearbeitung in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sich gegenseitig lahm zu legen scheinen. Unterschiedliche nationale, aber auch partikulare Interessen verhindern Lösungen und auch der nicht oder nur rudimentär vorhandene Wertekonsens einer globalen Gesellschaft verhindert die Priorisierung von gemeinsamen Maßnahmen.
Die Folge dieser Lähmung ist deutlich spürbar in der zu zögerlichen und teils verhindernden Umsetzung der globalen Klimaziele, der sich erneut abzeichnenden (europäischen) Flüchtlingskrise, der Pandemie ausgelöst durch den Coronavirus und einer sich abzeichnende Weltwirtschaftskrise …
Da wirkt die Aufforderung GIB FRIEDEN! schon fast surreal, auch wenn sie “nur” Headline der diesjährigen Fastenaktion des Hilfswerkes MISEREOR ist.
“Jetzt gib endlich Frieden!” hört sich wie die genervte Reaktion gestresster Eltern auf ihre quengelnden Kinder an. Aber es könnte auch ein Kurzgebet, ein Hilferuf zu Gott sein:
Gib Frieden! Weil wir mit unseren Möglichkeiten am Ende sind und Du Dich als der immer Da Seiende und Mitgehende Gott dem Moses vorgestellt hast (2.Mose 3,14)
Dieser Hilferuf entlässt uns aber nicht aus der Verantwortung für unsere Mitwelt und deren Zukunft. GIB FRIEDEN! ist auch eine Aufforderung an uns aus der Lähmung herauszugehen, unsere Einstellungen zu überprüfen und entsprechend unseren wirklichen Möglichkeiten am weltweiten Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und den Erhalt unserer Mitwelt mitzuwirken.
Lasst uns diese Fastenzeit nutzen damit anzufangen.
GS 3. März 2020

Gebet der Nein-Sager

Nein
möchte ich sagen mit Dir
mein Gott
zu allem, was lähmt
zu allem, was krank und depressiv macht.
Gib mir
Kraft
mein Gott
dass ich nein sage
zu allem, was blind macht
zu allem, was die Sprache verschlägt

Nein
möchte ich sagen mit Dir
mein Gott
zu allem, was zerstört
zu allem, was Angst macht
Gib mir
Kraft
mein Gott
daß ich nein sage
zu allem, was trennt
zu allem, was schwächt

Nein
möchte ich sagen mit Dir
mein Gott
zu allem, was blendet
zu allem, was knechtet
Gib mir
Kraft
mein Gott
dass ich nein sage
zu allem, was tödlich ist
zu allem, was verwundet

Übersetze
mein Gott
Dein Nein in die Sprache meiner Tat
und
lass durch dieses Nein
Dein Ja hörbar werden
mir und aller Welt

Anton Rotzetter, Gott der mich Atmen lässt, Herder 1985 S.71f

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Verzicht …

… steht auf der Agenda der heute mit dem Aschermittwoch beginnenden Fastenzeit. Entsprechend sind die Fastenaktionen der kirchlichen Hilfswerke und Organisationen ausgerichtet: “Sieben Wochen ohne”, Auto-Fasten, Handy-Fasten, Plastik-fasten, …
Ziel ist immer die Fastenzeit als Anlass zum Umdenken, zur Neuausrichtung meines Lebensstils zu nutzen, zur Orientierung an den Werten der Bergpredigt: Gerechtigkeit, Liebe und Frieden.
Verzicht aus Verantwortung für ein “Gutes Leben” für alle auf diesem Planeten ist angesichts des rasanten Klimawandels notwendiger denn je und wir in den reichen Ländern Westens sind als erste gefordert
GS 26. Februar 2020

Wir haben satt
Dieser Ausdruck könnte unsere Rundumzufriedenheit ausdrücken. Materiell versorgt, in Frieden leben, eine Berufsperspektive bzw .eine gute Arbeitsstelle zu haben, in einer liebevollen Beziehung zu leben und es sich gut gehen lassen können.
Diese Sattheit und Rundumzufriedenheit kann uns aber auch einschläfern in unserer Komfortzone, uns verführen, diesen Zustand als selbstverständlich anzunehmen und uns damit zu Frieden zu geben, dass es uns so gut geht.
Die Vereinten Nationen haben in ihrer Post-2015-Agenda „Gutes Leben für alle“-“buen vivir” als Leitfaden für politische Entscheidungen verankert. Gutes Leben bedeutet demnach mehr als wirtschaftlicher Wohlstand. Die Berücksichtigung von überlieferten kulturellen und sozialen Werten und der Respekt vor der Umwelt spielen eine ebenso wichtige Rolle. Denn wirtschaftliches Wachstum auf Kosten der Umwelt kann zu neuen Konflikten und sozialen Spannungen führen.
Dies erweitert den Blick nicht nur auf die „Entwicklungsländer“, sondern in Zeiten der Globalisierung auch auf die Entwicklungsbedürftigkeit in unseren westlichen Gesellschaften. Soziale Gerechtigkeit als Bedingung für das friedliche Zusammenleben der Menschen auf diesem Planeten ist nur global zu denken und zu realisieren und es hat mit Teilen des Überflusses zu tun. Da sind nicht nur Politiker gefragt, sondern jeder Einzelne von uns zum Wohle aller.
Die Fastenzeit fordert uns heraus unseren Lebensstil zu bedenken und uns für eben diese Idee des guten Lebens für alle zu sensibilisieren, die ja auch Ziel der biblischen Botschaft und christlichen Lebens ist: „Ich bin gekommen, dass sie das Leben in Fülle haben“ (Johannes 10) GS 14. März 2017

Wenn Unwichtiges sich aufbläht
und das, was wirklich zählt, verdeckt,
dann wünsche ich dir den Mut,
innezuhalten
und den Dingen auf den Grund zu gehen.

Wenn Menschen hungrig, heimatlos
und unterdrückt bleiben,
während andere sich bereichern
und nur an ihren Vorteil denken,
dann wünsche ich dir den Mut,
dich für das Reich Gottes zu entscheiden.

Wenn du dich im Gewirr der Angebote
und Meinungen verlaufen
und eine falsche Richtung eingeschlagen hast,
dann wünsche ich dir den Mut,
umzukehren
und aufzubrechen in ein neues Leben.
(Aus: Angela Lohausen/ Guido Schürenberg, Früh-/ Spätschichten in der Fastenzeit – MISEREOR 2017)

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