Optimistisch betrachtet

Die Ausblicke auf dieses noch neue Jahr von politischen und wirtschaftlichen Beobachtern sind geprägt von Befürchtungen und Unsicherheiten bezüglich der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Der Fokus liegt für uns Europäer da auf den Auswirkungen der amerikanischen Präsidentschaft und dem Ausgang der Wahlen in den Niederlanden, in Frankreich und der Schweiz.
Was erwarten wir, welche Zukunftsperspektiven haben wir?
Je nach Veranlagung sind sie optimistisch oder pessimistisch. “80 Prozent der Menschen sind unrealistisch optimistisch” sagt Tali Sharat vom University College London. Die Psychologin und Neurowissenschaftlerin hat dem optimism bias – unserem Hang, die Zukunft rosiger zu sehen, als sie sein dürfte – ein Buch gewidmet. Zum Schönmalen tendieren demnach Frauen wie Männer gleichermaßen, Menschen jeden Alters und aus allen Kulturkreisen. … “Das menschliche Gehirn ist auf Optimismus programmiert” sagt Sharot. Sie … fand heraus, dass das Hirn uns einen Streich spielt: Die untere Stirnwindung des Frontallappens -der Gyrus frontalis inferior-, der Erwartungen an die Zukunft mit der Realität abgleicht, verarbeitet bei den meisten Menschen Informationen auf sehr eigene Weise: Während er positive Nachrichten über künftige Ereignisse stark wahrnimmt, blended er negative weitgehend aus.” (Zeit 3/2017, S. 20)
Das hat Konsequenzen nicht nur für unsere “Weltsicht” sondern auch für unser entsprechendes Handeln. “Ich mache mir die Welt, so wie sie mir gefällt” (Pippi Langstrumpf). Wenn das Ziel meines Handelns eine bessere Welt für alle ist, wie sie die Entwicklungsziele der Vereinten Nationen beschreiben, dann hilft mir dieser Optimismus auch Wiederstände zu überwinden und durchzuhalten, trotz der Trumps dieser Erde und anderer Unwägbarkeiten, denn so sagt das Rheinische Grundgesetz: “Artikel 3: Et hätt noch emmer joot jejange”                              GS 17.Jan 2017

An jedem Morgen ein Stückchen Schönheit
und Augen, sie auch inmitten der Hässlichkeit
zu entdecken

An jedem Morgen eine kleine Melodie
und Ohren, ihr auch inmitten des Lärmens
zu lauschen

An jedem Morgen einer Blüte Duft
und die Nase, ihn auch inmitten von Abgaswolken
einzuatmen

An jedem Morgen eine frische Frucht
und eine Zunge, ihre Köstlichkeit
zu schmecken

An jedem Morgen einen Sonnenstrahl
und eine Haut, seine Milde und Wärme
zu spüren –

und in lichten wie in dunklen Stunden
das Wissen, geborgen zu sein
in Gottes Händen

Wilma Klevinghaus, Jeden Augenblick segnen, Verlag am Eschbach 2005, S.17

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