wollte ich in dieser Fastenzeit mir mal wieder Zeit nehmen, um Abstand zu gewinnen, mich auf das Wesentliche konzentrieren, bei mir sein, bewusster leben, loslassen, … beten.
Was man sich halt so vornimmt für diese Zeit der Vorbereitung vor dem Lebens-Feier-Fest Ostern.
Jetzt ist diese Besinn-Zeit schon zur Hälfte vorbei und meine Zeit und Aufmerksamkeit wird gefüllt mit Kriegsberichten und Klima-Katastrophen-Nachrichten, mit Politiker*innen-Wahl- und Machtkämpfen, mit Lebensenergie fressendem Frust über die autokratischen Machthabenden dieser Welt-Zeit, mit täglichen Aufregern und hohlem Polit-Sprech, … und einem Gefühl von Ohnmacht und Zukunftsresignation.
Manchmal möchte ich schreien angesichts von Ungerechtigkeit, Hass, Gewalt und Chaos. – Und gleichzeitig vertrauen, dass dennoch alles gut wird, wie der biblische Beter im Psalm 57:
„Neige dich mir zu, Gott! Neige dich mir zu! In Deinem Schutz berge ich mich, bis die Zerstörung vorübergegangen ist. Zu Gott, der Ewigen, schreie ich, zu der Gottheit, die alles für mich zu einem guten Ende führt. Vom Himmel her wird mir Hilfe geschickt, um mich vor denen zu retten, die mir nachstellen und mich so gehässig verleumden. Ja, Gott wird zu mir halten, sie ist treu. …“
Von dieser Zuversicht möchte ich mich in der zweiten Hälfte dieser Fastenzeit tragen lassen, eine lebenswerte Zukunft hoffend – ohne wenn und aber – wirklich und wirksam.
Zum Ensemble unseres großen Esstisches gehören zwei Postkarten EINATMEN – AUSATMEN. Sie helfen mir, lassen mich innehalten, nachdenken, beruhigen und nach einiger Zeit auch Kraft schöpfen, … leben. EINATMEN – AUSATMEN, mein Lebensrhythmus
Jüdische Gelehrte, deuten die Konsonanten des Gottesnamen JHWH als „Versuch, das Atmen des Menschen wiederzugeben: mit JH den Zug des Einatmens und mit WH den Zug des Ausatmens!“ Gott* ICH-BIN-DA-BEI-EUCH „ist uns verfügbar und zugänglich, wie unser Atem“*, ist lebensbegleitend – ja ist das Leben selbst!
* (R.Rohr, Ins Herz geschrieben, Herder 2008, S.189)
GS 17. März 2026
