Don’t be a MAYBE …

… war der Slogan einer inzwischen verbotenen Zigarettenwerbung.
Er griff die Etikettierung einer ganzen Generation auf, die der Journalist Oliver Jeges quasi in einer Selbstdefinition als Generation ohne Eigenschaften, ohne Profil – zwar gut ausgebildet, aber ohne Plan und Mut zu Entscheidungen bezeichnet. Sie kommen nicht mit der ihnen gebotenen “Anything goes!”-Mentalität klar, die vielen Optionen, die ihnen offen stehen, überfordern sie. Getrieben von einem Individualitätszwang sind die “Twentysomethings” kaum noch unter einem gemeinsamen Begriff zusammenzufassen – außer vielleicht unter dem der “Zweifler”. Dinge auszuprobieren und nicht zu allem schon eine Meinung zu haben, sondern “vielleicht” zu sagen, sei ein Kennzeichen dieser Generation.
Ich finde es sehr pauschalisierend so eine ganze Generation zu etikettieren und mein Erleben von Studierenden kennt auch andere Erfahrungen. Dennoch, diese Orientierungslosigkeit und das sich (noch) nicht festlegen können oder wollen ist ja auch die Scheu und vielleicht auch die Angst sich zu binden und Verantwortung zu übernehmen – für sich selbst, für andere und für die gemeinsame Zukunft.
In der biblischen Tageslesung vom Samstag, 16. Juni fordert Jesus seine Follower auf: Euer Ja sei ein Ja und Euer Nein ein Nein – Alle anderen Beteuerungen zeigen nur, dass du dich vom Bösen bestimmen lässt. (Mt 5, 33-37)
Hatte es Jesus schon mit MAYBEs zu tun? Nein, ihm ging es nicht um notwendige Entwicklung, sich und etwas auszuprobieren, eine Lebensrichtung zu finden. Ihm geht es um Verläßlichkeit, um Glaubwürdigkeit. Ob ich mit jemandem rechnen kann und er mit mir.
Wir erleben z.Zt. auf der politischen Bühne diese Unzuverlässigkeit und Wankelmütigkeit, gegen die sich schon Jesus gewandt hat. Da werden mit viel Aufwand Verträge ausgehandelt und Spitzentreffen inszeniert und dann reicht ein Tweet oder eine bevorstehende Wahl, um alle Absprachen von jetzt auf gleich zu kippen.
Bin ich auch manchmal ein MAYBE, der sich nicht festlegen lässt oder aktiv seine eigenen Zusagen hintertreibt? -Das wäre in der Tat vom Bösen!            GS 19. Juni 2018

ICH HOFFE, WÜNSCHE, BITTE, BETE

Ich hoffe,
dass es irgendwann einmal
möglich sein wird,
dass alle Menschen auf der Erde
tolerant und respektvoll
miteinander umgehen.

Ich wünsche mir
eine Welt ohne Wettrüsten
und ohne Krieg,
eine Welt, in der kein Mensch
Angst um sein Leben haben muss.

Ich bitte,
dass es der Medizin bald gelingen wird,
alle bis jetzt noch unheilbaren Krankheiten
behandeln und erfolgreich bekämpfen
zu können.

Ich bete
für eine Zeit, in der kein Bewohner
dieses Erdballs
hungern und dürsten muss,
und für humane Lebensbedingungen
auf jedem Fleck dieser Erde.

Ich hoffe, bitte, bete
und ich wünsche mir all dies,
aber es fällt mir schwer zu glauben,
dass dies wirklich einmal Realität werden könnte.

Susanne Thielert (Love&Pray, Verlag Haus Altenberg 2011, S.22)

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