Absichtserklärungen

Absichtserklärungen
Absichtsvoll und ambitioniert einigten sich im Dezember 2015 alle 195 Staaten der Welt in Paris darauf den Temperaturanstieg bis zum Ende des Jahrhunderts auf 2°C zu begrenzen. Erreichen wollte man dies durch drastische CO2 Reduktionen.
Der Jubel in Paris über die Einigung auf Weltniveau war groß, aber im Nachgang fühlten sich einige Regierungen (Türkei, USA, Polen, …) nicht an diese Absichtserklärungen gebunden, da sie mit heimischen Wirtschaftsinteressen kollidierten.
2018 forderte der Weltklimarat IPCC im Vorfeld der UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz, bei der konkrete Maßnahmen, Zeitpläne und Standards vereinbart werden sollten, sogar bis 2050 den CO2 Ausstoß auf 0 zu senken, um damit den Temperaturanstieg auf 1,5°C zu senken, um eine ökologische Katastrophe zu verhindern.
Also aus der der Pariser Traum von der Weltenrettung?
Der Druck wächst auch aus der Wirtschaft (z.B. Versicherungen und Banken) und nicht zuletzt auch auf der Straße durch die sich immer internationaler organisierende #fridaysforfuture Bewegung, die den Absichten der Politiker und Wirtschaftslenker nicht traut.
Da trifft die Nachricht den Nerv, dass die brasilianische Regierung den Amazonas-Urwald -die grüne Lunge der Erde und Schutzgebiet für indigene Völker- einer wirtschaftlichen Nutzung öffnen will durch Holzhändler, Rohstoffkonzerne, die Minen eröffnen wollen, sowie vor allem das Agrobusiness, das Flächen für Soja- und Maisplantagen sowie Rinderhaltung sucht.
Christen haben sich in einer ökumenischen Weltversammlung 1990 in Seoul auf einen konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung verständigt. 10 christliche Grundüberzeugungen sind leitend für diesen Prozess der ökumenischen Weltverständigung und daraus folgendem christlichem Handeln.
Grundüberzeugung VIII hält fest:
„Wir bekräftigen, dass die Erde Gott gehört. Das Land und die Gewässer bedeuten Leben für die Menschen […] Wir bekräftigen deshalb, dass das Land Gott gehört. Der Mensch soll Boden und Gewässer so nutzen, dass die Erde regelmäßig ihre lebensspendende Kraft wiederherstellen kann, dass ihre Unversehrtheit geschützt wird und dass die Tiere und Lebewesen den Raum zum Leben haben, den sie brauchen. Wir werden jeder Politik widerstehen, die Land als bloße Ware behandelt […] Wir verpflichten uns zur Solidarität mit Urvölkern, die um ihre Kultur, ihre Spiritualität und ihre Rechte auf Grund und Boden sowie auf Gewässer kämpfen. Wir verpflichten uns zur Solidarität mit Landarbeitern und armen Bauern, die sich für eine Bodenreform einsetzen, sowie mit den Saisonlandarbeitern. Wir verpflichten uns außerdem, den ökologisch notwendigen Lebensraum anderer Lebewesen zu achten.“

Diese Grundüberzeugung verpflichtet uns als Christen, egal welcher Konfession zum Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung. Dieser Absichtserklärung muss entsprechendes Handeln privat wie gesellschaftlich folgen – für eine lebenswerte Zukunft für alle Menschen auf diesem Planeten.

Herr, unser Schöpfer,
gesegnet hast du deine Geschöpfe,
Menschen und Tiere,
aus deiner Hand kommen sie und wir.
Deine Liebe hat uns zusammengebracht.
Wir haben uns von dir entfernt
und darum die Mitgeschöpfe preisgegeben
an Willkür, Ausbeutung und Experiment.
Herr, dein Segen bringe uns wieder zusammen.

Lass uns den Regenbogen erkennen,
der über uns und sie gespannt ist.
Mache uns wieder dankbar für dein Geschenk;
öffne uns die Augen für den Reichtum dieser Erde.

Segne uns durch neues Staunen.
Lass uns auf die Sprache achten,
die Bruder und Schwester Tier sprechen,
lass uns achten auf die Sprache
von Pflanzen, Blumen und Bäumen.

Segne uns durch neue Freude über alle Geschöpfe
und halte uns verbunden in dir.

Eberhard Röhrig (Jeden Augenblick segnen, Verlag am Eschbach 2005, S.198)

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