Guido Schürenberg

Author's posts

Gelassen bleiben

In dieser Zeit der Krisen (Entscheidungsnotwendigkeiten), Katastrophen (Umwendungen zum Schlechten) und politischen und religiösen Radikalisierungen fällt es mir schwer gelassen zu bleiben, nicht in Panik oder gar Depression zu fallen. Eine erste, spontane Reaktion ist dann oft eine Überreaktion. Dabei wäre eher nachdenken angesagt, strukturieren, differenzieren und dann erst Aktion.
“Es gehört zur Tragik von Menschen, dass wir in Situationen, in denen wir besonders gefordert sind, uns auf eine Weise in Aufgaben stürzen, die die Gefahr mit sich bringt, dass wir uns darin immer mehr verlieren. So leben wir immer weniger im Einklang mit uns selber” und unserem sozialen Umfeld. (Pierre Stutz)
Ich habe das Gefühl dass ich, dass diese Gesellschaft, in der ich lebe ihre Mitte verloren hat, ihre innere Kraft, ihre (Selbst-)Sicherheit. Ja, dass sie Gott verloren hat.
Aber ich, wir, diese Gesellschaft braucht diese innere Mitte, diese Selbstsicherheit und Orientierung, um gelassen die Herausforderungen unseres Lebens und der Zukunft dieser Welt anzunehmen und mit zu gestalten.            GS 16. Okt. 2018

Meine Sehnsucht ist groß
ich selber zu werden
nicht gelebt zu werden
sondern aus meiner Mitte heraus
mich entfalten zu können

Meine Sehnsucht ist groß
mich lassen zu können
Idealbilder von mir loszulassen
damit ich immer mehr so werde
wie Gott mich von Anfang gemeint hat:
als sein Abbild

Meine Sehnsucht ist groß
mich zu finden
weil ich nur so Gott finden kann
im tiefsten Seelengrund,
wo ich sein darf vor aller Leistung

Meine Sehnsucht ist groß
mich lassen zu können
um in meinen Gaben
meine Lebensaufgabe zu entdecken
im Entfalten und Aufgeben meiner Gaben

Pierre Stutz (Einfach leben, Verlag am Eschbach 2004, S.39)
Foto: Moritz Deschamps

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://besinnzeit.de/gelassen-bleiben/

Change – Now

Der Sonderbericht des Weltklimarates IPCC, der am Wochenende veröffentlicht wurde (Zeit- Online) bestätigt den gefühlten Eindruck dieses Sommers in Europa, dass sich die Erde schneller erwärmt als angenommen und “drohen den Wissenschaftlern zufolge dramatische Folgen für das Leben auf der Erde”.
Um die Erderwärmung noch auf 1,5°C zu begrenzen, wie bei der Klimakonferenz in Paris 2015 beschlossen, sind aber “schnelle, weitreichende und beispiellose Änderungen in allen gesellschaftlichen Bereichen” not-wendig.
Diese Nachricht kam nicht unerwartet, die absehbaren Entwicklungen wurden aber bisher von Zivilgesellschaft, Politik, Wrtschaft und Industrie weitgehend ignoriert, bagatellisiert oder verdrängt.
Insbesondere der CO2 Ausstoß ist bis 2030 um 45% gegenüber 2010 zu reduzieren und bis 2050 auf 0 zu senken. Gleichzeitig muss der Anteil erneuerbarer Energieträger bis 2050 auf 70-85% gesteigert werden, bei gleichzeitiger Entwicklung von Verfahren, die der Atmophäre Kohlendioxid in großen Mengen entziehen.
Das fordert Wissenschaft und Forschung heraus genau wie die entsprechenden Technischen Umsetzer.
Vom “Verbraucher” -also von uns- wird ganz deutlich und konsequent gefordert: Weniger Energieverbrauch, erhebliche Verhaltensänderungen (Verringerung des Fleischkonsums, Umstieg auf verbrennungslose Automotoren, Fahrrad und ÖPNV. Dazu kommen private Mehraufwendungen für ökologisch angepasst produzierte Konsumgüter, …
Die Veränderung, ja der Versuch die Welt (noch) zu retten beginnt im Kopf und bei mir und als Gemeinschaftswerk aller. Der Bericht der Wissenschaftlicher ist ein drängender Appell endlich mit einer radikalen Änderung unseres Verhaltens zu beginnen und nicht darauf zu warten, ob die anderen auch ihren Beitrag leisten.
Das heisst bewusster leben, sicherlich auch sich einschränken und vor allem die globale Zukunft für alle Menschen im Blick haben.
Denn der biblische Auftrag lautet: Die Erde, die Schöpfung Gottes zu bebauen und zu bewahren (Genesis 2, 15)      GS 9. Okt. 2018

Herr, unser Schöpfer,
gesegnet hast du deine Geschöpfe,
Menschen und Tiere,
aus deiner Hand kommen sie und wir.
Deine Liebe hat uns zusammengebracht.
Wir haben uns von dir entfernt
und darum die Mitgeschöpfe preisgegeben
an Willkür, Ausbeutung und Experiment.

Herr, dein Segen bringe uns wieder zusammen.
Lass uns den Regenbogen erkennen,
der über uns und sie gespannt ist.
Mache uns wieder dankbar für dein Geschenk;
öffne uns die Augen für den Reichtum dieser Erde.

Segne uns durch neues Staunen .
Lass uns auf die Sprache achten,
die Bruder und Schwester Tier sprechen,
lass uns achten auf die Sprache
von Pflanzen, Blumen und Bäumen.

Segne uns durch neue Freude über alle Geschöpfe
und halte uns verbunden in dir.

Eberhard Röhrig,
Jeden Augenblick segnen – Verlag am Eschbach 2005, S.198

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://besinnzeit.de/change-now/

Eine persönlich-kirchliche Erklärung

Unter all den Betroffenheits- und “Wir schämen uns”- Bekundungen in den vergangenen Wochen zum tausendfachen Missbrauchsskandals an Kindern und Jugendlichen (allein in Deutschland, die Dunkelziffer ist wesentlich höher) und den in der Folge geweiteten Blick auf den weltkirchlichen Skandal des Amtsmissbrauchs von Klerikern an Abhängigen, wie z.B. #NunsToo über den sexuellen Missbrauch von Ordensfrauen durch Beichtväter und geistliche Begleiter, werden immer wieder die strukturellen Ursachen dieses Skandals im Begriff des Klerikalismus zwar von der Untersuchungskommission benannt, aber von den Kirchenleitungen ohne konkrete Maßnahmen gefüllt. Kirche und ihre Hierarchie (heilige Ordnung) muss sich ändern, wenn dies die Ursache von Mißbrauch ist – aber wie?
Dafür Sorge zu tragen, dass durch verpflichtende Präventionsschulungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendarbeit auf frühes Erkennen sensibilisiert werden und entsprechende Situationen vermieden werden, ist seit einigen Jahren in den meisten zivilgesellschaftlichen Organisationen und sozialen Einrichtungen Standard.
Sich bei den Opfern zu entschuldigen und diese zu entschädigen ist mehr als selbstverständlich. Es verbietet sich aber dabei von der katholischen Kirche als WIR und UNS zu sprechen, denn die Opfer waren und sind teilweise immer noch Glieder ebendieser Kirche. So wird die Verantwortung kollektiviert, statt personalisiert.
Die glaubhafte Verkündigung des Evangeliums, der Guten Nachricht von der bedingungslosen Liebe Gottes und die entsprechende Lebensgestaltung und Organisationsentwicklung ist Auftrag der Kirche als Gemeinschaft der an Christus Glaubenden. Jeder Einzelne ist dazu aufgefordert und berufen (aus Taufe und Firmung, wie immer wieder betont wird). Kleriker und Bischöfe sind ausgewählt seit der frühen Kirche als Diener an der Gemeinschaft und nicht zur Herrschaft über sie.
Die Wirklichkeit von Kirche, wie wir sie zur Zeit erleben, demotiviert alle Mitarbeitenden haupt-, wie ehrenamtlich. Ich und vielleicht auch wir brauchen neue Motivation für unserem Dienst an einer lebenswerten Welt für alle Menschen aus der Zusage Jesu: “Ich bin gekommen , um ihnen das Leben zu geben, Leben in Überfluss.”(Joh 10,10)
Deshalb schließe ich mich der persönlichen Erklärung meines Kollegen Joachim Braun aus Frankfurt an:
“Ich bin immer noch überzeugt, dass das, was die Kirche hütet und in all den Missbräuchen so schändlich verraten hat, das Evangelium, ein großartiges, inspirierendes und lebenswertes Programm für jeden Menschen guten Willens ist, das es wert ist, dafür zu kämpfen, alles in der Kirche neu auf den Prüfstand zu stellen, inwieweit es dem Geist dieses Evangeliums entspricht.”     GS 2. Okt 2018

Gott
bleib nicht stumm
versteck dich nicht

wenn mir der Boden
unter den Füßen entgleitet
wenn meine Welt
zerbricht
wenn alles über mir
zusammenschlägt.

Überlasse mich nicht
dem Nichts

setz einen neuen
Anfang

schaff meinen Schritten
weiten Raum

führ mich in die Weite
die du bist.

Katja Süß
nach Psalm 18 (Segen für den Weg des Lebens, Verlag am Eschbach 2009, S.56)

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://besinnzeit.de/eine-persoenlich-kirchliche-erklaerung/

Welt anschauen

Die Auseinandersetzungen um die Rodungen im Hambacher Forst bei Düren haben mir wieder mal deutlich gemacht, dass zivilgesellschaftliches und politisches Handeln mit meiner Sicht auf unsere Gesellschaft und unsere Welt zu tun hat. Welche Werte bestimmen mein Leben und Handeln, welche Perspektiven sehe ich für unsere Um- und Mitwelt, meine Zukunft, für diese Welt? Und woher kommt diese Welt-Anschauung. Neben Wertevermittlung in Elternhaus und Schule spielt meine Lebenserfahrung eine grosse Rolle und dies durchaus im wörtlichen Sinn.
Bei einem Infotag für Jugendliche, die nach Abitur oder Ausbildung einen freiwilligen, sozialen Dienst im Ausland machen wollen beeindruckte mich das Fazit der Teilnehmerinnen einer Gesprächsrunde, dass ihnen am meisten für ihre Entwicklung und für ihr Selbstbewusstsein das Kennenlernen und Eintauchen in eine völlig fremde Kultur gebracht habe, und dass sie dies auf keinen Fall missen möchten und allen versammelten Interessenten dringend empfehlen würden sich dieser Herausforderung zu stellen.
Charleen, die ein Jahr als Freiwillige in Afrika in einer Familie gelebt hat, berichtet, dass sie erlebt habe, wie es ist eine andere Hautfarbe zu haben, aus einem anderen Kulturkreis zu stammen, sich inkulturieren zu müssen, fremd zu sein. Sie hat mit Menschen und in einer Familie gelebt, wo sie grundsätzlich freundlich aufgenommen wurde und die zu ihrer Familie wurde. Sie hat eine Gemeinschaft erlebt, in der offen über gegenseitige Klischees gesprochen, diese bestätigt oder wiederlegt wurden und wo man gemeinsam darüber lachen konnte. Und sie habe durch dieses Erleben auch ihre eigenen Werte und Wichtigkeiten überprüfen müssen. Ihre Welt-Anschauung habe sich verändert.
Der Leitspruch des Freiwilligenprogramms mit dem Charleen ihre Erfahrungen machen konnte heisst “Zeig mir, wie Du lebst” Diese Bereitschaft auf einander zuzugehen, die Sichten und die Werte des Anderen kennenlernen zu wollen und sich über diese und die unterschiedlichen Ansichten austauschen zu wollen wünsche ich mir für alle notwendigen Auseinandersetzungen und Entscheidungen in unserer Gesellschaft.
“Neid und Selbstsucht führen zu Krieg und Streitigkeiten” schreibt Jakobus, der Bruder Jesu an seine Gemeinde im Jerusalem . Er stellt dagegen Barmherzigkeit und Gerechtigkeit. Nur dies bewirkt nachhaltig Frieden in der Gesellschaft.
Welche Erfahrungen in der jeweils anderen Kultur würden Baumbesetzer, RWE-Manager, Polizeiverantwortliche und Minister machen, wenn sie sich wirklich aufeinander einlassen würden?
Sie würden danach die Welt anders anschauen.              GS 25. Sept. 2018

Ermutigung zum
Aushalten

Wenn die Ungerechtigkeiten der Welt
dir keine Ruhe lassen,
dann wünsche ich dir den Mut,
dich voller Tatendrang
an die Seite der Armen zu stellen.

Wenn du zwar kleine Hoffnungszeichen erkennst,
aber das Leid in der Welt noch immer so groß ist,
dann wünsche ich dir den Mut,
diese Spannung auszuhalten.

Wenn du ungeduldig wirst
und verzweifelst,
wenn sich trotz aller Mühen
zu wenig bewegen lässt,
dann wunsche ich dir den Mut,
voll Gottvertrauen und Hingabe weiterzumachen.

Angela Lohhausen, Misereor-Fastenaktion 2012

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://besinnzeit.de/welt-anschauen/

Von den höheren Interessen

Es sind immer die höheren Interessen, die einen zu bestimmten Entscheidungen drängen. In der Politik wird ein hoher Beamter wegen nachweisbarer Verfehlungen entlassen – und an anderer Stelle höher dotiert wieder eingestellt, um die Koalition und damit ein geordnetes politisches Handeln nicht zu gefährden. In der Wirtschaft wird ein Machtkampf zwischen Bevölkerung und Polizei geduldet, um vermeintlich die Energieversorgung nicht zu gefährden. Dass erst durch die Tragik eines tödlichen Unfalls ein Nachdenken und Innehalten erkennbar wird, stimmt mich persönlich sehr traurig. In der Kirche wird die Kluft zwischen Klerikern und Laien theologisch überhöht, ausschließlich um dem Willen Gottes zu entsprechen.

Und welche höheren Interessen leiten uns? Ist es der Blick auf die zukünftige Familie, die wir gründen wollen, weshalb wir um eines sicheren Arbeitsplatzes willen Kompromisse zu machen bereit sind und da forschen, wo die Grauzone zwischen Menschlichkeit und Unmenschlichkeit verschwimmt? Ist es der Ehrgeiz, uns mittels guter Klausuren einen guten Platz in unserer Gesellschaft zu sichern, ohne den wir uns unsicher fühlen, weshalb wir Körper und Geist in der Vorbereitung bis ultimo quälen, selbst mit Aufputschmitteln. Oder ist es das hohe Gut eines gefälligen Burgfriedens im persönlichen Umfeld, weshalb wir jeder Diskussion und Auseinandersetzung aus dem Weg gehen? Oder ist es der verdiente Anspruch auf Freizeit und Vergnügen, weshalb wir uns jeglicher Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft entziehen?

Vielleicht erscheint das einigen doch ein bisschen überzogen und vielleicht fühlt sich die andere auch durch diese Unterstellungen provoziert. Das ist natürlich nicht meine Absicht. Vielmehr geht es mir darum zu verdeutlichen, wie egoistisch wir im Globalen und im Einzelnen sein können. Wir stehen jeden Tag in der Gefahr, um eines vermeintlich anspruchsvollen Zieles willen in einen billigen und durchsichtigen Egoismus zu verfallen, der ein Umdenken und alternatives Handeln unmöglich macht.

„Woher kommen die Kriege bei euch, woher die Streitigkeiten? Doch nur vom Kampf der Leidenschaften in eurem Innern“, so behauptet der Jakobusbrief.  Was ist da los in unserem Innenleben, dass wir so besessen sind davon, all unsere Sorge auf Zukunft und Sicherheit nur auf uns selbst auszurichten? Ich möchte keinem auf die Füße treten, aber prüfend – mich selbst und auch euch – möchte ich mich dieser Frage stellen, ob dem tatsächlich so ist. Haben wir wirklich nur noch uns selbst im Blick: Unser Wohlergehen, unseren Wohlstand, unseren kleinen und begrenzten Horizont? Verschwenden wir unsere Leidenschaft ausschließlich darauf, unseren eigenen Bedürfnissen nachzukommen? Jakobus ist davon überzeugt, dass diese bösen Absichten nur leere Hände und leere Herzen hinterlassen. „Ihr erhaltet nichts“, so sagt er. Und diese Erkenntnis verleitet Jesus dann später zu der wunderbaren Alternative: Wer die Bedürfnisse der anderen in den Blick nimmt, der sieht Gott. „Wer ein solches Kind aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat“.

Für die Politik hieße das, den Fremden aufnehmen, anstatt ihn zu verteufeln; für die Wirtschaft hieße es, Nachhaltigkeit höher zu bewerten als kurzsichtige Energiesicherheit und unumkehrbare Zerstörung der Natur; für die Kirche hieße das, Gleichberechtigung aller in der Kirche und ein  Aufgeben der hierarchischen Machtstruktur des Klerus.

Ich maße mir jetzt nicht an zu sagen, was das für euch bedeutet, das muss sich jede und jeder von euch selbst fragen. Wenn wir aber diese Frage in uns zulassen – und jetzt spreche ich ausdrücklich wieder von „wir“, nehme mich also wieder dazu und verbünde mich mit euch – wenn wir also diese Frage in uns zulassen, dann kann – davon bin ich überzeugt – keine und keiner von uns beruhigt nach Hause gehen gleich. Die Frage nach den eigenen Absicherungen im Leben ist verklausuliert die Frage der Jünger, die sich darüber unterhielten, wer von ihnen der Größte sei. Wann verzichten wir – jede und jeder aus eigener Lebensperspektive – auf Vorrangstellung und Größenwahn und reihen uns ein in eine solidarische Weltgemeinschaft?

Ich will jetzt keiner Politikverdrossenheit nachlaufen oder in ein allgemeines Draufhauen auf die Wirtschaft verfallen; ich will auch unser kirchliches System nicht rundweg verteufeln; aber mein Vertrauen in diese selbstverliebten menschlichen Sammelbecken ist erheblich beeinträchtigt. Weshalb ich der Überzeugung bin, dass eine Veränderung von mir aus, von uns aus seinen Anfang nehmen muss und zwar nicht losgelöst nach dem Motto: „Jeder für sich und Gott für uns alle“, sondern gemeinsam. Gemeinsam können wir uns einbringen in Politik, Wirtschaft und Kirche und gemeinsam können wir Sorge tragen dafür, dass – im Bild des Evangeliums – der kleine Junge nicht übersehen wird. Der kleine Junge, das sind heute in meinen Augen die Geflohenen, die in ihren Booten im Mittelmehr Land und Leben suchen; das sind die, die heute auf den Bäumen sitzen und versuchen zu retten, was zu retten ist; und das sind schließlich die, die Kirche als communio der Verschiedenen sehen und nicht als Glaubensverwaltungssystem.

Um noch einmal auf die höheren Interessen zurückzukommen: Ob es uns wohl gelingt, unsere Interessen abzugleichen mit den Interessen des kleinen Jungen, sprich: der vielen Kleinen um uns herum? Wenn meine höheren Interessen sich ausrichten an den Interessen der Kleinen, dann käme unsere Welt ganz neu in Bewegung.

Christoph Simonsen

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://besinnzeit.de/von-den-hoeheren-interessen/

Visit Us On InstagramVisit Us On Facebook