Die Playlist meines Lebens

Zwei Hörerlebnisse der vergangenen Tage und eine überflüssige Diskussion haben mich wieder mal nachdenken lassen, was Musik für mein Leben bedeutet.

Da war zunächst der Film “Can a song save your life?”: Er lebt neben den guten Singer-Songwriter-Stücken -improvisiert und aufgenommen in Clubs und Straßen von New York-, von Weisheiten wie dieser: “Nichts verrät so viel über einen Menschen wie seine Playlist” und “Ich sage ja gar nicht, dass du nicht auch mit dieser Aufrichtigkeitsscheiße berühmt werden kannst, aber du musst es dann auch richtig vermarkten.”

Gerade diese Authentizität, diese “Aufrichtigkeitsscheiße” ist es, die mich beim Konzert von Konstantin Wecker “Poesie und Widerstand” so beeindruckt hat, 70 Jahre Leben in Gedichten, Geschichten und Liedern -und immer noch Visionen für ein besseres Leben für alle Menschen auf diesem Planeten. “Ich singe, weil ich ein Lied hab”

Offenbar angestoßen durch eine Initiative im Bistum Essen, die Pop-Musik in Gottesdienste integrieren will, wird bundesweit die Frage diskutiert, ob dies dem liturgischen Anspruch an einen katholischen Gottesdienst entspricht. Es ist die Frage nach der Deutehoheit, was im Gottesdienst gefeiert werden soll -oder darf. „Wo Kirche draufsteht, sollte auch Kirche drin sein. Wir sind keine bessere Bar, wo ich alle Formen von Musik spiele, ohne dass dort ein Gottesbezug ist. Da habe ich meine Schwierigkeiten.“ Michael Hoppe (Diözesankirchenmusikdirektor in KIZ 42/2017)

Für mich gehört mein Glaube zu meinem Leben, beides ist untrennbar miteinander verknüpft und beeinflusst sich gegenseitig. Und im Gottesdienst feiere ich Leben und Glauben gemeinsam mit anderen vor Gott.

Da “meine” Musik, meine Playlist zu meinem Leben dazugehört, gehört sie auch in den Gottesdienst – zusammen mit der Lebens-Musik der anderen. Entscheidend ist nicht die musikalische Gattung, sondern der Text, ob er “passt”, meinem Leben und Fühlen, unserem Leben und Fühlen Ausdruck gibt.

Live Musik – Lebens-Musik, das alles ist „recorded“ in meinem Kopf, samt den Situationen, Bildern und Gefühlen, die mit dieser Musik jeweils verbunden ist. Musik erinnert mich, berührt mich, rüttelt auf, beruhigt, weckt Sehnsucht und Protest, lässt träumen … Sie lässt mich nicht los, gehört zu meinem Leben, ja wird zum Soundtrack meines Lebens – auch wenn ich nicht selbst Musik mache, meine Gefühle in Musik ausdrücken kann, nur „Konsument“ bin.

MUSIK SPIEGELT DAS LEBEN UND BERÜHRT MEIN LEBEN

„Music was my first love – and it will be my last“ Musik die mich öffnet, aufmerksam macht, neue Sichten eröffnet, tief in mich eindringt, mein Leben begleitet, prägt und bereichert, mir in die Glieder fährt, mich mitreißt, mich lebendig erhält …

„Thank you for the music …“ diesen Soundtrack meines Lebens.                                  GS 24.Okt.2017

Lebensmusik live mit Mercedes Sosa, Joan Baez und Konstantin Wecker – Gracias a la vida