Im Zweifel …

Papst Franziskus hat in einer Ansprache in einem römischen Studienkolleg die professionellen, genau wie die ehrenamtlichen Glaubensverkünder entlastet, indem er von seinen eigenen Glaubenszweifeln erzählt, die ihn in den einzelnen Phasen seines Glaubens- und Kirchenlebens immer begleitet haben. „Dabei habe er auch “die Unverfrorenheit besessen, Jesus zu tadeln”, und den Glauben als Illusion oder Alibi empfunden. Einem Christen, der keine Glaubenskrisen kenne, fehle etwas …“ (katholisch.de)
Mir fallen viele solcher Zweifel-Situationen ein und die damit verbundenen Krisen, ob ich so weiterleben könne als Christ, als „Churchie“, ob das denn professionell sei.
Krisen (vom griechischen krisis = Entscheidung) sind die Herausforderungen jedes Menschen sich wieder neu zu vergewissern, bin ich noch auf dem richtigen Weg, und sich jedes Mal wieder bewusst zu entscheiden. Deshalb wird ja die Krise als Chance bezeichnet, als Chance sich selbst sicherer zu werden und konsequent zu handeln.
Die Basis für diese Entscheidung ist letztlich Vertrauen als SELBSTvertrauen und GOTTvertrauen.
Die christliche Typologie kennt als Zweifelnden -nicht „Ungläubigen“- den Apostel Thomas. Einen, der sich nicht von den Erfahrungen anderer abhängig machen wollte, sondern der selbst sehen und fühlen wollte. Sein Glaube brauchte die Begegnung mit dem auferstandenen Jesus, um ihm Selbstvertrauen und den Impuls zu geben von seiner Erfahrung zu erzählen und die Botschaft vom liebenden, Leben schenkenden Gott in die Welt zu tragen  – bis nach Indien.
Ernst Barlach hat diese Begegnung des Zweiflers mit dem auferstandenen Jesus in Bronze gegossen

GOTTvertrauen

© Copyright by Ernst Barlach Ratzeburg

© Copyright by Ernst Barlach Ratzeburg

glauben heißt
GOTT vertrauen
trotz aller wirklichkeitszweifel
vertrauen
dass GOTT das entscheidende wirkt
und wir nur handlanger sind
vertrauen
dass GOTT in seiner kirche wirkt
obwohl wir die unsere erhalten wollen
vertrauen
dass GOTT in jedem von uns wirkt
und dass beziehung mehr wert ist als struktur
vertrauen
dass GOTT heute wirkt
und nicht irgendwie gestern oder morgen
vertrauen
dass GOTT das entscheidende wirkt
und dass ich teil seiner wirklichkeit sein darf

(aus: Wolfgang Metz, die liebe CHRISTI drängt uns. Gedichte; Echter Verlag, 2015, S. 62.)

GS 21.Juni 2016

eine Unterbrechung-Mittendrin

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