Hin- und Hergerissen

Täglich fällen wir Entscheidungen. Manche mehr, manche weniger bedeutsam. Manche für den Moment und die nächste Zeit, andere für „ein Leben lang“. Manche nach gründlichem Überlegen, abwägen des Für und Wider. Manche spontan, intuitiv, ohne langes Überlegen, „aus dem Bauch heraus“.
Was leitet uns dabei, welche Erfahrungen, welche Grundsätze, welche Haltungen?
Wie auch immer, spontan oder wohl überlegt, das Risiko bleibt – und das Gefühl der Unsicherheit.
Vor vielen Jahren fiel mir ein Buch aus meiner Studienzeit wieder in die Hände, von einem weisen geistlichen Begleiter; es trägt den Titel „Der Mensch wird des Weges geführt, den er wählt“ und nennt sich ein geistliches Lesebuch. Dieser Titel begleitet mich seitdem als eine ständige Provokation, als Aufforderung nach diesen verschiedenen Möglichkeiten mein Leben zu gestalten zu suchen. Er ist Mahnung die unterschiedlichen Möglichkeiten gut in den Blick zu nehmen und meine Entscheidung bewusst zu treffen – insbesondere, wenn sie auch andere berühren.
Der Unsicherheit, ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe, steht die Zusage gegenüber geführt zu werden. „Der Mensch wird des Weges geführt, den er wählt“
Im biblischen Buch Exodus gibt sich Gott selbst einen Namen, der seine Beziehung zu uns Menschen grundlegt: „Ich bin der Ich-bin-da“
Das hilft mir und gibt mir Sicherheit bei den vielen kleinen und großen Entscheidungen meines Lebens.
Dies im Kopf und Bauch wurde das Lied „Land unter“ von Herbert Grönemeyer von 1993, das Christoph Simonsen beim Semesterschlussgottesdienst zitierte, zum vertrauensvollen Gebet.
GS 30. Jan 2018

Der Wind steht schief
Die Luft aus Eis
Die Möwen kreischen stur
Elemente duellieren sich
Du hältst mich auf Kurs
Hab keine Angst vor’m Untergehn
Gischt schlägt ins Gesicht
Kämpf mich durch zum Horizont
Denn dort treff ich dich

Geleite mich heim
Rauhe Endlosigkeit
Bist zu lange fort
Mach die Feuer an
Damit ich dich finden kann
Steig zu mir an Bord
Übernimm die Wacht
Bring mich durch die Nacht
Rette mich durch den Sturm
Faß mich ganz fest an
Daß ich mich halten kann
Bring mich zum Ende
Laß mich nicht mehr los

Der Himmel heult
Die See geht hoch
Wellen wehren dich
Stürzen mich von Tal zu Tal
Die Gewalten gegen mich
Bist so ozeanweit entfernt
Regen peitscht von vorn
Und ist’s auch sinnlos
soll’s nicht sein
Ich geb dich nie verlorn

Geleite mich heim
Rauhe Endlosigkeit
Bist zu lange fort
Mach die Feuer an
Damit ich dich finden kann
steig zu mir an bord
Übernimm die Wacht
Bring mich durch die Nacht
Rette mich im Sturm
Faß mich ganz fest an
Daß ich mich halten kann
Bring mich zum Ende
Laß mich nicht mehr los

Geleite mich heim
Rauhe Endlosigkeit
Bist zu lange fort
Mach die Feuer an
Damit ich dich finden kann
steig zu mir an bord
Übernimm die Wacht
Bring mich durch die Nacht
Rette mich im Sturm
Faß mich ganz fest an
Daß ich mich halten kann
Bring mich zum Ende
Laß mich nicht mehr los
Bring mich zum Ende
Laß mich nicht wieder los

Herbert Grönemeyer, Chaos 1993