seit Wochen, jeden morgen, beim Frühstück wird dieser Song von #COLDPLAY im Radio als Begleitmusik eingespielt. Und selbst mit meinen über 50 Jahre alten, dokumentiert mangelhaften Englisch-Unkenntnissen verstehe ich in Auszügen, dass hier jemand wirklich ein Gebet formuliert mit teilweise traditionellen Gebetsformeln, aber weitgehend lebensorientiert. „Ich bete dafür, dass ich nicht aufgebe. Dass ich mein Bestes gebe. Dass meine Sünden vergeben werden.“
Die so Betenden kreisen in ihren Bitten nicht nur um sich, sondern nehmen die Weltsituation und unsere Zukunftshoffnung ins Gebet. „Und so beten wir, dass jemand kommt und mir den Weg zeigt. Und so beten wir um etwas Schutz. … Ich weiß, dass irgendwo der Himmel wartet und wir keine Schmerzen mehr ertragen müssen.“
Die eingängige Musik und das ausgängige sorgenlose Lalalala überspielen, gewollt, die existenziellen, teils sehr persönlichen Gebets-Bitten. „Und so beten wir bis niemand mehr in Not ist und jeder sagen kann La-la-la“
Das Bekenntnis WE PRAY wird so zum Beiklang der täglichen Routinen, zum ORA et LABORA, zum Beten und Arbeiten, wie in der klösterlichen Spiritualität.
Für mich ist Gebet die Kommunikation mit Gott*, die/ der sich in der Bibel als ICH-BIN-DA erweist. Dieses alltag-tägliche Gebet („I pray, as I sleep and wake“) ist an keine Form, an keine Liturgie gebunden. Mein Beten geschieht, ist Ausdruck meiner GOTT*es Vertrautheit. Gebets“inhalt“ ist mein Leben und was mich bewegt.
So empfinde ich auch We Pray: Leben ins Gebet nehmen. Die Frage der Authentizität stellt sich für mich nicht, wenn ich mich als Hörender mit meinem Leben, meinen Themen, meinen Sorgen und Hoffnungen darin wiederfinde.
Und offensichtlich finden sich viele darin wieder, sonst wäre dieser Song nicht so erfolgreich.
„Die Botschaft ist klar: Wenn wir gemeinsam daran glauben, dann können wir die Welt zu einem besseren Ort machen.“ (kirche im hr)
And so we pray ‚til nobody’s in need – We Pray!
GS 18. März 2025
(empfehlenswert zu lesen und als Soundtrack zu hören: Birnstein/ Eichener, Highway to heaven, 2024 über spirituelle Botschaften in Songs)
