Crisis? – What Crisis?

Anflug von Retro-Romantik anlässlich 50 Jahre Woodstock-Festival. Meine Schallplattensammlung aus den 70ern durchgeschaut. Neben anderen lange nicht gehörten Schätzchen, das Album der britischen Rockgruppe SUPERTRAMP von 1975 mit dem Titel CRISIS? WHAT CRISIS? wiederentdeckt. Aufgenommen unter dem Eindruck der 1. Ölkrise. Diese demonstrierte die Abhängigkeit der Industriestaaten von fossiler Energie, insbesondere von fossilen Treibstoffen. Einerseits führte diese Krise zu drastischen Energiesparmaßnahmen und gleichzeitig förderte sie die Sensibilisierung breiter Schichten für unsere Abhängigkeit von endlichen Rohstoffen auf diesem Planeten, auf die parallel der Club of Rome 1974 verwies mit der Studie “Die Grenzen des Wachstums”
Die Krisenszenarien sind längst weltweit spürbare Wirklichkeit geworden, aber Ignoranz und Schuldzuweisung sind nach wie vor da. “Die Araber” (Ölkrise) sind in der Krisenverursacheridentifikation zu “die Afrikaner” geworden, die Wälder abholzen und verbrennen zur Energiegewinnung (Clemens Tönnies, Fleischfabrikant und Aufsichtsratvorsitzender des Schalke 04) und so den CO2 Kollaps beschleunigen.
Krise kommt aus dem Griechischen und bedeutet eine „schwierige Situation, Zeit, die den Höhe- und Wendepunkt einer gefährlichen Entwicklung darstellt“ (Duden) und leitet sich von “Entscheiden” ab. Es sind also Entscheidungen zu fällen, um die Klimakatastrophe abzuwenden. Stattdessen wiegeln wir ab, sind nicht zuständig, prokrastinieren in der Hoffnung, dass irgendwie, irgendwem schon eine Lösung einfällt die Katastrophe aufzuhalten.
Damals wie heute sind es die Jugendlichen, deren Zukunft auf dem globalen Spiel steht, die ihren Protest laut hinausschreien und singen. Sie fordern die Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf, endlich zukunftsfähige und -sichernde Entscheidungen zu fällen und Verantwortung zu übernehmen. Die Unterstützung liefern Wissenschaftler und Künstler. Trotz Hatespeech und Hetze in social media ist auch bei future-Demos und -Camps “Love, Peace and Understanding” das, was die Bewegung stärkt und trägt für eine lebenswerte Zukunft für uns alle. Und die alte Hymne LET IT BE -damals gesungen von der Ikone der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung Joan Baez- gibt (fast schon religiöse) Kraft in der Krise durchzuhalten und sein, das Leben zu leben. GS 20. August 2019

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