und kurz darauf „vom Volk“ verrissen und ausgebuht. Diese Erfahrung machen Politiker*innen und andere Prominente des öffentlichen Lebens. Meist, weil sie was „unpopuläres“ gesagt, getan, gelebt haben. Sie werden denunziert und diskreditiert, in der Öffentlichkeit verurteilt und mit Shitstorm und HateSpeech überzogen.
Die Palm-Sonntag-Geschichte über das Schicksal Jesu in der Woche seines Leidens und Sterbens scheint schon vor 2000 Jahren diesem Muster zu folgen.
Als bekannt wird, dass er nach Jerusalem kommt, der Hauptstadt der Juden, der Tempelstadt, Sitz des jüdischen Rates, der obersten Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten und auch Sitz des Statthalters der römischen Kolonialmacht, jubeln seine Anhänger_innen und das „Volk“ ihm zu. Er begibt sich in die Höhle des Löwen, wohl wissend, dass er mit Denunziation, Anklage und Verurteilung wegen Gotteslästerung rechnen muss und auch sein Todesurteil war absehbar, nach Vorverurteilung der religiösen Machtelite.
Die jubelnde Menge erwartet den ShowDown, rechtzeitig zu den Feiertagen, die ein schnelles aburteilen ermöglichen, um scheinheilig das Passah-Fest, den höchsten jüdischen Feiertag begehen zu können, das Gedenken der Befreiung aus Sklaverei und Unterdrückung in Ägypten.
Verraten und verkauft, auch von engen Freunden. Seine Bewegung für eine gerechte und friedliche Welt nach göttlichem Willen soll im Keim erstickt werden, mundtot gemacht werden. Er selbst als Hochstapler und Looser diskreditiert werden.
Karfreitag ist der Höhepunkt, der ShowDown mit Verurteilung, Folter, Kreuzigung und Tod.
Und „das Volk“ folgt willig der populistischen Hetze und Demagogie der religiösen Machtelite: „kreuzige ihn!“. Und die „Staatsgewalt“ wird opportunistisch und konfliktscheu zum Vollstrecker des vorgefassten Unrechts-Urteils.
Diesem Jesus nachfolgen :solidarisch sein mit Armen, Ausgebeuteten, Verfolgten und Unterdrückten; Gerechtigkeit suchen und leben; barmherzig sein und Frieden stiften.
In unserem gewaltfreien Engagement und in unserer Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft nicht entmutigen lassen durch Beschimpfungen und Verleumdung.
GS 31. März 2026

