Zukunftskunst

Zukunftskunst

raucht es, wenn der Umbau zu einer sozial und ökologisch gerechten Welt noch gelingen soll – sagt Prof. Uwe Schneidewind, Leiter des Wuppertaler Instituts für Klima, Umwelt, Energie in seinem Buch “Die große Transformation” (Frankfurt 2018).
(Seine Thesen dazu wird er auch am Mi 6. November im Audimax bei einer gemeinsamen Veranstaltung von KHG und ESG erläutern.)
Zukunftskunst
das ist Gestaltungswille und -fähigkeit, Kreativität, Möglichkeiten entdecken und nutzen angesichts einer Weltsituation, die gekennzeichnet ist durch vielfältige Krisen, die zeitgleich, grundlegend und nachhaltig angegangen werden müssen:
Der Klimawandel und seine unumkehrbaren Folgen wie Hitzewellen, Unwetter, Klimazonenverschiebungen, Überschwemmungen, Dürrekatastrophen, Missernten, Wassermangel, Klimaflüchtlingen …
Dazu kommen kriegerische Konflikte, Handelskriege, zunehmend nationalistische und populistische Bewegungen, die versuchen die Weltgemeinschaft zu spalten, die globale Verantwortung zu verleugnen und das gesellschaftliche Klima zu vergiften.

Die biblischen Geschichten erzählen von ökologischen und menschlichen Katastrophen und von den Versuchen der Menschheit unabhängig von Gott, der nach jüdischer, christlicher und muslimischer Überzeugung der Schöpfer der Welt ist und diese den Menschen als Lebensraum geschenkt hat, diese Welt nach ihren egoistischen Vorstellungen zu gestalten – und ihrem nachhaltigen scheitern.
In der biblischen Erfahrung dagegen sind gesellschaftliche Transformationen dann erfolgreich, wenn die sie gestaltenden Menschen sich von Gott getragen wissen und auf ihn vertrauend in Gemeinschaft von Gleichgesinnten ihre Lebenswelt reformieren, so wie sie von ihrem Schöpfer gedacht war.
Prophetische Mahner*innen und mit ihnen sich solidarisierende Bewegungen fordern die große Transformation, Denker und Wissenschaftler stellen Lösungsmöglichkeiten vor. Der gesellschaftliche Konsenz, dass die Transformation notwendig ist, ist in der Weltgemeinschaft und in den einzelnen Staaten weitgehend vorhanden. Was fehlt ist die Bereitschaft zum Verzicht als Konsequenz – und der Glaube an den mittragenden, weil liebenden und deshalb solidarischen Gott.

Herr, unser Schöpfer,
gesegnet hast du deine Geschöpfe,
Menschen und Tiere,
aus deiner Hand kommen sie und wir.
Deine Liebe hat uns zusammengebracht.
Wir haben uns von dir entfernt
und darum die Mitgeschöpfe preisgegeben
an Willkür, Ausbeutung und Experiment.

Herr, dein Segen bringe uns wieder zusammen.
Lass uns den Regenbogen erkennen,
der über uns und sie gespannt ist.
Mache uns wieder dankbar für dein Geschenk;
öffne uns die Augen für den Reichtum dieser Erde.

Segne uns durch neues Staunen.
Lass uns auf die Sprache achten,
die Bruder und Schwester Tier sprechen,
lass uns achten auf die Sprache
von Pflanzen, Blumen und Bäumen.

Segne uns durch neue Freude über alle Geschöpfe
und halte uns verbunden in dir.

Eberhard Röhrig (Jeden Augenblick segnen, Verlag am Eschbach 2005, S.198)

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