vorsätzlich

Der Jahreswechsel ist die Zeit der “guten Vorsätze”: die einen wollen aufhören zu rauchen, die anderen abnehmen, wieder andere wollen sich oder etwas in ihrem Lebensstil verändern.
Aber der bloße Vorsatz ohne entsprechendes Handeln ist folgenlos! Und überhaupt “Gute Vorsätze sind auch nur eine perfide Masche, um uns Selbstoptimierung zu verkaufen.” – oder?
Da treffen sich dieser Tage internationale Spitzenpolitiker aus mehr als 50 Staaten zum Umweltgipfel “One Planet Summit” in Paris. Vorsätze, welche Klimaziele sie bis 2050 erreichen wollen, um die Klimakatastrophe abzuwenden gibt es seit der Pariser Klimakonferenz vor 5 Jahren zu Hauf, gehandelt haben sie eher zögerlich und kleinlich. Und dann kam ja noch die Flüchtlingskrise dazu und seit einem Jahr lähmt die Pandemie das konsequente Umwelthandeln und fordert naheliegendere Handlungsoptionen und unpopulären Konsum- und Kontakt-Verzicht.
Da ist die Willensbekundung fast 12 Milliarden in ein ins Stocken geratenes Umweltprojekt in Afrika zu investieren zunächst mal ein guter Vorsatz.
Beim näheren Hinsehen stellen sich Fragen nach der Ernsthaftigkeit und den Nebenabsichten solcher Beschlüsse.
Die Initiative mit dem wohlklingenden Namen “Große grüne Mauer” soll die Ausbreitung der Sahara und somit die weitere Wüstenbildung stoppen. Auch Hungersnöte und Dürren und damit einhergehende Fluchtursachen in der Region sollen so bekämpft werden. Bisher hat die Initiative, die bereits in den 2000ern ins Leben gerufen wurde, aber nur wenige Bäume gepflanzt. 15 Jahre lang verschleppt soll es nun in 10 Jahren vollendet werden, wenn der gute Vorsatz denn auch durch die notwendigen Finanzen beglaubigt wird.
Initiiert wurde der jetzige Beschluss durch die “High Ambition Coalition for Nature and People” der auch Deutschland beigetreten ist, sie will weltweit 30 Prozent der Landes- und Meeresflächen schützen.
Mit der Glaubwürdigkeit solcher politischen Initiativen ist es häufig nicht weit her, wenn andere, populärere Notwendigkeiten auf nationaler Ebene sich aufdrängen. Und was gibt es Wichtigeres als die nationale Gesundheit? – Vielleicht die internationale Solidarität, auch in der Pandemie?
Der Maßstab Jesu zum vorsätzlichen Handeln ist in der Bergpredigt eindeutig markiert: “Sag einfach ›Ja‹ oder ›Nein‹. Alle anderen Beteuerungen zeigen nur, dass du dich vom Bösen bestimmen lässt.« (Mt5,37)
Der Glaubwürdigkeit politischer Reden und Absichtserklärungen nicht nur in diesem Wahljahr und nach einem Failed- und Lügen- President in den USA und angesichts der autokratischen und populistischen Politik in immer mehr Staaten würde diese Haltung und Ethik der Bergpredigt gut tun.
Mein Vorsatz für dieses Jahr, auch wenn er nicht so einfach zu leben ist: “Sag einfach ›Ja‹ oder ›Nein‹. Alle anderen Beteuerungen zeigen nur, dass du dich vom Bösen bestimmen lässt.« (Mt 5,37)
GS 12. Januar 2021

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