Gelassen bleiben

In dieser Zeit der Krisen (Entscheidungsnotwendigkeiten), Katastrophen (Umwendungen zum Schlechten) und politischen und religiösen Radikalisierungen fällt es mir schwer gelassen zu bleiben, nicht in Panik oder gar Depression zu fallen. Eine erste, spontane Reaktion ist dann oft eine Überreaktion. Dabei wäre eher nachdenken angesagt, strukturieren, differenzieren und dann erst Aktion.
“Es gehört zur Tragik von Menschen, dass wir in Situationen, in denen wir besonders gefordert sind, uns auf eine Weise in Aufgaben stürzen, die die Gefahr mit sich bringt, dass wir uns darin immer mehr verlieren. So leben wir immer weniger im Einklang mit uns selber” und unserem sozialen Umfeld. (Pierre Stutz)
Ich habe das Gefühl dass ich, dass diese Gesellschaft, in der ich lebe ihre Mitte verloren hat, ihre innere Kraft, ihre (Selbst-)Sicherheit. Ja, dass sie Gott verloren hat.
Aber ich, wir, diese Gesellschaft braucht diese innere Mitte, diese Selbstsicherheit und Orientierung, um gelassen die Herausforderungen unseres Lebens und der Zukunft dieser Welt anzunehmen und mit zu gestalten.            GS 16. Okt. 2018

Meine Sehnsucht ist groß
ich selber zu werden
nicht gelebt zu werden
sondern aus meiner Mitte heraus
mich entfalten zu können

Meine Sehnsucht ist groß
mich lassen zu können
Idealbilder von mir loszulassen
damit ich immer mehr so werde
wie Gott mich von Anfang gemeint hat:
als sein Abbild

Meine Sehnsucht ist groß
mich zu finden
weil ich nur so Gott finden kann
im tiefsten Seelengrund,
wo ich sein darf vor aller Leistung

Meine Sehnsucht ist groß
mich lassen zu können
um in meinen Gaben
meine Lebensaufgabe zu entdecken
im Entfalten und Aufgeben meiner Gaben

Pierre Stutz (Einfach leben, Verlag am Eschbach 2004, S.39)
Foto: Moritz Deschamps

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