Verplant?

Krisenbedingt werden nun schon seit März meine Pläne durcheinander gebracht oder müssen zumindest auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Aber, wer kann schon genau sagen, wie die Situation im nächsten Jahr sein wird.
Gut, dass bei mir nicht die berufliche Existenz davon abhängt, wie bei Künstlern, Freiberuflichen, Sportlern, …
Unser Frankreich-Urlaub im Juli, abgesagt – Vielleicht im nächsten Jahr?
Die Hochzeit eines Freundes und die meiner Tochter, abgesagt – vielleicht in 2 Jahren, da die Locations wegen der Absagen in diesem Jahr für das nächste Jahr schon belegt sind?
Das Konstantin Wecker Konzert im August, abgesagt – Die Tickets sind auch in der nächsten Saison gültig!
Besuche bei Kindern und Enkeln – besser nicht, zu hohes Infektionsrisiko, wegen Schule und KiTa!
Die Mitgliederversammlung, die Teamsitzungen, die Bundeskonferenz, … ja, aber nur als ZOOM-Konferenz und kürzer, eben anders …
Die Gottesdienste: erst abgesagt, dann zögerlich ersetzt durch Video-Streams von einsamen Priestern an einsamen Altären, ohne Mitfeiernde …
Gefordert ist Flexibilität, der Situation angepasst, kreativ nach möglichen Alternativen suchen, … und entdecken, dass sich neue Erfahrungen machen lassen, die im Plan nicht vorgesehen waren.
John Lennon, einer der Philosophen der Pop-Kultur, hat mal gesagt: “Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.”
Statt unseren verunmöglichten Planungen nachzujammern, in unseren Veranstaltungskalendern immer nur „fällt aus“ zu markieren, möchte ich das Leben, die Wirklichkeit als Chance ergreifen immer wieder neu die Möglichkeiten zu entdecken für ein erfülltes Leben.
Je älter ich werde, fällt mir diese Haltung natürlich schwerer – weil mir die Sicherheit fehlt. Dabei habe ich als Glaubender eine “Lebensversicherung”, wie der Jesuiten-Pater Alfred Delp kurz vor seiner Hinrichtung durch das Naziregime zu Weihnachten 1944 schrieb:
„Lasst uns dem Leben trauen, weil wir es nicht allein zu leben haben, sondern Gott es mit uns lebt.“
Meine Pläne helfen mir nur, wenn ich sie als Ideengerüst betrachte und bereit bin mich von ihnen zu trennen und das Leben, so wie es mir gerade begegnet, zu leben.

GS 12. August 2020

Ein altes Kirchenlied (1657 – von J.S. Bach vertont) -Wendepunkt im Roadmovie “Vaya con Dios”- drückt das aus:

  1. Wer nur den lieben Gott läst walten
    Und hoffet auf Ihn allezeit
    Der wird Ihn wunderlich erhalten[3]
    In aller Noht und Traurigkeit.
    Wer Gott dem Allerhöchsten traut
    Der hat auf keinen Sand gebaut.
  2. Was helfen uns die schweren Sorgen?
    Was hilft uns unser Weh und Ach?
    Was hilft es daß wir alle Morgen
    Beseuftzen unser Ungemach?
    Wir machen unser Kreutz und Leid
    Nur größer durch die Traurigkeit.

  1. Sing / bet / und geh auf Gottes Wegen
    Verricht das Deine nur getreu
    Und trau des Himmels reichem Segen
    So wird Er bey dir werden neu.
    Denn Welcher seine Zuversicht
    Auf Gott setzt / den verläst Er nicht.

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