Voll-Kasko-Mentalität

wird nun auch den Studierenden von den zuständig Regierenden unterstellt. Es ist dieselbe Schublade mit diffamierenden Etiketten wie „Lifestyle-Teilzeit“, „Stadtbild“, „Bildungsprivileg“, „überbordende Sozialleistung“, … mit denen existenzsichernde Grundrechte diskreditiert werden und Bildungs-Chancengerechtigkeit ausgehebelt wird.

Angesichts existenzieller Sorgen, Zukunftsängsten und Vertrauensverlust in einer gespaltenen und verunsicherten Gesellschaft verweigern sich die gewählten Volksvertreter_innen diesen existenziellen Sorgen der Zukunft gestaltenden Generation die Unterstützung und reagieren mit Herablassungen und Unterstellungen.
Ein Drittel der Studierenden, 36 Prozent, lebte 2023 in Armut, berichtete der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband der „Tagesschau“. Von denjenigen, die allein oder in einer WG wohnen, seien es sogar mehr als 80 Prozent.
„Bildung ist ein Menschenrecht und ist bereits in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) von 1948 enthalten und in späteren Menschenrechtskonventionen aufgegriffen und ausdifferenziert. Menschenrechtliche Vorgaben für Bildung beziehen sich sowohl auf die Rahmenbedingungen als auch auf Bildungsinhalte und -ziele.“ (Deutsches Institut für Menschenrechte)
Wenn an Bildung gespart wird, gefährdet das die demokratische Teilhabe und letztlich die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft.

Nein, „es ist kein Drama, wenn Studierende jobben“, aber es ist ein Drama, wenn Bildungsministerinnen ihren Job nicht machen! Und es ist ein Skandal, wenn die Armutsquote mit mehr als 13 Millionen Menschen in Deutschland einen neuen Höchstwert erreicht.
Helmut Kohl im letzten Jahr seiner Kanzlerschaft: „Die Menschlichkeit einer Gesellschaft zeigt sich nicht zuletzt daran, wie sie mit den schwächsten Mitgliedern umgeht.“

Das Handbuch Christlicher Politik -die Bergpredigt- setzt die Marken Barmherzigkeit und den bedingungslosen Einsatz für Gerechtigkeit. Und gegen Schwurbelei und politischen Schönsprech: “Sagt einfach ‚Ja‘, wenn Ihr ‚Ja‘ meint, und ‚Nein‘, wenn Ihr ’nein‘ meint. Jedes weitere Wort kommt vom Bösen.“ (Mt 5)

GS 2. Juni 2026

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