Der Ansturm auf die spanischen Enklaven Ceuta und Melilla am letzten Julitag wird von einigen europäischen Regierungen als Angriff auf Europa etikettiert, provoziert durch die Legalisierung von mehr als 500000 irregulären Migrationen durch die spanische Regierung.
Ein Akt der Humanität, ähnlich der Grenzöffnung für Geflüchtete durch die Bundesregierung vor 11 Jahren.
Überwiegend junge Menschen aus dem Überwachungsstaat Marokko erhoffen sich in Europa Arbeit, ein gesichertes Auskommen, Selbstbestimmung, Freiheit, eine lebenswerte Zukunft – und mehr als 70 von ihnen haben für diese Hoffnung ihr Leben gelassen. Auch wenn noch unklar ist, wer und mit welcher Motivation hinter dieser offenbar organisierten Bewegung steckt, destabilisiert und spaltet diese Aktion der auf eine lebenswerte Zukunft Hoffenden die Europäische Gesellschaft.
Ängste vor „den Fremden, den Ausländern“ werden geschürt, die „unsere Sozialsysteme unterwandern“, das „Stadtbild verschandeln“, „die innere Sicherheit unseres Landes bedrohen.“
Europa rühmte sich als Wertegemeinschaft, die für Humanität und Solidarität steht und sah dies begründet in der jüdisch-christlichen Tradition. Populistische, Wahlkampf-Sonntags-Reden.
Einen Tag nach diesem „Ansturm auf Europa“, dreiviertel der „Angreifer“ waren wieder nach Marokko zurückgekehrt erlebte ich das OpenAir Konzert FOR A BETTER WORLD des 90jährigen, jüdischen Klarinettisten Giora Feidman, argentinisch, US-amerikanisch und deutscher Staatsbürgerschaft. Mit einer spanischen (!) Pianistin spielte er „For a better world“ des iranischen Komponisten Majid Montazer. „Die Seele der Klarinette“ setzte all dem erlebten und erlebbaren Unrecht, Hass, Krieg und Gewalt die Hoffnung auf eine bessere Welt entgegen: (Fast) ohne kommentierende Worte, reiner Klang, harmonische, Leben bejahende, mitreißende, sinnlich-spirituelle Musik, getragen von der grenzenlosen und völkerverbindenden Sehnsucht nach Freiheit, Humanität, Gerechtigkeit und Liebe. Der Klang des BUEN VIVIER. Soundtrack des Weges zum Gottesreich der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens.
Die Sehnsucht nach Freiheit ist und bleibt grenzenlos.
GS 4. Aug 2026
