Vor mehr als 50 Jahren beschloss die Synode der deutschen Bistümer Laien -also Nicht-Geweihten Frauen und Männern- das Predigen zu ermöglichen, in der Messe und nach dem Evangelium.
Diese Predigt sollte Mehr als „ein Glaubenszeugnis“ von Laien, also Menschen aus dem Volk Gottes sein: eine qualifizierte Verkündigung des Evangeliums und seine lebensnahe Deutung auf christliche Lebenspraxis in Zeit und Welt hin.
Dieser Laiendienst ermöglichte eine lebendige Verkündigung der biblischen Botschaft und folgte dem vatikanischen Selbstverständnis von Kirche in der Welt: Sich mit „Freude und Hoffnung Trauer und Angst der Menschen, insbesondere der Armen und Unterdrückten aller Art“ zu solidarisieren und so dem Vierkündigungsauftrag Jesu zu folgen.
Das Verkündigungs-Monopol und damit die Deutehoheit lag bis dahin, zumindest im Rahmen der Eucharistiefeier, bei den geweihten Priestern, war Teil ihrer sakramentalen Beauftragung. Ort der Verkündigung war die Kanzel (= mit Gittern abgeschlossener Raum).
Von dieser Kanzel herab, quasi über den Zuhörenden schwebend, waren diese ermächtigt ein Machtwort zu sprechen, abzukanzeln (= jemanden von der Kanzel herab rügen (Duden).
Jesus dagegen verkündete die Botschaft Gottes auf den Plätzen und an den Orten wo die Menschen sich versammelten. Mitten im alltäglichen Leben. Verkündigung auf Augenhöhe, nahe an Sorgen und Leben der Menschen.
Der Vatikan bestätigte nun -auf Anfrage- das Predigtmonopol der Priester im Rahmen der Eucharistiefeier, „da die Reservierung der Homilie für den geweihten Amtsträger zur sakramentalen und liturgischen Struktur der Eucharistiefeier selbst gehört“.
Machtworte und „abkanzeln“ -zumindest der Katholiken- bleiben somit den geweihten Amtsträgern vorbehalten.
Die befreiende, lebensnahe und leben deutende Botschaft Jesu von der GÖTT*lichen Weltordnung der Gerechtigkeit und Liebe wird dann wohl -wie zu Beginn der christlichen Bewegung- von Laien an den Orten verkündet werden, wo die Menschen sich versammeln, um GOTT*es Wort zu hören, diese Botschaft für ihr Leben zu erschließen und ihren Glauben zu feiern.