Bleibt besser zuhause!

Diesen Auf- und Ausruf von Prof. Christian Drosten habe ich nunmehr genau 1 Jahr lang befolgt, mehr noch, ich habe auch keine “Clubs oder Partys” und keine “Präsenz-“-Gottesdienste und Gremien-Sitzungen besucht. Und ich musste leider auch auf den Besuch von Kindern und Enkeln -bis auf sehr wenige Ausnahmen und diese dann noch begleitet von Schutzmaßnahmen und Quarantänen- verzichten. Hochzeiten mussten ausfallen und Tote wurden weitgehend unter Ausschluss von Freunden und Bekannten zu Grabe getragen.
Manches fehlte mir im zurückliegenden Jahr des Social Distancing: Spontane Besuche, die greifbare Nähe von Menschen, die mir wichtig sind, das Zusammensein mit Freunden, ja auch das unbekümmerte Feiern, einfach so. Mein spirituelles Leben und Erleben ist anders geworden.
Vor 1 Jahr war ich das letzte Mal an einem spirituellen Ort, mit dem mich seit 35 Jahren viel verbindet, der mir und meiner Familie spirituelle Heimat war. Ich war am Freitag, dem 13. März 2020 dort, um unseren FeierAbend+ Gottesdienst dort abzusagen und Hinweisschilder an der Kirchentür auszuhängen: Wegen des hohen Infektionsrisikos muss der Gottesdienst leider ausfallen!
“Bleibt zu Hause!” damit Ihr Euch nicht zu nahe kommt, damit Ihr nicht Euch und andere gefährdet. Gottesdienst als lebensgefährdende Versammlung, Beten und Singen als Virentransfer und das bis heute hin.
Meine Beziehung zu Gott ist geprägt von meinen Beziehungen zu Menschen. Biblisch gesprochen: Im Nächsten begegne ich Gott! – Ist Social Distancing auch Distance from God?
Wenn ich die Zusage Gottes glaube, dann ist ICH BIN DA BEI EUCH nicht an „Präsenz“veranstaltungen gebunden (und wahrscheinlich nicht in „Geistergottesdiensten“ erfahrbar), sondern in der „Distanz“-Zeit auch im ZOOM mit Menschen, mit denen ich im Glaubensgespräch und im Gebet verbunden bin. Spirituelle Heimat kann ich so auch in Netzgemeinschaften finden. Beteiligt sein (Particiatio actuosa) trotz räumlicher Distanz und mit der Hoffnung auf nachhaltige Verbundenheit mit den Menschen und mit Gott.
GS 16. März 2021

In diesen Tagen,
in denen mir der Mut fehlt,
die Kraft nachlässt,
meine Perspektivlosigkeit mich lähmt,
reich Du, Gott, mir deine Hand.
Richte mich auf,
weite meinen Blick,
lass mich die Perspektive wechseln.
Richte mich auf,
schenke meiner Hoffnung Raum,
lass mich Mut fassen.
Richte mich auf,
nimm mich an deine Hand,
schenke mir dein Heil.

Pia Biehl (spurensuche.info)

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