Predigten

Hier werden jeweils die Predigten von Christoph Simonsen (und ggf. Gästen) in den Hochschulgottesdiensten der KHG veröffentlicht. Fragen und FeedBack gerne über die Kommentarfunktion oder persönlich per eMail
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11. Februar 2018

  1. Sonntag im Jahreskreis B – 2018

Evangelium: Markus 1,40-45

Ein Aussätziger kam zu Jesus und bat ihn um Hilfe; er fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde. Jesus hatte Mitleid mit ihm; er streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will es – werde rein Im gleichen Augenblick verschwand der Aussatz und der Mann war rein. Jesus schickte ihn weg und schärfte ihm ein: Nimm dich in Acht! Erzähl niemand etwas davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Reinigungsopfer dar, das Mose angeordnet hat. Das soll für sie ein Beweis (meiner Gesetzestreue) sein. Der Mann aber ging weg und erzählte bei jeder Gelegenheit, was geschehen war; er verbreitete die ganze Geschichte, sodass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte; er hielt sich nur noch außerhalb der Städte an einsamen Orten auf. Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm.

Kaputte Jeans und feiner Zwirn

Gar nicht so einfach, ein paar passende Jeans zu finden. Also, nicht dass es keine Auswahl gegeben hätte in dem Geschäft, in dem ich war. Die Wandregale waren voll mit Jeans. Und es lag auch nicht nur an meiner ungewöhnlichen Größe. Ich fischte wahllos ein paar aus dem Regal. Mist, die waren alle kaputt. Löcher am Oberschenkel, am Knie, eingerissen an der Wade. Klar, ich brauch ja nur durch die Stadt zu laufen, selbst jetzt, wo es so knacke kalt ist; wer was auf sich hält, läuft mit zerrissenen Jeans rum. Aber ich glaub, dafür bin ich zu alt, und vielleicht auch zu normal. Außerdem wäre mir Frostbeule das viel zu kalt. Aber irgendwie verrückt ist es schon: Da geben Leute viel Geld aus und kaufen sich eine kaputte Jeans. Das ist „in“ heute, so in, dass man fast schon auffällt, wenn man eine Jeans trägt, die keine Löcher aufweist. Tragen die Menschen kaputte Jeans, weil das modern ist, weil „man“ das so trägt heute? Und wenn morgen wieder die Hosen mit dem weiten Schlag modern wären, wie lange würde es dauern, bis alle dann wieder mit diesen weiten Beinkleidern rumlaufen würden? Ursprünglich war das, glaub ich zumindest, mal anders gedacht. Nicht um besonders zeitgemäß aufzutreten trug man anfänglich die löchrigen Jeans, sondern um sich abzusetzen von dem allzu biederen feinen Zwirn der anderen. Der Ästhetik des Schönen setzte man die Ästhetik des Zerrissenen, Kaputten, Verschlissenen entgegen. So solidarisierte man sich mit den Vergessenen und Abgesonderten in einer auf Prestige angelegten Gesellschaft.

Aber wie man sieht, ändern sich die Intentionen schneller als man gucken kann. Was gestern Ausdruck von Protest war ist heute zeitgemäße Moderne. Vielleicht zähle ich heute sogar schon wieder zu den Unangepassten, weil ich Wert darauf lege, eine Jeans ohne Löcher zu tragen.

„Der Aussätzige, der von diesem Übel betroffen ist, soll eingerissene Kleider tragen“, so war die Vorschrift bis in die Zeiten Jesu hinein; wir hörten es eben in der Lesung. Kleider machen nicht nur Leute; Kleidung verbinden und trennen auch Menschen voneinander. Als ich letztens auf dem Campus Melaten auf einer Richtfestfeier war, da ist mir eines aufgefallen: Alle, also, fast alle alle hatten einen gediegenen Anzug an, eine leicht farbige Krawatte, zumeist etwas rötlich und braune Lederschuhe. Mein Nachbar bei der Feier stupste mich an und flüsterte mir zu: „Guck mal, die waren alle beim gleichen Herrenschneider“. Das ist das gleiche wie mit den zerrissenen Jeans, nur edler halt. Ich hatte Jeans an und eine Strickjacke. Und ich fiel auf. Peinlich! Oder?

Wie fühlen wir uns, wenn wir äußerlich so aussehen, dass wir überall auffallen? Wenn die zerrissenen Jeans ebenso wie der feine Anzug absolut aus dem Rahmen fallen; wenn alle mit dem Finger auf uns zeigen: ‚Guck mal, wie sieht der denn aus‘. Eine Studierende, die sich um eine neue Stelle bewirbt, muss doch Angst darum haben, beim Bewerbungsgespräch gleich ausgesondert zu werden, wenn sie da mit einer zerrissenen Jeans beim Personalchef aufläuft. Und der Freund, der auf der Fete mit Smoking und Fliege antanzt, wird unweigerlich krumm angeschaut?

Nun ist uns allen sicher auch klar: Alles verhaften bei Äußerlichkeiten wird dem Ernst dieser heutigen Texte nicht gerecht. Es geht nicht um das Äußere, es geht darum, dass Menschen wegen einer sehr ernsten Erkrankung ausgesondert werden, weggesperrt werden. Die Gesunden haben Angst vor den Kranken. Man kann vielleicht sogar noch Verständnis dafür aufbringen angesichts der damaligen unsicheren Kenntnisse über diese bedrohliche Erkrankung. Aber das macht es nicht menschlicher für die, die ausgesondert wurden damals.

Deshalb vielleicht für uns heute eine erste Konsequenz aus dem Gehörten: Jede und jeder mag sich anziehen wie sie und er es mögen; alle dürfen sich wohlfühlen in ihrer Kleidung. Und doch: Wir sollten uns vielleicht dessen erinnern, dass Menschen in zerrissener Kleidung andernorts und in anderen Lebensumständen sich dessen schämen, wie sie herumlaufen. Und wir sollten, wenn wir im feinen Anzug irgendwo hingehen, nicht automatisch davon ausgehen, dass wir was Besseres sind als die anderen. Kleidung ist eben mehr als eine Modeerscheinung. Im Ernstfall kann sie auch über das Schicksal eines Menschen entscheiden.

Und noch ein Zweites: Jesus sagt zu dem Geheilten, er solle sich den Priestern zeigen, denen also, die ihn zuvor ausgesondert und gebrandmarkt haben. Er soll sich denen, die aus einer vorgegebenen Autorität handeln und entscheiden, so zeigen wie er ist. Das ist Ausdruck eines gesunden und gereiften Lebens, sich unentstellt zu zeigen, wie man ist. Dann auch selbstbewusst und ungeschönt. Wie immer wir einander zeigen, wenn wir nicht mehr uns selbst zeigen, sondern nur unsere Fassade, dann sind wir krank.

Christoph Simonsen


4. Februar 2018

5.Sonntag im Jahreskreis B – 2018

Evangelium: Markus 1,29-39

Sie verließen die Synagoge und gingen zusammen mit Jakobus und Johannes gleich in das Haus des Simon und Andreas. Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen mit Jesus über sie, und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr und sie sorgte für sie. Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt, und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu reden; denn sie wussten, wer er war.In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich. Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen. Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in den Synagogen und trieb die Dämonen aus.

Von Schwiegermüttern und ihren Schwiegersöhnen

Mir geht ein Gespräch nicht aus dem Kopf, das ich letztens nach dem Gottesdienst hier in der Citykirche mit einer Besucherin geführt habe. Es ist vierzehn Tage her. Vielleicht erinnert ihr euch noch an die Berufungsgeschichte der ersten Jünger am See von Genezareth. Sie gingen ihrer Arbeit nach und hatten wohl – wie sie es gewohnt waren – ihren Feierabend bei ihren Familien im Sinn als Jesus sie ansprach. Und dann hieß es an der Stelle wörtlich: „Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach“. Dieser Satz erregte Anstoß bei der Besucherin und sie fragte verständlicherweise, warum ich darauf nicht näher eingegangen sei. Ihm – Jesus – nachfolgen bedinge doch unweigerlich etwas anderes, nämlich andere Menschen alleine zurückzulassen, womöglich Partnerin und Kinder. Ist das Christentum so brutal radikal, dass jemand eine übernommene Verantwortung für die Familie mir nichts dir nichts für vernachlässigend hält und unversorgte Menschen ihrem Schicksal überlässt, um dann sozusagen befreit von bisherigen Aufgaben, seinen eigenen Idealen nachzugehen? Wer könnte das gut heißen: Frau und Kinder im Stich zu lassen, um egoistischer Weise eigenen Idealen nachzukommen. An solch einer Entscheidung scheiden sich die Geister. Die einen sagen: ‚Das ist aber mutig, dessen Glaube muss schon sehr groß sein‘. Aber es gibt wohl auch andere, und dazu gehört wohl die eben erwähnte Dame, die sagen: ‚So einfach abzuhauen ist nicht nur unverantwortlich, es ist unmenschlich und auch unchristlich‘. Sollte nicht jede und jeder dort ihre und seine Berufung leben, wo die Lebensgeschichte sie hingestellt hat? Radikaler Glaube kann auch Ausdruck einer Flucht sein vor der Verantwortung und radikaler Glaube kann auch krank machen.

Vielleicht hören wir heute eben genau von den ungeahnten Konsequenzen dieser Seite einer falsch geleiteten gläubigen Radikalität. Es mag nur eine Spekulation sein, ein Kopfkino; aber selbst, wenn es so wäre; es könnte wahr sein und es könnte noch einmal neu die Frage aufwerfen, was ein Glaube einem Menschen abverlangen darf.

Die Schwiegermutter des Petrus ist krank; Fieberschübe plagen sie. Jeder gute Mediziner weiß, dass äußere Krankheitsbilder nicht selten Ausdruck innerer Zerrissenheit sind. Was wohl die Mutter des Petrus so krank macht? Wie gesagt, jede Beantwortung bleibt im Bereich des Spekulativen. Aber eines liegt doch nahe: Sie sorgt sich um ihre Tochter, und sie hat Angst, im Alter unbegleitet zu sein. Ihr Schwiegersohn, Simon, hat für sein Leben eine neue Mitte gefunden, die Familie droht daraufhin zu zerbrechen. Und wir Heutigen müssen bedenken, dass Familie zur Zeit Jesu nicht nur zwei Generationen umfasste, sondern sehr oft drei, manchmal sogar 4 Generationen. Wo bleibt da ihre Tochter, wo bleibt sie, die Schwiegermutter, im Alter? Wer würde sich diese Fragen nicht stellen! Tiefe Sorge kann eben auch krank machen.

In diese schwierige Situation wird ausgerechnet Jesus hineingezogen. Der, der womöglich der Verursacher dieser schwierigen Situation ist, wird zurate gezogen. Und er entzieht sich nicht. Er spricht mit ihnen über die Schwiegermutter und damit wohl auch über die neu entstandene Lebenssituation in der Familie. Dann geht er zur Schwiegermutter und berührt sie. „Da wich das Fieber von ihr und sie sorgte für sie“, heißt es dann weiter. Eine kurze wortlose Begegnung, die eine unerwartete Heilung nach sich zieht und die neu Kraft schenkt. In diesem Augenblick berühren sich Empathie und Radikalität. Die einfühlsame Art Jesu, wie er der alten Dame begegnet, vermag die Angst der Schwiegermutter vor einer ungewissen Zukunft zu verbannen. Und sie, die Angst hatte, dass ihre Familie unversorgt bleibt, sorgt nun, neu gestärkt, für alle – auch für Jesus.

Jede und jeder kann ihre und seine Lebensform finden, wenn ihm jemand zur Seite steht und wirklich ernst nimmt, was an Ängsten und Sorgen, aber auch an Sehnsucht und Hoffnung tief im Innern des Menschen schlummert. Es mag zu einem Rollentausch kommen, es mag Verschiebungen von Verantwortlichkeiten geben, aber es bleibt keiner alleine, ungeachtet, unversorgt, ungetröstet. Eine Radikalität, die lieblos daherkommt, ausgrenzend, fanatisch, ja sogar vernichtend, eine Radikalität, die trennt, kann nicht die Radikalität sein, die in Jesu Nachfolge führt. Eine bewusste und gelebte Religiosität birgt immer ungeahnte Konsequenzen in sich, aber gewiss keine, die krank machen dürfen.

Christoph Simonsen


27. Januar 2018

Evangelium: Markus 1,21-28

Sie kamen nach Kafarnaum. Am folgenden Sabbat ging er in die Synagoge und lehrte. Und die Menschen waren sehr betroffen von seiner Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der (göttliche) Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten. In ihrer Synagoge saß ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war. Der begann zu schreien: Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes. Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlass ihn! Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei. Da erschraken alle und einer fragte den andern: Was hat das zu bedeuten? Hier wird mit Vollmacht eine ganz neue Lehre verkündet. Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl. Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.

Von meiner Besessenheit

Ich bin besessen. Ich bin besessen von der Überzeugung, ich könnte die Welt und das Leben verstehen. Ich bin besessen von dem Wahn, was ich bis heute noch nicht verstanden habe, spätestens morgen verstehen zu können. In mir lebt ein Fremder mit Namen ‚Perfektionismus‘, der mir einflüstert, das Vollkommene sei machbar, die letzte Frage sei zu beantworten und das tiefste Geheimnis würde sich auflösen können. Ich bin besessen von der Macht des Objektiven.

Ich bin nicht ich; ich bin der Fremde in mir. Ist da bitte irgendjemand, der mich zur Rebellion drängt, der mir behilflich ist, der Macht des Faktischen zu widersprechen und der mich der sein lässt, der ich bin. Ich will wirklich mehr sein als eine  fremdbestimmte Variable, die nur so lange interessant ist, bis der letzte Beweis gefunden ist dafür, dass die Welt ein Zufallsprodukt und der Mensch eine Hybris seiner selbst ist. Ist da jemand, der mein Herz versteht, und der mit mir bis ans Ende geht? Wenn ich selber nicht mehr an mich glaub, ist da jemand?

Ich kann das gut überspielen, aber tief im Innern macht es mich krank: Ich bin tatsächlich nicht “ich”, auch wenn ich mich nach außen hin so zeige und bewege, als sei ich “ich”. Vielmehr bin ich “er”; Was von mir sichtbar ist, ist Schein. Was ich als “ich” darstelle, sind eigentlich die Gedanken anderer: die Einflüsterer und Zuflüsterer, die es schaffen, sich immer wieder  in mich hinein zu bohren; die mich zur Hülle machen, damit sie unantastbar und unangreifbar werden und damit das unantastbar wird und unangreifbar bleibt, was sie in mich hineingestopft haben; sie haben mich zum Filter verformt, damit nicht verunsichert wird, was  von ihnen durch mich so zielorientiert und selbstbewusst in die Welt hinausposaunt werden soll.

Ich bin schon längst nicht  mehr ich, sondern “er”? Oder bin ich sogar schon “es”? Ich bin nur noch das, was in mich eingeflossen ist und was andere mir eingeflößt haben. Ich bin eigentlich gar nicht mehr Persönlichkeit, sondern nur noch Wissen? Ich bin Speicherkarte, nicht mehr Fleisch und Blut und Herz. Ich bin vielleicht widerlegbar, aber nicht mehr verletzbar. Gibt es mich eigentlich überhaupt?

Ob “Er”, der Besessene, sich diese Frage auch gestellt hat; dieser Besessene, von dem wir eben im Evangelium gehört haben? Ob diese Angst vor der eigenen Nicht-Existenz ihn hat aufschreien, rebellieren lassen gegen sich selbst und gegen alle, sogar gegen Gott; diese Angst, nur deshalb zu sein, weil andere das ihrige in ihn hineingestopft haben? Wer sich so verloren hat, der hat nichts mehr zu verlieren. Wenn der letzte Funke Selbstachtung weg ist, dann ist Leben nur noch grausam.

Und dann stand “er”, der Besessene, “ihm” gegenüber, “ihm”, der ihn nicht noch weiter zugestopft und zugemüllt hat, sondern das gegeben hat, was einzig den Menschen zum Menschen macht. “Er” hat sich gefunden und “er” konnte endlich – vielleicht zum ersten Mal “ich” sagen, weil einer ihm Selbstachtung geschenkt hat.

Ich möchte diese Erfahrung machen, die “er”, der Besessene gemacht hat. Dass einer “Du” sagt, damit ich “ich” sagen kann. Dann, das ahne ich, werde ich über mir selbst erstaunt sein und die anderen werden nicht weniger erstaunt sein. Und diesem Staunen können große Taten folgen.

Ich will keine Experten mehr sehen, nicht in den Talkshows und auch nicht in meiner direkten Umgebung.  Ich will Menschen er-leben. Menschen, die für das, was sie sagen, als Person einstehen. Menschen, die wahrhaftig und glaubwürdig sind aus sich heraus und die berichten, was niemand sonst berichten kann, nämlich von sich und ihren Lebenserfahrungen. Ich will angesprochen werden und betroffen sein. Ich will ein Gegenüber spüren, ergriffen sein,  überwältigt werden von Menschlichkeit, hineingenommen werden in das Leben eines Anderen. Ich will reicher werden an Lebenserfahrungen und reicher an Wahrheit, einer Wahrheit jenseits von Allgemeingültigkeit. Ich weiß, dass es schwer ist,  eigene persönliche Erfahrungen offen nach außen zu tragen. Jedoch geben gerade sie dem Leben Gewicht. In stürmischen Zeiten werden sie zum Anker und verhindern, dass ich zum Leichtgewicht werde, den Böen des Lebens ausgeliefert. Ich möchte meine Erfahrungen mit anderen Menschen teilen, und ich will ihre Erfahrungen mittragen.

Ich will Mensch werden mit Träumen und Ängsten, mit Glauben und Zweifel. Ich will ich selbst werden. So werde ich Zeuge für Gottes Gegenwart in unserer Welt.

Christoph Simonsen


21. Januar 2018

Evangelium: Markus 1,14-20
Nachdem man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium! Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihr Netz auswarfen; sie waren nämlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren im Boot und richteten ihre Netze her. Sofort rief er sie und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.

Radikal anders oder anders radikal
Kara, Max, Lucila, Hannes, Armin, Jana, Claudius, Elisa, Jonas, Amelie, Andreas: Das sind einige Namen der Studierenden, denen ich in den vergangenen Tagen begegnet bin. Mit jedem Namen verbindet sich eine je eigene, ganz persönliche Lebensgeschichte, die sie mir anvertraut haben. Keinem von ihnen bin ich zuvor begegnet, aber so bald werde ich sie alle nicht mehr vergessen. Eine einzige Begegnung vermag unendlich viel zu bewirken. Alle in je verschiedener Weise haben mir meine Sesshaftigkeit, meine Bequemlichkeit, meine Unbeweglichkeit bedrängend vor Augen geführt. Mein Leben wurde mir neu zur Frage, und dafür bin ich dankbar. Mir bis dahin fremde Menschen haben von sich erzählt; jede dreiviertel Stunde, die ich mit einem von den jungen Bewerberinnen und Bewerbern für das Stipendium teilen durfte habe ich als eine geschenkte Zeit empfunden. Einander von den Quellen zu erzählen, wo man her kommt und aus denen man lebt und von den Mündungen, auf die zu man sich bewegen möchte. Das ist nicht einfach, aber es ist frei von Konkurrenzdenken und Leistungsvermögen, denn kein Leben ist mit einem anderen vergleichbar. Vom eigenen Leben zu erzählen, das ist in unserer Gesellschaft nicht selbstverständlich, lieber erzählen wir von dem, was wir haben und können als davon, wer wir sind. Biographien heute müssen geradlinig sein, ungebrochen, das ist gut für Wirtschaft und Industrie. Dass aber gerade gebrochene Biographien, Lebensumwege und Lebenssuche zu einem erfüllten Ziel führen, das ist in unserer schnelllebigen Welt nicht vorgesehen. Dabei sind es gerade oft die Umwege, die uns zu uns selbst führen.
Simon, Andreas, Jakobus, Johannes; vier Männer, die sich bis zu einem bestimmten Zeitpunkt darüber definiert haben, was sie machen – fischen nämlich, arbeiten, Geld verdienen, Familie ernähren, all das, was uns auch antreibt, fleißig zu sein und strebsam. Dann sind sie einem Mann begegnet, der sie auf eigenartige Weise angeschaut und angesprochen haben muss. In diesem Augenblick ist etwas Lebensentscheidendes passiert. Im Blick Jesu erkannten sie sich selbst und im Ruf Jesu hörten sie Unerhörtes: ‚Du bist mehr als das, was du gelernt hast! Du kannst Größeres als das, was dir bisher zugetraut wurde! Du bist der Ort, wo Gott zuhause ist!‘ Was dann passiert ist, kann man kaum in Worte fassen. Kein Wunder, dass die Heilige Schrift da so knapp und nüchtern daherkommt: sie ließen zurück, was war und folgten Jesus. Sie sind ausgebrochen; ausgebrochen aus ihrem bisherigen Leben, ausgebrochen aus dem Korsett der von außen gesetzten Normen und Verpflichtungen, ausgebrochen aus dem Karussell des immer wieder Gleichen und Gewohnten.

Was Zebedäus wohl gedacht hat in dem Moment, als seine Söhne sich von ihm verabschiedet haben? Ob er sie innerlich für verrückt erklärt hat und gedacht hat, seine Söhne seien schon bald wieder zurück? Ob er versucht hat, sie zurückzuhalten? War er traurig, war er wütend? Man weiß es nicht. Davon ist nichts festgehalten. Dem Verfasser des Evangeliums scheint das wohl auch nicht wichtig gewesen zu sein. Es gibt Augenblicke im Leben, da darf man keine falsche Rücksicht nehmen auf die Erwartungen der anderen.
Eine solche Radikalität des Lebens, des Glaubens, des Vertrauens scheint heute undenkbar. Wer von uns könnte sich den Erwartungen unserer Gesellschaft entziehen, nicht nur steuerzahlend zum Wohle aller beizutragen, sondern vor allem dem Verantwortungsbewusstsein folgend für sich und seine Lieben, für Lebenssicherheit und Zukunft Sorge zu tragen? Diesem Dilemma sind wir, die wir heute Abend alle zur Ehre Gottes hier sind, in gleicher Weise ausgesetzt. Eine Radikalität des Glaubens steht einem Verantwortungsbewusstsein für das Leben entgegen. Oder etwa doch nicht? Denn wenn dem so wäre, so müssten wir doch alle der Verzweiflung nahe sein.
Vielleicht genügt es – für heute zumindest – wenn wir, wie ich es erfahren durfte in den Gesprächen mit den Kunststudierenden – wenn wir uns offen halten, unser Leben zur Frage werden zu lassen und wenn wir die Brüche in unserem Leben nicht kaschieren, sondern sie bewusst anschauen. Und dann: Im Gespräch bleiben, sich hinterfragen und die Radikalität des Glaubens ins eigene konkrete Leben hineingreifen zu lassen und sich so eine Offenheit bewahren für das Wort Gottes, das wäre schon einmal ein Anfang. Wer weiß, was dann in uns und mit uns geschieht. Nur Gott allein.

Christoph Simonsen

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14. Januar 2018

Lesung: 1 Samuel 3,3b-10.19
Samuel schlief im Tempel des Herrn, wo die Lade Gottes stand. Da rief der Herr den Samuel und Samuel antwortete: Hier bin ich. Dann lief er zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen. Geh wieder schlafen! Da ging er und legte sich wieder schlafen. Der Herr rief noch einmal: Samuel! Samuel stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn. Geh wieder schlafen! Samuel kannte den Herrn noch nicht und das Wort des Herrn war ihm noch nicht offenbart worden. Da rief der Herr den Samuel wieder, zum dritten Mal. Er stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Da merkte Eli, dass der Herr den Knaben gerufen hatte. Eli sagte zu Samuel: Geh, leg dich schlafen! Wenn er dich (wieder) ruft, dann antworte: Rede, Herr; denn dein Diener hört. Samuel ging und legte sich an seinem Platz nieder. Da kam der Herr, trat (zu ihm) heran und rief wie die vorigen Male: Samuel, Samuel! Und Samuel wuchs heran und der Herr war mit ihm und ließ keines von all seinen Worten unerfüllt. Samuel antwortete: Rede, denn dein Diener hört.

Gute Nacht
Diese Predigt möchte euch zum Einschlafen bringen. Also nicht überrascht sein, wenn heute alles etwas ruhiger und entspannter ist. Ich halte mich heute mal an den heiligen Augustinus, der gesagt haben soll, dass es wenig Gesünderes geben würde als einen guten Kirchenschlaf. Ihr dürft ruhig die Augen schließen und zu dösen beginnen. Schlafen, einfach schlafen.
Ich bin mir fast sicher, dass ihr euch wundern werdet, was so alles passiert, wenn wir schlafen. Manchmal, wenn wir aufwachen, erinnern wir uns an kleine Traumfetzen. Aber Wissenschaftler sagen: Das, was uns da in Erinnerung kommt, ist nur die Spitze dessen, worüber wir alles im Schlaf nachgesonnen haben. Im Schlaf passiert unendlich viel, viel mehr, als wir zu ahnen wagen. Schlaf ist alles andere als langweilig; Schlaf ist ein wichtiger Akt der Selbstfindung und der Selbstverortung. Im Schlaf finde ich mich tiefer, gewissenhafter, nachhaltiger; ich Schlaf finde ich mich selbst. Und wer sich findet, der findet unweigerlich zu seinen Quellen und zu seinen Zielen; der findet zu Gott.
Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht: Nur schlafen und dann zur tiefsten Selbsterkenntnis gelangen. Ein wenig mehr gehört dann doch noch dazu. Und hier kommen Samuel und Eli ins Spiel. Aus dem Schlaf erwacht, geht Samuel zu seinem väterlichen Freund und erzählt ihm, was ihm im Schlaf widerfahren ist. Er hat einen Ruf vernommen; und wer anders sollte ihn gerufen haben als der, der in seiner Nähe ist. Deshalb geht er zu Eli und fragt nach dem Anlass. Eli zeigt sich ratlos: „Ich hab dich nicht gerufen.“ Samuel solle ruhig weiterschlafen. Das wiederholt sich dann wieder und wieder. Und im Sich-Wiederholen dieser Prozedur reift und wächst etwas. Was da reift, ist beiden selbst nicht so richtig klar, aber dass da etwas in Bewegung gekommen ist, das spüren beide.
In den Schlaf hinein ins Bett legt sich sozusagen mit Samuel eine ungewöhnliche Achtsamkeit. Der Schlaf ist womöglich nicht mehr so tief, es ist eher ein Dämmern. Wenn wir manchmal sagen, dass wir nicht haben schlafen können, dann ist das oft weniger ein nicht können als ein nicht wollen. ‚Ich will nicht wirklich tief und fest schlafen, weil ich spüre, dass da irgendetwas in mir reifen und gedeihen möchte‘. Diese Momente zulassen, sich auf sie einlassen und sie mitnehmen in den Tag und sie ins Gespräch bringen mit lieben vertrauten Menschen: diese Momente können zu tragenden Erlebnissen für das ganze Leben werden. Nicht, dass sie es werden müssen, aber sie können es werden, so wie bei Samuel. Deshalb ist es so hilfreich und lebenswichtig, ins Gespräch zu bringen, was sich in der Nacht in Erinnerung gebracht hat. So vermögen wir auch wachsen und reifen und spüren, dass Gottes Worte auch in unserem Leben nicht unerfüllt bleiben.
So wünsche ich uns allen aufmerksame Schlafstunden und sensible Gesprächspartner, die uns anleiten, auf die Stimme, die uns zu hören, es könnte die Stimme Gottes sein.

Christoph Simonsen

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07. Januar 2018

Evangelium: Markus 1,7-11

Johannes verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren. Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen. In jenen Tagen kam Jesus aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.

Tief im Innern, da ist das Leben

Ich schau mich um und freu mich, in bekannte, vertraute Gesichter zu schauen; dazwischen manch neues Gesicht, mir noch fremd, aber das kann sich ja ändern. Es ist schön, Euch alle zu sehen heute Abend. Wir dürfen noch einmal zusammen Weihnachten feiern. Wie in der Weihnacht, so öffnet sich heute wieder der Himmel und ein Zwiegespräch beginnt, ein Zwiegespräch zwischen Gott und Mensch. Wie ist das, wenn Gott und Mensch miteinander sprechen; wie ist das, wenn sie einander anschauen, tatsächlich in die Augen schauen: Gott und Mensch? Wie das ist, das können wir ein wenig vielleicht erfahren, wenn wir uns an Augenblicke erinnern, in denen uns Begegnungen wirklich geglückt sind. Vielleicht kommen sogar Begegnungen in den Blick, die ihr an den Weihnachtstagen erlebt habt. Sicher habt ihr eure Familien besucht, die Großeltern auch, wenn sie noch leben; oder ihr seid nach dem Familienfest abends noch mit Freunden zusammengesessen.  Weihnachten ist doch eine schöne Gelegenheit, über Generationen hinweg Verbundenheit zu spüren. Da begegnen Junge und Ältere; und so unruhig und stressig die vorweihnachtlichen Tage auch gewesen sein mögen, dann, am Heiligen Abend oder an den Feiertagen, da wird es ruhiger und wir schauen einander viel entspannter an als zuvor. Da erkennen wir tatsächlich im Gesicht des älteren Menschen liebevoll die Spuren gelebten Lebens; und die Großeltern nehmen vielleicht den Wagemut des Enkels und die Lebenslust  in seinen Augen wahr und staunen über die selbstverständliche Weltgewandtheit, die so wunderbar unbekümmert und ansteckend ist. Einander anschauen und hinter dem Sichtbaren das Unsichtbare erkennen. In der Tiefe eines Menschen, da zeigt sich  nicht nur das Geheimnisvolle des Lebens, da ist das Leben vor allem echt und ehrlich. Und was echt und ehrlich ist, das ist auch wertvoll, das ist schützenswert.

Das möchte Gott: Das Wertvolle und Schützenswerte im Menschen entdecken, das Liebenswerte. „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen“. Dazu braucht es Achtsamkeit, Geduld, Ausdauer; es muss halt erst die Oberfläche überwunden werden, um zum Kern, zur Seele vorzudringen. Das ist ein großes und wunderbares Geschenk, wenn wir einander durchlassen, wenn wir einander zulassen, zur Mitte, zum Lebenskern vordringen zu dürfen. Es ist mehr als ein Geschenk; es ist die Voraussetzung dafür, Mensch zu sein.

Wer nur sich selbst kennt, der kennt sich gar nicht. Auf den ersten Eindruck erscheint das paradox; aber Gott selbst ist der beste Beweis dafür: Erst in der Begegnung, in der wahren Begegnung, im Erkennen seines Gegenüber, vermag der Mensch sich wahrhaftig zu erkennen. Die Eltern, die Hirten, die Weisen, sie erkennen sich selbst im Blick auf das Kind in der Krippe; erst im Gegenüber des kleinen Kindes erkennen sie ihre Würde, ihre Größe, ihre Einmaligkeit. Und auch das Kind: in der Ehrfurcht der anderen ihm Gegenüber wird er erwachsen  und erkennt seinen göttlichen Auftrag und nimmt ihn an. Gott wächst in seiner Göttlichkeit und der Mensch erfährt, was Menschsein bedeutet in der Begegnung, im je anderen.

Deshalb sind wir aufeinander verwiesen. Deshalb ist Freundschaft, Vertrauen, Liebe viel mehr als nur eine Versüßung des Lebens, sondern vielmehr Grundvoraussetzung für Selbsterkenntnis und Menschwerdung. Wer Freundschaft, Vertrauen, Liebe verweigert oder missbraucht, der verschließt Menschen die Chance, sich so nahe zu kommen, dass sie im Einklang sein können mit sich selbst. Seien wir einander behilflich, dass wir in diesem neuen Jahr 2018 als Menschen leben können so, wie Gott uns gedacht und gemacht hat.  Schenken wir einander Vertrauen und Wertschätzung. Schauen wir einander an, so wie Gott uns anschaut: Mit Wohlwollen und der existentiellen Erwartung, auf diese Weise dem/der anderen wie auch sich selbst dienlich zu sein auf dem Weg der gottersehnten Menschlichkeit.

Das Wasser der Taufe mag uns erinnern und ermutigen, das Oberflächliche und äußerliche beiseite wischen, oder besser: waschen zu können und dem Herzen des Nächsten nahe zu kommen.

Christoph Simonsen

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  1. Advent im Lesejahr B – 2017
    17. Dezember

Lesung: Jesaja 61,1-2a.10-11
Der Geist Gottes, des Herrn, ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe  und alle heile, deren Herz zerbrochen ist, damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde  und den Gefesselten die Befreiung, damit ich ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe. Von Herzen will ich mich freuen über den Herrn. Meine Seele soll jubeln über meinen Gott. Denn er kleidet mich in Gewänder des Heils, / er hüllt mich in den Mantel der Gerechtigkeit, wie ein Bräutigam sich festlich schmückt / und wie eine Braut ihr Geschmeide anlegt. Denn wie die Erde die Saat wachsen lässt und der Garten die Pflanzen hervorbringt, so bringt Gott, der Herr, Gerechtigkeit hervor  und Ruhm vor allen Völkern.

Über das Absolute
„Es gibt nur zwei Absolute: Gott und Hunger“; das ist eine These von Sr. Theresa Forcades. „Es gibt nur zwei Absolute: Gott und Hunger“. Die spanische Benediktinerin bezieht sich auf das 25. Kapitel des Matthäusevangeliums, wir haben es vor einigen Wochen am Sonntag des Christkönigfestes gehört, ihr erinnert euch vielleicht. Jesus spricht vom Endgericht und verheißt den Menschen das Paradies, die in den Hungernden ihn, Jesus, den Gottessohn erkannt hätten. „Ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben“, sagt er und die Menschen fragen, wann sie ihn denn hungrig gesehen hätten. Darauf antwortet er: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“. „Es gibt nur zwei Absolute: Gott und Hunger“. Dieser Gedanke, diese Überzeugung hat mich in den letzten Tagen intensiv begleitet. Schwester Theresa, der es um einen persönlichen Sinneswandel des einzelnen Menschen geht, im Blick auf die Armutssituation in unserer Gesellschaft, ist es in ihrem Vortrag gelungen, mich und viele andere anzusprechen gerade nicht dadurch, dass sie moralisch argumentiert hätte, so nach dem Motto, schämt ihr euch nicht, dass es euch im reichen Westeuropa so gut geht, während doch zur gleichen Zeit 50 Millionen Menschen allein in dieser reichen EU unter der Armutsgrenze leben müssen. Schlechte Gewissen machen keine guten Menschen. Nein, mit Druck und Moralin wird die Welt nicht freundlicher, friedlicher, sicher auch nicht gerechter.

Das Gedicht eines anderen Ordensmenschen, Anton Rotzetter bietet eine Alternative zu dem von uns Menschen oft so gern ausgeübten Druck, den wir gern einsetzen, um an unsere Ziele heranzukommen, und mögen sie noch so integer sein. Er schreibt:

Jeder Ochse weiß
wo er zuhause ist
Und jeder Esel spürt
wem er gehört
Nur wir Menschen
Irren heimatlos
Von Frage zu Frage
Von Haus zu Haus
Von Herr zu Herr
Von Götze zu Götze
So lass uns dich erkennen, Gott,
Als Mensch unter Menschen In wahrer Menschlichkeit.

Weil wir Menschen oft so planlos, heimatlos umherirren von Frage zu Frage, von Herr zu Herr, von Götze zu Götze, und dann meinen, wenn wir uns an Normen, Gebote, Gesetze festhalten, dann wird es besser gehen im Leben, verabsolutieren wir, was absolut nicht absolut ist: Wir absolutieren unser Denkvermögen und unsere Deutungsversuche von der Welt, in der wir leben. Was dabei herauskommt, sehen wir tagtäglich. Familien werden auseinandergerissen auf der Flucht und ein 2jähriges Kind erhält eine Einreiseerlaubnis, während den Eltern in der Türkei das Visum verweigert wird; oder wir unterstützen ein marodes System, wie das in Libyen zum Beispiel und sind mitverantwortlich dafür, dass unschuldige Menschen als Sklaven an reiche Clans verkauft werden.
„Es gibt nur zwei Absolute: Gott und Hunger“ Diese These von Sr. Theresa bildet einen radikalen Perspektivwechsel. Der Unverfügbare, der sich zur Verfügung gestellt hat und die anderen, die zur Verfügungsmasse dieser Welt geworden sind, sind die einzigen Absolute dieser Welt. Alles andere ist verhandelbar, veränderbar, einzig Gott und die menschliche Sehnsucht nach Sättigung nicht. Weihnachten wird erfahrbar im Nachahmen dessen, was Gott vorgemacht hat. Er wollte nichts anderes als sich hineinversetzen in das Leben der Menschen. Gott möchte sich einfühlen und hineindenken in unseren Lebensrhythmus, in das, was wir tun, was wir arbeiten, was wir fühlen und erleben. Wir Menschen machen Gesetze, um das Leben miteinander zu regeln, Gott fühlt sich ein in die Not der Menschen, um das Leben der Menschen zu heilen.

Weihnachten ist eben mehr als ein Wohlfühlfest; so vertraut all die schönen Traditionen zu diesem Fest sind, die mir ebenso wichtig sind wie sicher auch euch, sie treffen nicht den Kern dieses Geschehens. Weihnachten berührt erst wirklich, wenn wir erkennen, nein, besser: spüren, was wirklich absolut ist in unserem Leben: Gott und Hunger. Oder anders: Eine tiefe Freude über die Menschwerdung Gottes und eine nicht minder tiefe Antriebskraft, sich allem entgegenzustellen, was einem würdevollen Menschsein hier auf Erden im Wege steht.  Dann können wir für uns auch sagen: „Der Geist Gottes, des Herrn, ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe  und alle heile, deren Herz zerbrochen ist, damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde  und den Gefesselten die Befreiung, damit ich ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.“

Christoph Simonsen
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10. Dezember 2017
2. Advent

Lesung: Jesaja 40,1-5.9-11
Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott. Redet Jerusalem zu Herzen und verkündet der Stadt, dass ihr Frondienst zu Ende geht, dass ihre Schuld beglichen ist; denn sie hat die volle Strafe erlitten von der Hand des Herrn für all ihre Sünden. Eine Stimme ruft: Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste! Baut in der Steppe eine ebene Straße für unseren Gott! Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, und was hüglig ist, werde eben. Dann offenbart sich die Herrlichkeit des Herrn, Alle Sterblichen werden sie sehen. Ja, der Mund des Herrn hat gesprochen.
Steig auf einen hohen Berg, Zion, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme mit Macht, Jerusalem, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme, fürchte dich nicht! Sag den Städten in Juda: Seht, da ist euer Gott. Seht, Gott der Herr, kommt mit Macht, er herrscht mit starkem Arm. Seht, er bringt seinen Siegespreis mit: Alle, die er gewonnen hat, gehen vor ihm her. Wie ein Hirt führt er seine Herde zur Weide, er sammelt sie mit starker Hand. Die Lämmer trägt er auf dem Arm, die Mutterschafe führt er behutsam.

Und sie gibt es doch: die Hoffnung
Da will einer was in Bewegung bringen, da in Jerusalem; da rüttelt jemand an die Gartenzäune der Enttäuschten und der Vergessenen und will echte Aufbruchsstimmung erzeugen. Ich geb zu, mir ist das alles ein wenig zu euphorisch, ich bin ja eher dem Nüchternen und Kognitiven zugetan. Diese Superlative sind mir erst mal zu viel. Allzu viel Gefühl und Nostalgie verunsichert mich, macht mich hilflos. Vielleicht muss ich an meinem überproportionierten Rationalismus arbeiten. Das mit der „verbeulten Kirche“, die Papst Franziskus letztens propagierte, liegt mir erheblich näher als das Geglättete, Begradigte, Geebnete; das wirkt auf mich eher unecht und gekünstelt. Leben ist eben nicht glatt.
Ich frag mich, warum mich dieser adventliche Text aus dem Jesaja Buch trotzdem immer wieder so berührt. Warum lass ich mich von dieser Sehnsucht so einspannen, dass alle Hürden überwunden werden, all die unzähligen Hügel des Lebens, die sich einem immer wieder in den Weg stellen? Dass all das Krumme begradigt wird, was sich durch die vielen Verbiegungen ergeben hat, die ich und wir immer machen müssen in unserem Leben? Und dass es grundsätzlich möglich ist, durch die Wüste zu gehen, ohne endgültig darin zu verrecken? Warum berühren mich diese Hoffnungsschimmer, die so unrealistisch sind und gegen alle Erfahrung sprechen, die mich das Leben lehrt? Warum überhaupt ist Hoffnung in mir? Wie kann Hoffnung leben in einer Welt, in der minütlich 6,25 Millionen Euro für Waffen ausgegeben werden, aber nur 0,5 Millionen Euro für soziale Projekte? Hoffnung ist so irreal wie der Weihnachtsmann am Heiligen Abend.
Aber sie ist da. Das ist verrückt, dass da eine Hoffnung ist, die fest daran glaubt, dass diese ganze verbogene, verbeulte, verlorene Welt dennoch gehalten, begleitet, getragen ist. Das ist verrückt! Aber so verrückt das ist, so real ist es auch. Alles, aber wirklich alles in unserer Welt spricht dagegen, dass aus diesem Sammelsurium von Interessen, Meinungen und Weltanschauungen eine Herde werden könnte, die sich mit Leib und Seele einem Hirten anvertraut. Aber dieser Hoffnungsschimmer war immer da. Obwohl von Anfang an ein Riss durch die Menschheit ging, schon zwischen Adam und Eva war es so, fanden sich immer welche, die fest daran glaubten, dass Frieden, Eintracht, Achtsamkeit möglich ist.

Diese unkaputtbare Hoffnung war immer da, schon im Jahr 740 vor Christus, als Jesaja seine ermutigende Botschaft in die Welt hineinrief und auch heute, da Menschen wie wir zusammenkommen und einander anvertrauen mit der Gewissheit, dass es mehr geben muss im Leben als Glühwein, Weihnachtsmann und Waffenstillstand an den Feiertagen. Es gibt eine Hoffnung, die in alle Wirklichkeiten des Lebens hineingreift und nicht tot zu kriegen ist.
Hoffnung ist nicht irreal, weltfremd, naiv. Weil Hoffnung nämlich einfach nicht tot zu kriegen ist, nicht wegzudenken, nicht wegzureden ist, ist sie auch real, wirklich. Und sie hat eine gestalterische Kraft. Diese Kraft einzubringen, liegt an uns. Wir sind Träger der Hoffnung. Gott hat sie unsterblich in uns hineingelegt, damit wir sie leben. Und damit wir wissen, wie das gehen kann, Hoffnungsträger sein, ist er selbst Mensch geworden, es uns vorzumachen, vorzuleben. Hoffnung leben in einer verbeulten Welt; anders leben in einer Welt, die immer in der Gefahr steht, dem Gleichschritt zu verfallen, mutiger Leben in einer Gesellschaft, in der wegzuschauen die Regel ist, eindeutiger Leben in einer Stadt voller Mehrdeutigkeiten.
Nein, diese Tage des Advent sind nicht dazu da, sich nostalgisch aufzuladen; sie sind uns geschenkt, um uns unserer gelebten Hoffnung zu vergewissern. Und es begleitet uns die Frage, ob wir leben, was wir hoffen.

Christoph Simonsen

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03. Dezember 2017
1. Advent

Lesung: Jesaja 63,16b-17.19.b; 64,3-7
Du, Herr, bist unser Vater, «Unser Erlöser von jeher» wirst du genannt. Warum lässt du uns, Herr, von deinen Wegen abirren und machst unser Herz hart, sodass wir dich nicht mehr fürchten? Kehre zurück um deiner Knechte willen, um der Stämme willen, die dein Eigentum sind. Reiß doch den Himmel auf und komm herab, sodass die Berge zittern vor dir. Seit Menschengedenken hat man noch nie vernommen, kein Ohr hat gehört, kein Auge gesehen, dass es einen Gott gibt außer dir, / der denen Gutes tut, die auf ihn hoffen. Ach, kämst du doch denen entgegen, die tun, was recht ist, / und nachdenken über deine Wege. Ja, du warst zornig; / denn wir haben gegen dich gesündigt, / von Urzeit an sind wir treulos geworden. Wie unreine (Menschen) sind wir alle geworden, unsere ganze Gerechtigkeit ist wie ein schmutziges Kleid. Wie Laub sind wir alle verwelkt, unsere Schuld trägt uns fort wie der Wind. Niemand ruft deinen Namen an, keiner rafft sich dazu auf, fest zu halten an dir. Denn du hast dein Angesicht vor uns verborgen / und hast uns der Gewalt unserer Schuld überlassen. Und doch bist du, Herr, unser Vater. Wir sind der Ton und du bist unser Töpfer, / wir alle sind das Werk deiner Hände.

Geboren um zu leben
War das eben in der Lesung ein Gebet: „Du, Herr, bist unser Vater…“? Ja, das muss ein Gebet sein, die direkte Ansprache macht es unmissverständlich, da spricht jemand Gott an, direkt und dazu ziemlich unverblümt. Und auch noch auffallend frech. Das muss man sich mal vorstellen, der Beter macht Gott dafür verantwortlich, dass die Menschen so hart sind, von Gottes Wegen abirren, ihn nicht mehr fürchten. Starker Tobak, finde ich, Gott hat bitte selbst zu verantworten, dass die Menschen ihm nicht mehr treu sind. Und er, Gott, soll doch bitte mal ein Donnerwetter von oben ertönen lassen, dass die Berge vor ihm erzittern, also, wohl eher die Menschen als die Berge. „Bitte lieber Gott, mach, dass wir Menschen ein wenig braver werden und wieder Ehrfurcht vor dir haben“, so klingt das. Ziemlich naiv für einen erwachsenen Menschen.
Und dann wird dem Beter scheinbar bewusst, was er da gesagt hat und bemüht sich sehr, Gott nicht zu sehr zu erzürnen. Wir Menschen wüssten doch, dass es keinen anderen Gott gibt, der denen Gutes tut, die auf ihn hoffen und tun was recht ist. Und wir wüssten auch, dass wir wohl noch an uns arbeiten müssten, und nachdenken sollten über seine Wege, Und wir wüssten auch, dass wir eigentlich die sind, auf die er, Gott allen Grund hätte, zornig zu sein. Das Gebet mündet dann in der Erkenntnis: „Wir sind der Ton, und du bist der Töpfer, wir alle sind das Werk deiner Hände“. Der Beter findet schlussendlich zurück zu einem angemessenen Maß und vermag sein Verhältnis zu Gott und überhaupt das Verhältnis der Menschen zu ihrem Gott wieder etwas ehrlicher einzuordnen.
In diesem ganzen Gebet erkenne ich so einen gewissen typischen Grundduktus von uns Menschen: Zunächst spielen wir den großen Zampano, dann erkennen wir, dass wir übers Ziel hinausgeschossen sind und bekennen ehrerbietig unseren Kleinmut, und zum Schluss sehen wir dann doch ein, dass wir Menschen eben doch nicht das Maß aller Dinge sind.
Ja, wir Menschen sind schon sehr von uns eingenommen und skeptisch sind wir von Natur aus, wenn wir uns in ein größeres Ganzes einordnen müssen. Dass wir uns auf andere einlassen, anderen Vertrauen schenken, uns anderen überlassen, das ist alles andere als selbstverständlich. Wir wollen die Macher sein, die Entscheider, die Zukunftsplaner, die Wegbereiter. Gut, dass wir so langsam begreifen, dass wir das alles nicht sind. Wir haben das Leben nicht wirklich im Griff, wir sind dem Leben oft ausgeliefert und uns gelingt es weiß Gott nur spärlich, dem Leben auf dieser Erde Sicherheit zu geben, geschweige denn Zukunft. Ich denke, ich kann mir ersparen, wo überall wir Menschen versagen, und da denke ich nicht an die anderen, ich rede von Euch und mir. An so vielen Stellen entgleitet uns das Leben und das nicht selten gerade deshalb, weil wir uns selbst immer wieder überschätzen. Selbstüberschätzung ist wohl eine der größten Übel, an denen die Schöpfung heute leidet.
Ich frage mich immer wieder, und da bin ich glaube ich nicht alleine, ob zu beten Sinn macht, denn kein Gebet nimmt mir die Verantwortung für mein Leben ab. Gleicht ein Gebet nicht eher einem Selbstbetrug, insofern der Eindruck erweckt wird, da wäre einer, der alles zum Guten richten könnte? Im letzten hängt doch tatsächlich alles an uns Menschen. Wer so denkt, den müsste das eben gehörte Gebet nachdenklich stimmen. Denn dieses Gebet lenkt die Aufmerksamkeit nicht zuerst nach oben sondern nach innen. Das Gebet ändert nicht etwas, das Gebet ändert mich, den Menschen. In der Tat, es hängt alles an uns, aber anders, als wir denken. Wer sich innerlich öffnet, ‚Gott, Vater, Herr‘ zu sagen; wer einmal den Blick weg von sich wendet und eine substantielle Begrenztheit in sich akzeptiert, der erfährt nicht nur eine neue Demut in sich, eine Ehrfurcht und Liebe zu seiner/ihren eigenen Unfähigkeit, der erfährt darüber hinaus auch eine große Weite und Freiheit, diese Begrenztheit mit Leib und Seele anzuerkennen. Aus dieser Ehrlichkeit wird dann eine neue Form der Verantwortlichkeit geboren, nämlich vor allem zu ehren, was uns anvertraut ist. Als erstes ehren, dann handeln und formen. Nicht die eigene Macht und Kraft wird die Welt heiler und menschlicher machen sondern die Ehrfurcht vor allem, was geschaffen und mir geschenkt und zur Verfügung gestellt ist.
Das Gegenteil von Selbstüberschätzung ist eben Ehrfurcht; Ehrfurcht, die das andere, den anderen groß macht, bringt das eigene Leben in Bewegung, in eine Lebensbewegung, die dem Großen, dem Ganzen, der Welt gut tut.
Heute, mit dem Beginn der Adventzeit, hätten wir die Möglichkeit, uns zu prüfen, ob wir auf das Christkind warten, das uns schöne Geschenke unter den Tannenbaum legt; dann können wir aber mit Gewissheit damit rechnen, dass wir schon wenige Tage wieder gefangen werden von den Strukturen dieser Welt und eintreten in den Konkurrenzkampf darüber, wer der Beste, Größte, Schönste, Wichtigste auf dieser Erde ist. Wir können aber die nächsten 24 Tage auch dazu nutzen, uns zu fragen, ob wir uns vielleicht betend anvertrauen mögen dem, auf dessen Menschwerdung wir zugehen und der uns ein Menschsein vorgibt, das nicht dem Trugschluss der Größe erliegt sondern die Größe der Demut offenlegt; einer Demut der Ehrlichkeit, wie sie der Beter zeigte, von dem wir eben gehört haben. „Wir sind der Ton, du bist unser Töpfer“.

Christoph Simonsen

 


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Oktober -Christkönig 2014

Juli-Oktober 2014

5. Sonntag im Jahreskreis Lesejahr A 2014  bis Semesterschluss 2014

Fasten- und Osterzeit 2014

2.-8. Sonntag im Jahreskreis Lesejahr A 2014


Advent- und Weihnachtszeit Lesejahr A 2013/ 2014

21.Sonntag bis Christkönig – Lesejahr C 2013

8.-15. Sonntag im Jahreskreis C – 2013

 Ostern bis Pfingsten 2013