Category: Unterbrechung-Mittendrin

Urlaub – ein kostbares Wort – 2

ferien

aus dem lateinischen feriae
bei den alten römern die tage
an denen zu ehren bestimmter götter
die arbeit
besonders die rechtspflege ruhte
mit dem wort feier verwandt

ferien

feier-tage also:
freie tage
ruhe-tage
fest-tage
kostbare atempause
leib und seele spüren

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://besinnzeit.de/urlaub-ein-kostbares-wort-2-2/

Urlaub – ein kostbares Wort – 1

urlaub

ein altes wort
vom zeitwort erlauben
eigentlich erlaubnis wegzugehen

urlaub

grundsätzliche erlaubnis also:
einmal alles hinter sich lassen
aus dem gesunden abstand heraus
das gewohnte alte neu sehen können

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://besinnzeit.de/urlaub-ein-kostbares-wort-1/

Ohrwurm

Ich habe seit heute morgen 6:30h wieder einen Ohrwurm: “But I still haven’t found, what I’m looking for”
Der Song von U2 (1987) drückt ein/ mein Lebensgefühl als Christ aus, damals wie heute. Ich habe das GottesReich der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens, auf das ich hoffe und an dessen Er-leben ich glaube, noch nicht gefunden. Aber bin ich auch wirklich auf der Suche?
Es ist ja kein Ort, sondern eher ein Zustand, ein Verhalten, eine Lebenshaltung, meine Lebenshaltung.
Das GottesReich der Gerechtigkeit der Liebe und des Friedens, von dem Jesus besonders in der Bergpredigt spricht, fällt mir nicht in den Schoß, es realisiert sich nur mit mir.
Dieses Dilemma drücken U2 in diesem Song aus: Wie kann ich etwas finden, das ich erwarte, erhoffe, ersehne, was so wesentlich von mir und meinem Verhalten abhängig ist? Nur darauf zu hoffen, dass Gott es schon richten wird – da kann ich lange suchen und immer wieder (still running).
Aber , der Ohrwurm erinnert mich und weckt wieder die Sehnsucht nach Liebe zu den Menschen meiner Mitwelt und zu Gott, verbunden und gelebt in dieser Welt.
Utopie (wo ist der Ort)? – Mein Lebens-Lauf-Ziel (I’m still running)!
GS 31. Juli 2018

Ich bestieg die höchsten Berge
Ich lief durch die Felder
Nur um bei dir zu sein
Nur um bei dir zu sein
Ich lief Ich krabbelte
Ich schabte die Mauern der Stadt ab
Nur um bei dir zu sein
Aber bis jetzt habe ich nicht gefunden, wonach ich suche
Aber bis jetzt habe ich nicht gefunden, wonach ich suche

Ich küsste honigsüße Lippen
Fühlte die heilende Wirkung ihrer Fingerspitzen
Es brannte wie Feuer
Die brennende Sehnsucht
Ich sprach mit Engelszungen
Ich hielt die Hand des Teufels
Es war warm in der Nacht
Ich war kalt wie ein Stein
Aber bis jetzt habe ich nicht gefunden, wonach ich suche
Aber bis jetzt habe ich nicht gefunden, wonach ich suche

Ich glaube an das Kommen des Reiches Gottes
Dann werden alle Farben in eine zusammenfließen
Doch ja, ich laufe noch immer
Du brachest die Bande
Du lockertest die Ketten
Du trugst das Kreuz
Und meine Schande
Und meine Schande
Du weißt, ich glaube es
Aber bis jetzt habe ich nicht gefunden, wonach ich suche
Aber bis jetzt habe ich nicht gefunden, wonach ich suche

U2 – The Joshua Tree 1987

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://besinnzeit.de/ohrwurm/

Tag der Hängematte –

am Sonntag dem 22. Juli hätte ich mich am liebsten in selbige gelegt. Aber mal abgesehen davon, dass ich eine solche nicht besitze, lässt mich -auch an einem Sonntag- etwas in mir nicht zur Ruhe kommen. Vielleicht ist es die Unterbrechung der Alltagsroutinen, vielleicht aber auch die Unfähigkeit abzuschalten, zu entspannen, was ganz anderes … zu tun?
Etwas (sinnvolles) tun müssen, aktiv sein, wozu?
Entspannen, das Leben genießen, aufmerksam werden für meine Mitwelt, das Schöne geniessen ohne machen zu müssen, in uns zur Ruhe zu kommen – Hängematte!
Das muss ich, das müssen wir Getriebenen, Machen-Müsser erst wieder lernen. Ich brauche dafür Ruhe, Abstand, Musik ….
Im Sonntagsevangelium höre ich, dasss Jesus seinen Freunden genau dies verordnet: ” Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus. Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen.” (Markus 6)
Aber als sie dann dort ankommen sind die Leute schon wieder da und er kann sich ihnen und seinem Auftrag die Botschaft vom Gottesreich zu verkünden nicht entziehen. Immerhin gönnt er seinen Freunden und Mitarbeitern die Pause, die erholsame Unterbrechung, weil er weiß, dass sie diese, genau wie er auch brauchen, auch wenn noch so viel zu tun ist.
Eigentlich ist der Sommer, sind die Ferien und die Vorlesungsfreie Zeit für diese Unterbrechung vorgesehen. Eigentlich, wenn nicht, …
Nehmen wir uns die kleinen Auszeiten und Unterbrechungen, denn anschließend geht das Arbeiten und Lernen leichter – Work-Life-Balance.
Denn jetzt ist Sommer wie die Wise Guys -die weisen Jungs- singen:

Jetzt ist Sommer, egal ob man schwitzt oder friert,
Sommer ist, was in deinem Kopf passiert.
Es ist Sommer, ich hab das klar gemacht,
Sommer ist, wenn man trotzdem lacht…
(Wise Guys)

GS 24. Juli 2018

Möge deiner Arbeit Bedeutung innewohnen.
Möge sie die Begabung von Händen
und Herz entfalten.
Möge sie dich erfreuen,
anderen wohl tun
und Gott sie sehen und segnen.

Möge deine Arbeit die Unterbrechung kennen.
Möge sie dich mit Lebendigem in Berührung bringen.
Möge sie Früchte tragen,
dich zuweilen überraschen
und Gott sie sehen und segnen.

Möge deine Arbeit dir Leib und Seele nicht verletzen.
Möge sie dich lehren.
Möge sie gerecht entgeltet,
ihr Tempo ein menschliches sein
und Gott sie sehen und segnen.

Möge deine Arbeit Wertschätzung erfahren.
Möge sie dir Fehler gestatten.
Möge sie dir Sicherheit schenken,
dein Leben nicht halbieren
und Gott sie sehen und segnen.

Jacqueline Keune (Segen für den Weg des Lebens, Verlag am Eschbach 2009, S.17)

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://besinnzeit.de/tag-der-haengematte/

Es ist … kompliziert

Wenn ich mir in diesen Tagen meine kleine Welt anschaue, mich an der Blütenpracht und den reichlich tragenden Obstbäumen, dem wolkenklaren Himmel und den lauen Sommernächten auf der Gartenterasse freue, dann bleibt immer ein Beigeschmack! Weil ich die außergewöhnliche Trockenheit ignoriere, daß die Bäume in der Stadt jetzt schon die Blätter abwerfen. Climate Change lässt sich auch in unseren Breiten nicht mehr leugnen.
Der Film EINE UNBEQUEME WAHRHEIT -mittlerweile 12 Jahre alt- den wir in der KHG zeigten, dokumentiert diese schleichende, in Kauf genommene Veränderung unseres Klimas mit ihren immer sichtbarer werdenden Folgen. Und er liefert Erklärungen und fordert -leider erst im Abspann- Maßnahmen, die jede*r Einzelne tun kann, um das Erschreckende abzuwehren. Aber es braucht den politischen Willen und die Bereitschaft von Wissenschaft, Wirtschaft, Industrie, … entsprechende Rahmenbedingungen bereitzustellen, um die immer näher rückende Bedrohung des Lebens auf dieser Erde zu stoppen und zu kompensieren. Diese Allianz aller Player, die das Pariser Klimaabkommen im Dezember 2015 ermöglichte, bröckelt durch nationale Egoismen und individuelle Ignoranz.
Dieser Sommer ist für mich vordergründig erstmal schön, aber für manche schon in meiner Nachbarschaft, die direkt am Tagebau leben und denen das Grundwasser weggepumpt wird erschreckend. Für meine Freunde im südlichen Afrika ist der Klimawandel katastrophal, existenzgefährdend. Die Zukunft meiner Kinder und Enkel ist gefährdet. All das ist mir seit 1978 bekannt, als ich die amerikanische Umweltstudie GLOBAL 2000 las. Aber richtig bewusst wird es erst langsam, wo ich den Klimawandel spüren und sehen kann. Und das Gefühl der Ohnmacht wächst.
Die Studierenden,mit denen ich den Film gesehen habe, waren optimistischer, dass die Weltgemeinschaft nachhaltige Lösungen für eine lebenswerte Zukunft findet und umsetzt. Das wie und wann ist offen. Sie wollen sich daran beteiligen, ich kann und werde dafür beten.
Jetzt will ich mich am Sommer und am Leben freuen – dankbar, dass es mir so gut geht.

Die Wege
auf denen wir gehen
die verschiedenfarbigen Träume
an denen wir spinnen
unsere Erinnerungen
aus Licht und Dunkel
und die Bilder
in denen wir uns selbst
die Menschen
und Dich
Gott
denken
träumen
all dies bringen wir vor Dich:

Lege Du auf uns Deinen Segen
voller Stärke und Weisheit
und Mut des Herzens
Deinen mütterlichen Segen
lege auf uns

Lege Du auf uns Deinen Segen
voller Kraft und Fürsorge
und Zuneigung Deines Herzens
Deinen väterlichen Segen
lege auf uns

Lege Du auf uns Deinen Segen
voller Rat und Beistand
und Leidenschaft des Herzens
Deinen freundschaftlichen Segen
lege auf uns

Isabella Schneider (Segen für den Weg des Lebens, Verlag am Eschbach 2009, S.46)

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://besinnzeit.de/es-ist-kompliziert/

Visit Us On InstagramVisit Us On Facebook