Einatmen! – Ausatmen!

Die Hygiene- und Abstandsregeln der Pandemie-Situation gehen manchen zu weit. Sie werden als massiver Eingriff in die persönliche Freiheit empfunden. Dabei sollen und wollen sie uns anhalten, dass wir uns gegenseitig vor der Ausbreitung des Virus schützen.
Achtsamkeit füreinander und Solidarität miteinander wurden zu Beginn der Pandemiezeit von vielen wieder neu als gesellschaftliche Grundhaltung in dieser Krisenzeit entdeckt. Mit sinkenden Infektionszahlen wird die Forderung nach “Normalität” wieder lauter und die unsichtbare Bedrohung durch Aerosole in der Atemluft wird von den einen ignoriert, den anderen gerade deswegen gefürchtet.
Die restriktiven Regeln der Pandemie-Zeit haben das Wohl der Menschen im Blick und werden dennoch oft genug von Ignorantinnen, Verschwörungstheoretikerinnen und auch von Bürgerrechtler*innen desavouiert.
Auf die Beschränkung unserer persönlichen Freiheit in der Gesellschaft und auch in der Kirche reagieren wir empfindlich, teils aggressiv, fühlen uns unterdrückt, …
Jesus nimmt unter seinen Volksgenossen ähnliche Empfindungen wahr, ausgelöst durch die das ganze Leben regulierenden Verhaltensregeln des jüdischen Gesetzbuches, als „Gesetz des Mose“ quasi göttlich legitimiert.
Er sieht die Not der Menschen, die alles richtig machen wollen, aber es nie wirklich schaffen, da viele Regeln und Gesetze unterschiedlich von den Religionsbehörden ausgelegt werden, bzw. sich sogar wiedersprechen. “Ihr plagt euch mit den Geboten, die die Gesetzeslehrer euch auferlegt haben. Kommt alle zu mir; ich werde Euch aufatmen lassen!” (Mt 11, 28 nach F.Stier) Er fordert sie auf von ihm zu lernen, dass der Maßstab jeglichen Verhaltens und Handelns das Wohl der Mitmenschen sein muss. Diese neue Lehre wird uns “aufatmen und leben” finden lassen.
So gesehen sind Masken tragen Zeichen der Achtsamkeit füreinander und der Solidarität miteinander, was ja das neue Erleben zu Beginn der Pandemie war.
Also trotz oder gerade wegen der Masken”pflicht” und anderer vermeintlich meine Freiheit einschränkenden Regeln: Einatmen … und Ausatmen …
Gelassenheit spüren und “Aufatmen finden für mein Leben” (Mt 11,29 nach F.Stier)
GS 7. Juli 2020

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