Chocolat – eine Fasten-(Film)Geschichte

Es war einmal ein kleiner stiller Ort; mitten auf dem Lande in Frankreich. Die Menschen dort glaubten an “Tranquilité” — an Ruhe.
Jeder der in diesem Ort lebte, wusste was von ihm erwartet wurde. Jeder wusste was er zu tun und zu lassen hatte. Und vergaß man es einmal, gab es stets jemanden der einen daran erinnerte.

Zu Beginn der Fastenzeit des Jahres 1959 „fünfzehn Jahre nach dem Krieg“ treibt der Nordwind die alleinerziehende Mutter Vianne mit ihrer Tochter Anouk in dieses kleine Dorf in der französischen Provinz.

Sie mietet dort eine ehemalige Konditorei und möchte eine Chocolaterie eröffnen, ausgerechnet in einem Umfeld, wo alles seine „Gott gewollte“ Ordnung hat, für deren Einhaltung der Bürgermeister Graf Renaud und der von ihm abhängige Dorfpfarrer pedantisch sorgen.

Vianne, die Atheistin bringt diese Ordnung durcheinander, stellt sie durch ihr Handeln in Frage, „verführt zur Unmoral“. Mit dieser „Fremden“, ihrer offenen und lebensbejahenden Lebens-Art verändert sich diese kleine Welt und die Menschen, die ihr begegnen.

Die Wirkung dieser verändernden Fastenzeit bringt der Dorfpfarrer in seiner Osterpredigt auf den Punkt:

Pere Henri: Ich bin nicht sicher, … was das Thema meiner heutigen Predigt sein sollte. Möchte ich zu euch über das Wunder der göttlichen Verwandlung unseres Herrn sprechen? Nein, eigentlich nicht. Ich möchte nicht über Seine Göttlichkeit reden.
Ich spreche lieber über Seine Menschlichkeit. Seine Güte. Seine Toleranz. Ich sage Ihnen, was ich denke.
Ich glaube ob wir gute Menschen sind, misst keiner daran, ob wir irgendetwas unterlassen. Ob wir auf etwas verzichten, wem wir widerstehen und wen wir ausschließen.
Ich denke Güte misst sich daran, ob wir jemanden anerkennen, ob wir etwas erschaffen und ob wir jemanden bei uns aufnehmen.

GS 27.Febr. 2018

– Großbritannien/ USA 2000

Zu sehen am Do 8. März – 19.30 h in der KHG