Zuspruchs-Voll

Ambitioniert, aber realisierbar fanden die Vertreter der Staatengemeinschaft ihre Klimaschutzziele, die sie im Abkommen von Paris im Dezember 2015 festschrieben.
Der Begeisterung über diese weltweite Einigung folgte bald die Ernüchterung bei der Übernahme dieser Ziele in die nationale Politik. Auch die deutsche Regierung blieb bisher hinter den europäischen Klimazielen zurück.
Die erwarteten Zumutungen für Wirtschaft und Gesellschaft scheinen zu wenig verträglich zu sein, als dass dem ambitionierten Aufbruch in eine CO2 neutrale Zukunft -diese ist u.a. eine Voraussetzung der Begrenzung der Erderwärmung auf 2°C- denn nun auch konkrete und konsequente Taten in einem vertretbaren Zeitraum folgen würden.
Den dringenden Handlungsbedarf und die konsequente Umsetzung der Vereinbarungen fordern die ein, deren Zukunft gefährdet ist: Pazifische Inselstaaten, die Bewohner der Polarregionen – und Jugendliche aus aller Welt, die in der #fridaysforfuture-Bewegung, unterstützt durch Wissenschaftlerinnen, Eltern und Lehrerinnen die Gesellschaft zu radikalem Umdenken, zur Transformation unserer Wirtschaft und Industrie auffordern.
Ignoranz, Abwehr, lächerlich machen sind die fast schon hilflos wirkenden Reaktionen der Mächtigen in solch bedrängenden Situationen der Weltgeschichte und es braucht Zuspruch, Mut und ein starkes Standing dennoch einzustehen und aufzustehen für ein “Trotzdem”:
Vor mehr als 3000 Jahren erfährt ein wegen Totschlags eines Sklaventreibers Verfolgter, am Pharaonenhof wie ein Sohn ausgebildeter Israeli mit Namen Moses den Anruf und Zuspruch eines Gottes, der sich als “Ich bin da” (Jahwe) bezeichnet. Moses, der bisher nur den Gott-König Pharao kannte und dessen menschenverachtende Grausamkeit seinem Volk, wie seinen Feinden gegenüber, fragt deshalb, wer denn dieser Ich-bin-da sei. Er erhält die Antwort, dass Ich-bin-da der Gott Israels ist und schon immer das Volk Israel begleitet hat. Er ist der Gott, dem es vertraut, mit dem es gerungen hat. “Ich habe das Elend meines Volkes gesehen, ich kenne ihr Leid” Und dann beruft und beauftragt der Ich-bin-da Gott Moses als Protagonisten des erlösenden Aufbruchs in eine ungewisse Zukunft und verheisst ein Land, einen Zustand, in dem es sich gut leben lässt, in Freiheit, Liebe und Gerechtigkeit.
Moses versucht den Auftrag loszuwerden, verzwergt seine charismatischen Führungsqualitäten, ….
Als alle Argumente und Vorbehalte nicht ziehen, nimmt er die Aufgabe an, nachdem ihm zugesichert wird, dass nicht nur Gott bei ihm ist, sondern er im Team mit charismatischen Frauen und Männern seines Vertrauens den Auftrag ausführt. (Exodus 3,1 – 4,17)
Der Zuspruch Ich-bin-da erging in der Geschichte immer wieder zum Wohl der Menschheit. Angesichts der großen Herausforderungen der Jetzt-Zeit bewirkt er Solidarität, Achtsamkeit, Selbstbesinnung, Mut zur Veränderung, Aufbruch, … , wenn wir uns diesem Zuspruch vertrauensvoll stellen als Verbraucherinnen, als Politikerinnen, als Wirtschaftslenker*innen, als Zukunft-Gestaltende Menschen!

Ermutigung:

Wenn du dir die Hände
nicht schmutzig machen willst
und dir einredest,
dass genug andere Menschen aktiv werden könnten,
dann wünsche ich dir den Mut,
dich für die Wahrheit zu entscheiden.

Wenn du merkst,
dass Menschenrechte mit Füßen getreten werden,
dann wünsche ich dir den Mut,
dich einzumischen
und Partei zu ergreifen für ein Leben in Würde.

Wenn du erkannt hast,
was auf dem Spiel steht,
aber vor den damit verbundenen Hindernissen zurückschreckst,
dann wünsche ich dir den Mut,
über deinen Schatten zu springen.

Angela Lohausen/ Guido Schürenberg – Früh-/ Spätschichten – Misereor Fastenaktion 2017

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