Auf Augenhöhe

Nicht erst in letzter Zeit eskaliert die Schärfe und Unversönlichkeit in der sprachlichen Auseinandersetzung in Medien und Kommentaren. Das, was als Shitstorm sich nicht nur in den sozialen Medien sondern auch im öffentlichen Raum entlädt ist oft geprägt von einer Sprache des Hasses, der Diffamierung und der Gewalt.
Menschliches Zusammenleben und erst recht politisches Handeln braucht aber die Akzeptanz des Anderen als Mensch. Nur die Begegnung auf Augenhöhe ermöglicht ein friedliches Zusammenleben und damit eine gemeinsame Zukunft in dieser Welt.     GS 7. März 2017

Diese Begegnung ist verbildlicht im Hungertuch von MISEREOR:

Von weitem sehen wir nur zwei große farbige Flächen, grün und gelb, klar voneinander getrennt.
Treten wir näher, kommen uns aus dem farbigen Hintergrund zwei Menschen
entgegen.
Zwei Menschen – mehr nicht.
Zwei Menschen – verbunden durch ihre Arme, durch ihren Blick.
Ich werde hineingezogen in diesen Blick, der alles andere ausblendet. Nichts ist da, was ablenkt. Nur der Mensch.
„Ich bin, weil du bist“ sagt nach einem afrikanischen Sprichwort die eine zum anderen.
Zwei Menschen auf Augenhöhe. So sind wir geschaffen.
Doch Hunger und Not können die Perspektive verschieben. Konfrontation mit unserer Armut,
mit unserer Angst, unserer Einsamkeit und Bedürftigkeit verstören leicht den Blick.
Zwei Menschen auf Augenhöhe – und in ihrem Blick ist kein Raum für die Suche nach Besitz,
nach Macht und Ehre. Sie sind Geschwister im Hunger und im Sattsein, in der Vergänglichkeit und dem
Lebendigsein, in der Ohnmacht und der Macht des Lebens.
Zwei Menschen auf Augenhöhe, weil sie sich einander verdanken: Ich bin, weil du bist!”

(MISEREOR. Meditation zum Hungertuch 2017 von Sr. M. Ancilla Röttger OSC, Münster)

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