ist ja leider zu einem gängigen Stilmittel politischer Rhetorik geworden: „nicht alle Tassen im Schrank“, „Migranten als Problem im Stadtbild, …“ oder zuletzt „Lifestyle-Teilzeit“ sind nur einige der Verbal-Entgleisungen der politischen Debattenkultur von sich „christlich“ nennenden Unionspolitiker*innen. Es wird ausgeteilt gegen die Schwachen und sozial Benachteiligten, aber auch gegen die idealistisch Engagierten in den zivilgesellschaftlichen Initiativen und Bewegungen unter dem Etikett „Wohlstandserhalt“ und „Wirtschaftswachstums“. Ziel ist offenbar die Diffamierung anders denken- und lebender Gruppen in unserer Gesellschaft.

Dagegen hören wir im Matthäus-Sonntagsevangelium (5,3-12) wie Jesus gerade die Armen, Unterdrückten und Verfolgten nicht nur wertschätzt, sondern sogar selig preist. Und denen, die sich engagieren für eine gerechte, friedliche und solidarische Weltordnung zusagt, dass sie damit GOTT*es Willen verwirklichen. Und den „linken Spinnern“ unter seinen Zuhörern sagt er zu, dass sie genau das Richtige und Gerechte wollen und tun, genauso wie die Propheten vor ihnen, die von den Mächtigen dafür verfolgt, geächtet und getötet wurden.

Diese Seligpreisungen sind die Einleitung zur Botschaft Jesu von der neuen göttlichen Weltordnung der Gerechtigkeit und Liebe, die Christ*innen vor-bild-lich und glaub-würdig leben sollen.

Die „Real“-Politiker -gerade auch christlicher Selbst-Etikettierung- predigen immer wieder „mit der Bergpredigt kann man keine Politik machen.“ -Otto von Bismarck und Helmut Schmidt wird dieser legendäre Ausspruch zugeschrieben- Dennoch bilden die ethischen Grund-Sätze eben dieser Botschaft Jesu religions- und weltanschauungs-übergreifend die Basis der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen und sind auch eingeflossen in unser Grundgesetz.

Schon George Bernard Shaw (1856-1950) forderte daher: »Seit 2000 Jahren höre ich, man könnte mit der Bergpredigt nicht Politik gestalten. Dann probiert es wenigstens doch mal«.

GS 3. Febr 2026